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Die thailändische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Bangkok hat die wichtigsten Informationen zur thailändischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die thailändische Wirtschaft befindet sich auf einem soliden Wachstumskurs, und das obwohl erst am 24. März 2019 nach fast fünf Jahren Militärregierung wieder demokratische Wahlen stattgefunden haben. Seit dem Krisenjahr 2014, in dem das Wirtschaftswachstum nur 0,8 % betrug, legte die Wirtschaft in den folgenden Jahren kontinuierlich zu: 3,0 % in 2015, 3,3 % in 2016, 3,9 % in 2017 und schließlich im letzten Jahr 4,1 %.  

Die Erhöhung der Staatsausgaben und Umsetzung der bereits beschlossenen Mega-Infrastrukturprojekte, bessere landwirtschaftliche Erträge, der Anstieg des Privatkonsums und die florierende Tourismusbranche haben wesentlich zu diesem positiven Ergebnis beigetragen, ebenso wie die anhaltend hohen Einnahmen aus dem Export. Vorausgesetzt es kommt zu keiner globalen Wirtschaftskrise sollten nicht nur für heuer, sondern auch für die nächsten Jahre Wachstumsraten um die 4-Prozent-Marke und vielleicht auch darüber möglich sein.

Für das heurige Jahr liegen die jüngsten Vorhersagen bei ca. +3,5 %. Die Wachstumsprognosen wurden zuletzt etwas zurückgenommen, was mit dem derzeit ungewissen globalen Umfeld (Handelsstreit USA – China, Brexit) und den damit verbundenen reduzierten Exportaussichten, aber auch mit der noch unsicheren innenpolitischen Lage zu tun hat.

Besondere Entwicklungen

Nach fast fünf Jahren Militärregierung fanden am 24. März 2019 wieder demokratische Parlamentswahlen statt. Nach dem nun vorliegenden Auszählungsergebnis erhielt die oppositionelle Pheu Thai die meisten Stimmen. Aufgrund der Vielzahl von nun im Parlament vertretenen Parteien ist jedoch die Bildung einer Koaltionsregierung erforderlich. Nach letzten Meldungen dürfte die zweitstärkste Partei, die pro-militärische Partei Palang Pracha Rath, genügend Verbündete zur Bildung einer Koaltionsregierung gefunden haben; die definitive Regierungsbildung wird voraussichtlich erst Ende Juni vonstattengehen. 
Durch Änderungen im Wahlrecht und eine neue Verfassung haben sich die Militärs konstitutionellen Einfluss auf die Wahl des Premierministers gesichert. Selbst wenn die Opposition eine Mehrheit der Sitze im Unterhaus für sich gewinnt, ist daher zu erwarten, dass der bisherige Premierminister, Prayuth Chan-o-cha, wieder zum Regierungschef bestellt wird.

Unabhängig davon, welche Regierungskoalition zustande kommt, ist mit keinen wesentlichen Veränderungen der derzeitigen Wirtschaftspolitik zu rechnen. Die neue Regierung wird höchstwahrscheinlich die Vorgaben des im letzten Jahr abgesegneten 20-Jahres-Plans übernehmen und wohl auch die bereits beschlossenen und zum Teil auch schon beauftragten bzw. im Bau befindlichen Mega-Infrastrukturprojekte weiter fortsetzen.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Die österreichischen Exporte nach Thailand liegen seit einigen Jahren auf ähnlich hohem Niveau (zwischen EUR 270 – 282 Mio.). Nach einer deutlichen Steigerung um 4,5 % im Jahr 2017 auf EUR 282,4 Mio. erfolgte im abgelaufenen Jahr ein leichter Rückgang um -1,5 % auf EUR 278,2 Mio. 

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Thailand.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Bangkok für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Thailand der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Medizintechnik & Laborbedaf

Der Markt für medizinische Geräte und Zubehör hat in Thailand in den letzten Jahren ein durchschnittliches Wachstum zwischen 8,5-10 % verzeichnet. Die Gründe dafür liegen einerseits in der schnell alternden Bevölkerung und andererseits im boomenden Gesundheitstourismus - mehr als drei Millionen Ausländer kommen inzwischen jährlichen nach Thailand, um sich hier medizinisch behandeln zu lassen.

