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Die südkoreanische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Seoul hat die wichtigsten Informationen zur südkoreanischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Koreas Wirtschaft ist stark exportabhängig, die wichtigsten Handelspartner sind China und die USA. Die globale Pandemie des Coronavirus wird somit erhebliche Auswirkungen auf die koreanische Wirtschaft 2020 haben. Die koreanische Wirtschaft wuchs 2019 laut ersten Erhebungen der Economist Intelligence Unit und der Bank of Korea zwischen +1,9% und +2,0% (ca. 0,7% weniger als im Jahr zuvor). Trotz eines Wachstumsanstiegs in Q4 2019 (+1,3%) bleibt das Gesamtwachstum somit unter den Erwartungen internationaler Experten (+2,5 bis +2,6%). Das geschmälerte Wachstum ist das Resultat verminderter Exporte, verursacht durch den anhaltenden Handelskrieg zwischen den USA und China (Koreas wichtigste Handelspartner), den politischen Spannungen mit Nachbar Japan (Koreas größter Zulieferer von Halbleiter-Materialien), sowie einen weiterhin herausfordernden internationalen Halbleitermarkt.

Besondere Entwicklungen

Nach über sechs Jahren wurde Südkorea von Deutschland an der Spitze des Bloomberg Innovation Index abgelöst. Ein Grund für den Verlust des ersten Platzes liegt in einem schlechteren Produktivitäts-Ranking des Landes (Abstieg in der Teilwertung von Platz 18 auf Platz 29). Die koreanische Regierung hat im Dezember 2019 jedoch Vorkehrungen getroffen, dass Korea eine der führenden Forschungsnationen bleibt: Das öffentliche Budget zur Förderung von Forschung und Entwicklung wurde für 2020 um +17,3% auf USD 1,9 Mrd. erhöht. Das ist die größte Erhöhung des staatlichen F&E Budgets innerhalb eines Jahrzehnts. Derzeit erweisen sich vor allem koreanische COVID-19 Tests als Exportschlager. Der koreanische Gesetzgeber hat bereits 2016 dafür gesorgt, dass bei Ausbruch einer Epidemie rasch Tests entwickelt und exportiert werden können.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Die österreichischen Exporte ließen im Jahr 2019 um -11,0% nach und erreichten einen Gesamtwert von EUR 1,18 Mrd. Zum ersten Mal seit drei Jahren kam es zu keiner weiteren Exportsteigerung. Trotzdem liegt der Wert weiterhin über der 1 Mrd. Exportmarke, die im Jahr 2017 zum ersten Mal durchbrochen wurde. Im Ranking der wichtigsten Exportpartner Österreichs liegt Korea derzeit auf Platz 24. Südkorea bleibt Österreichs dritt größter Exportpartner und Handelspartner in Asien, nach China und Japan, sowie ausgezeichneter Technologiepartner für österreichische Firmen. Der österreichische Handelsbilanzüberschuss mit Korea blieb 2019 beinahe unverändert bei EUR 423,0 Mio.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Südkorea.  

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Seoul für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.  

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Südkorea der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.  

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Automotive / E-Mobilität

E-Mobilität befindet sich in Korea immer noch in den Anfangsphasen, obwohl mit der Schaffung institutioneller Rahmenbedingungen schon recht früh begonnen wurde.  Korea hat eine gut funktionierende E-Mobilitätsindustrie mit international tätigen Top-Produzenten, die laufend in die Weiterentwicklung ihrer Technologien investieren. Mit dieser industriellen Basis versucht Korea aber auch selbst rasch Anschluss an die Spitzenreiter in Sachen E-Mobilität zu erlangen und fördert den Umstieg auf E-Kfz wie kein anderes Land der Erde. 

Bei den neuen E-Automobiltechnologien geht der Trend natürlich in Richtung neuer leichterer Materialien, leistungsfähigerer und leichterer Batterien (solid state batteries) oder effizienterer Antriebsysteme. Zusätzlich dazu setzt sich die Entwicklung bei vielen Automobiltechnologien der Zukunft wie selbstfahrende Autos oder IoT-, Big Data-, KI- oder modernste Sensortechnologien für die Automobilindustrie fort. So geht auch die Road Map der koreanischen Regierung für den Automobilsektor genau in diese Richtung. 

Chancen für österreichische Unternehmen

Elktroautomobiltechnologien werden in allen Bereichen laufend weiterentwickelt. So besteht natürlich immer noch ein großes Potential für Unternehmen aus der klassischen Automobilzulieferbranche aber auch, für wie schon die Trends zeigen, bei Innovationen in leichtere neue Materialien oder Batterietechnologien. 