Bereits 64 Krankenhäuser in Thailand wurden von der „Joint Commission International“ (JCI) zertifiziert, ein Indiz für die hohe Qualität der medizinischen Versorgung aber auch für die Notwendigkeit hochwertiger technologischer Lösungen. Kennzeichnend sind die vergleichsweise niedrigen Kosten – vergleichbare Gesundheitsleistungen kosten in Singapur durchschnittlich drei Mal so viel wie jene in Thailand, beste Voraussetzungen also für einen weiterhin stark wachsenden Gesundheitstourismus.

Der Medizin- und Gesundheitssektor gehören auch zu den von der thailändischen Regierung besonders geförderten Bereichen im Rahmen des gerade entstehenden „Eastern Economic Corridor“- Programms. Mit der Vorstellung des „Healthcare 2020 Master Plan“ will sich Thailand langfristig als medizinisches Zentrum in der ASEAN Region positionieren.

In den nächsten Jahren wird jedenfalls eine Expansion von bestehenden Gesundheitseinrichtungen und der Markteinritt weiterer privater neuer Marktteilnehmer erwartet. So plant etwa die Bangkok Dusit Medical Services Plc. (BDMS) die Eröffnung eines Trauma-Zentrums in Bangkok mit einem Projektwert von über USD 308 Mio.

Chancen für österreichische Unternehmen

2017 wurden in Thailand medizinische Geräte im Wert von USD 1,6 Milliarden abgesetzt; der Markt soll künftig um jährlich 10 % wachsen. Hierbei ist Thailand vor allem auf Importe angewiesen, da 75 % der medizinischen Geräte nach wie vor aus dem Ausland kommen.

Der Markt ist in Thailand von wenigen großen privaten Krankenhausgruppen dominiert, welche auch bereits in anderen ASEAN Ländern tätig sind. Damit kann in Zukunft ausgehend von Thailand der ganze Medizintechnikmarkt in der ASEAN Region bearbeitet werden. Die Krankenhausbetreiber sind finanzstark und investieren kontinuierlich in hohe Qualität und fortschrittliche Technologien, um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu sein. Private Krankenanstalten versuchen sich in den letzten Jahren immer häufiger als spezialisierte Zentren zu etablieren. Diese Spezialisierung wird zunehmend als Marketinginstrument eingesetzt, um Patienten mit speziellen Krankheiten anzuziehen.

Für österreichische Lieferanten ist es wichtig, starke lokale Vertriebspartner zu finden, die bereits bestehende Kontakte zu den lokalen Krankenanstalten haben. Im Besonderen besteht Bedarf nach medizinischen Artikeln und Geräten in den Bereichen klinische Diagnostik, Chirurgie, Dermatologie, Augen- und Ohrenmedizin, Orthopädie, Zahnmedizin und plastische Chirurgie.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Medizintechnik? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Bangkok.

Nahrungsmittel & Softdrinks

Die Nahrungsmittelindustrie ist in Thailand ein wichtiger Industriezweig, trägt ca. 23 % zum BIP des Landes bei. Thailand gilt als eines der größten Exportländer für Nahrungsmittel weltweit, ist z.B. die Nummer 1 bei Reis- und Thunfischexporten. Aufgrund der reichlich vorhandenen Natur-Ressourcen, einer ganzjährigen Ernte-Saison und niedriger Lohnkosten verfügt Thailand über bedeutende Wettbewerbsvorteile in der Lebensmittel- und Agrarindustrie.

Im Zuge des vor Kurzem initiierten Programms „Thailand 4.0“ hat die Regierung die nachhaltige Nutzung der Landwirtschaft als eine der zehn wichtigsten Zukunfts-Kompetenzbereiche festgelegt.

Seit 2017 zählt Thailand zu den Ländern mit mittlerem Einkommen der oberen Einkommenskategorie. Bei Wirtschaftswachstumsraten von permanent 3-4 % in den letzten Jahren hat sich eine zunehmend kaufkräftige Mittelschicht gebildet.

Damit einhergehend nimmt die Anzahl der Auslandsreisen der Thailänder stetig zu, wobei auch individuelle Fernreisen stark im Trend liegen. Bei den Europareisen hat sich Österreich eine starke Position aufgebaut, mittlerweile werden von drei Fluglinien Direktflugverbindungen zwischen Bangkok und Wien angeboten. Mit der verstärkten Reisetätigkeit ist auch ein besserer Wissenstand und letztlich eine steigende Nachfrage nach europäischen und österreichischen Lebensmitteln und Getränken verbunden.

Generell geht der Trend bei der Lebensmittelversorgung weg von den traditionellen Frischmärkten hin zum Einlauf in Supermärkten. Thailand wird dominiert von einigen großen Supermarktketten, die ein dichtes landesweites Filialnetz betreiben, z.T. auch mit ganz kleinen Kiosken, die aber auch alle diverse Lebensmittel angeboten.

Importierte Lebensmittel, auch westlicher Herkunft, sind inzwischen vor allem in Bangkok und den größeren Städten und Tourismusregionen weitgehend erhältlich. Die Auswahl ist jedoch beschränkt, ausgenommen bei zwei bis drei gehobeneren Supermarktketten.

Chancen für österreichische Unternehmen

Mit knapp vierzig Millionen Touristen jährlich gehört Thailand zu den populärsten Reisezielen der Welt. Die zahlreichen internationalen Hotels und Gastronomiebetriebe v.a. in Bangkok aber auch in den übrigen Touristenzentren Thailands sind potente Abnehmer importierter Lebensmittel und Getränke.

Im Großraum Bangkok leben auch zahlreiche westliche Ausländer, die gerne westliche Lebensmittel konsumieren und somit eine interessante Zielgruppe für ausländische Anbieter sind.

In den letzten Jahren ist ein starker Trend in Richtung Gesundheitsbewusstseins der Bevölkerung zu beobachten. Es wird bewusst auf Geschmacksverstärker verzichtet; organische und biologische Produkte werden zunehmen nachgefragt. Auch die Nachfrage nach Halal-Lebensmittel hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Für spezialisierte Produzenten von Bio-Produkten ergeben sich damit interessante Geschäftschancen auf einem bisher noch relativ wenig bearbeiteten Markt.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Bangkok.

Automotive

Nicht umsonst wird Thailand auch als „Detroit of South East Asia“ bezeichnet: In etwa 2 Mio. Fahrzeuge werden jährlich in Thailand produziert; damit liegt Thailand weltweit auf Platz 12. der größten PKW-Hersteller und ist weltweit sechstgrößter Exporteur von Nutzfahrzeugen. Außerdem ist Thailand der fünftgrößte Produzent von Motorrädern weltweit. 

Innerhalb der ASEAN Region ist Thailand der führende Automobilproduktionsstandort. Die Automobil- und Autokomponentenindustrie beschäftigt mehr als eine halbe Million Menschen und trägt mit ca. 12 % wesentlich zum BIP des Landes bei.

Aufgrund des leichten Zugangs zu den ASEAN-Märkten, China und Indien ist Thailand ein beliebter Standort für weltweit führende Automobilhersteller, Monteure und Komponentenhersteller geworden. Während sich Thailand zu Beginn auf die Montage und Assembling von Automobilen konzentrierte, entwickelte sich das Land innerhalb der letzten 50 Jahre zu einem beliebten Standort für Produktion, Entwicklung und Forschung. Vor allem japanische Hersteller produzieren nun schon seit vielen Jahren in Thailand, inzwischen haben auch zahlreiche andere internationale Produzenten wie etwa auch BMW und Mercedes eigene Fertigungsstätten in Thailand.

Die Ziele von Thailands Regierung sind hoch. Bis 2020 sollen mehr als 3.5 Mio. Fahrzeuge produziert werden. Vor allem in dem neu geschaffenen „Eastern Economic Corridor“ südöstlich von Bangkok sollen zusätzliche internationale Autohersteller und Zulieferer angesiedelt werden, wobei laut Plänen der Regierung vor allem umweltfreundliche Elektrofahrzeuge und „Next-generation automotive“ Technolgien gefördert werden sollen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichische Unternehmen können in Thailand – neben dem hervorragenden Standort im Zentrum von Südostasien – von einem großen Zulieferindustrie-Netzwerk profitieren. Nicht alle Komponenten werden jedoch lokal produziert, vor allem im high-end Bereich sind thailändischer Hersteller auf Importlieferungen angewiesen. Chancen bestehen für österreichische Unternehmen somit im Export von Werkzeugen, Ausrüstung und Spezialkomponenten. In diesen Sektoren genießt die österreichische Industrie einen guten Ruf und kann durch entsprechendes Know-how punkten.

Speziell bei der Entwicklung von umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen könnte es auch für österreichische Unternehmen Kooperationsmöglichkeiten geben.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Automobilindustrie? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Bangkok.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Thailand problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Bangkok anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Thailand.

Das AußenwirtschaftsCenter Bangkok berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Thailand haben.