Nahrungsmittel und Softdrinks 

Südkorea ist einer der sechs größten Nahrungsmittelimporteure weltweit. Einerseits ist das der sehr überschaubaren Größe der landwirtschaftlichen Nutzflächen geschuldet. Andererseits befindet sich der Markt in einem strukturellen Wandel. Letzteres ist auf den steigenden Wohlstand und einer damit verbundenen „Verwestlichung“ der Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen. Kombiniert mit sehr langen Arbeitszeiten, stark verbreiteten innovativen Vertriebskanälen wie Online Shopping, und einer steigenden Nachfrage nach verarbeiteten Lebensmitteln,  bietet der südkoreanische Markt großes Absatzpotential für Nahrungsmittel- und Getränkehersteller. 

Der koreanische Einzelhandelssektor ist von wenigen riesigen Konglomeraten geprägt, die auch im Lebensmittelsektor aktiv sind. Lotte Shopping Co. ist beispielsweise in allen Segmenten des Einzelhandels mit Supermärkten, Hypermarkets, Convenience Stores, Tele-Shopping Kanal, Online Vertrieb sowie Kaufhäusern vertreten. Die lokale Verarbeitungsindustrie ist relativ stark und hat den Vorteil den Geschmack der Koreaner noch immer am besten zu treffen. Auch gelten im Inland produzierte Lebensmittel als sicherer verglichen mit ausländischen Erzeugnissen. Jedoch genießen hochwertige europäische Produkte einen hervorragenden Ruf.

Chancen für österreichische Unternehmen

Für österreichische Unternehmer empfiehlt sich insbesondere die Vermarktung qualitativ hochwertiger Markenprodukte. So eignet sich der Trend zu „Functional Food“ gut für die Vermarktung von Bio-Kost und Well-Being-Produkten. Dabei sollte auf ein originelles Marketing und die Verpackung geachtet werden, welche in Südkorea sehr wichtig sind. Generell bestehen gute Marktchancen für Produkte wie  Fertiggerichte, Organic Food, Convenience Food, Gewürze, Soßen, Schmelzkäse (Pizzakäse), innovative Backwaren, alkoholfreie Getränke, hochwertiges Fleisch, verarbeitete Fleischprodukte, sowie für Bier und Wein. Dank des seit 2011 bestehenden Freihandelsabkommens zwischen der EU und Südkorea entfallen bereits nahezu alle Importzölle.  

Fashion / Mode 

Der koreanische Modemarkt war bis Anfang der 1980er Jahre grob in zwei Sektoren aufgeteilt: Private Schneidereien für Damen der Oberschicht sowie Alltagsbekleidung aus Massenproduktion. In den 1980er Jahren profilierten sich langsam eigenständige koreanische Marken und läuteten das Zeitalter der Modeindustrie regelrecht ein. Seither hat sich die Modeindustrie Koreas innerhalb kürzester Zeit rasch entwickelt

Korea zählt inzwischen zu den wichtigsten Märkten für heimische aber auch internationale Modemarken. Geschäftsführer weltberühmter Luxusmarken suchen regelmäßig für Kunden- sowie Promotionstudien das Land auf. Denn koreanische Konsumenten gelten als „Mode-Barometer“ in allen Mode relevanten Bereichen, so dass einige internationale Marken ihre Produkte sogar zuerst auf dem koreanischen Markt launchen, um sich ein Bild über das Marktpotential besonders in Asien zu verschaffen.

Zwischen 2008 und 2010 verzeichnete der koreanische Modemarkt jedes Jahr ein besonders hohes Wachstum von durchschnittlich 14.7 %. Das war bedeutend, weil nach dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise ab 2007 innerhalb einer kurzen Zeit wieder ein bedeutendes Wachstum erzielt wurde. Ab 2012 verlangsamte es sich, blieb aber doch bei Wachstumsraten von 3-4% recht stabil. 

Chancen für österreichische Unternehmen

Dank K-Pop, K-Drama und auch K-Fashion (unter dem koreanischen Schlagwort Hallyu bekannt) wurde Koreas Kreativwirtschaft seit Mitte der 90er Jahre über die Grenzen des Landes hinweg bekannt gemacht. Korea wurde so zum Trendsetter in Asien. Internationale Modeunternehmen nutzen diese Stellung und zeigen Ihre neuen Kollektionen und Produkte oft zuerst in Seoul. Österreichische Marken können sich auch zuerst auf dem koreanischen Markt ein Bild über ihr Potential für andere asiatische Länder verschaffen. Der Erfolg auf dem koreanischen Markt kann unter dem Einfluss von Hallyu zu weiteren Erfolgen in anderen asiatischen Ländern führen.

Ausführliche Informationen 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Südkorea

Das AußenwirtschaftsCenter Seoul berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Südkorea haben.

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