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Recht und Steuern in Kanada

Das AußenwirtschaftsCenter Toronto weiß über lokale Rechts- und Steuerfragen Bescheid und berät Sie gerne

Allgemeine Informationen 

Andere Länder, andere Sitten: Die Rechts- und Steuersysteme unserer Handelspartner weichen oft sehr stark von dem ab, was uns aus Österreich bekannt ist. Bei Export, Import und Firmengründung müssen lokale Gesetze aber jedenfalls beachtet werden. Damit Sie nicht in teure Verfahren verwickelt werden, gilt: Besser vorher abklären, was die Spielregeln sind. 

Unsere AußenwirtschaftsCenter haben ein breites Fachwissen und Erfahrung bei lokalen Rechts- und Steuerfragen, die Sie Ihnen für eine juristische und steuerliche Erstberatung gerne zur Verfügung stellen. Sollte Ihre Anfrage einer rechtsanwaltlichen Expertise bedürfen, haben wir ein großes Netzwerk an deutsch- und landessprachigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten. 

Das AußenwirtschaftsCenter Toronto hilft Ihnen in Rechts- und Steuerfragen in Kanada weiter. Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Geschäftsreisen, Montagearbeiten und firmeninterne Versetzung 

Österreichische Firmen, die Arbeitskräfte kurz- oder längerfristig nach Kanada entsenden, müssen jedenfalls vorab klären, ob dafür eine Arbeitserlaubnis bzw. ein entsprechendes Visum notwendig ist. Generell ist für die Erwerbstätigkeit einer ausländischen Person in Kanada eine Arbeitserlaubnis notwendig. Dafür muss einerseits ein verbindliches Stellenangebot eines kanadischen Unternehmens vorhanden sein, andererseits ein positives Arbeitsmarktgutachten (Labour Market Opinion) des kanadischen Arbeitsamts vorliegen, wofür das kanadische Unternehmen vorweisen muss, dass es sich erfolglos bemüht hat, eine kanadische Arbeitskraft zu finden.

Beim Intra-Company Transfer wird eine Arbeitskraft in eine Niederlassung oder in ein verbundenes Unternehmen in Kanada entsendet. Hierfür ist eine Arbeitserlaubnis, jedoch kein Arbeitsmarktgutachten erforderlich. Die zu entsendende Arbeitskraft muss in den drei Jahren vor Antragstellung mindestens ein Jahr ununterbrochen bei der Firma als Führungskraft oder Fachpersonal gearbeitet haben (d. h. die Person verfügt über spezifisches Kenntnis über das Produkt oder die Dienstleistung des Unternehmens) und die Arbeitsstelle muss mit jener im Mutterunternehmen vergleichbar sein.

Geschäftsbesucher (Business Visitors) dürfen ohne Arbeitsmarktgutachten und ohne Arbeitserlaubnis bis zu sechs Monate bestimmte Tätigkeiten in Kanada ausführen, z. B. Teilnahme an dienstlichen Treffen, Aufsichtsführung, firmeninterne Schulungen, Ausbildung oder Kundenbetreuung. 

Das CETA-Abkommen wird für Unternehmen in vier Kategorien Erleichterungen mit sich bringen, nämlich bei firmeninterner Auslandsversetzung, vertraglicher Erbringung von Serviceleistungen, für unabhängige Fachkräfte (Voraussetzung sechs Jahre Berufserfahrung und Universitätsabschluss) sowie bei den kurzfristigen Geschäftsvisa. Das Abkommen bietet auch einen Rahmen für die künftige gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen in reglementierten Berufen. 

Das AußenwirtschaftsCenter Toronto steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Grenzüberschreitende Erbringung von Dienstleistungen 

Grenzüberschreitende Dienstleistungen an Unternehmen sind dort steuerbar, wo das leistungsempfangende Unternehmen seinen Sitz hat, also in den meisten Fällen in Kanada. Dies erfolgt über eine sogenannte Withholding Tax, also eine Quellensteuer. Die Quellensteuer beträgt in Kanada i.d.R. 15 Prozent und wird auf alle Dienstleistungen von Unternehmen einbehalten, die keine Niederlassung in Kanada haben. Die Quellensteuer wird durch Einreichen einer besonderen Steuererklärung in Kanada wieder zurückerstattet. 

Die Rückerstattungsforderung findet mittels einer besonderen Steuererklärung statt. Bei der Erklärung ist bei den Angaben darauf zu achten, dass das österreichische Unternehmen keine Betriebsstätte in Kanada hat und per Doppelbesteuerungsabkommen von der Leistung der Quellensteuer befreit ist. Um diese einreichen zu können, braucht das österreichische Unternehmen eine kanadische Steuernummer.

Es gibt die Möglichkeit eines „withholding tax waivers“, diesen muss man vorab beantragen, formal mindestens 30 Tage vor Arbeitsbeginn in Kanada, besser noch zwei bis drei Monate vorher. Für bereits geleistete Dienstleistungen ist es jedenfalls zu spät. Das Prozedere ist relativ aufwändig und zahlt sich nur bei größeren Summen aus. Es muss ganz genau angegeben werden, welche Person wie lange nach Kanada entsandt wird, den Vertrag mit der Kundschaft vorgelegt werden und eine ganze Reihe weitere Unterlagen eingereicht werden. Der Waiver gilt immer nur für eine ganz bestimmte Frist und den vertraglich vorgesehenen Rechnungsbetrag. Wenn eine Steuerberatung zur Hilfe genommen wird, kostet auch ein einfacher Waiver etwa 4.000 Kanadische Dollar. Dazu kommt dann noch die besondere Steuererklärung, die man mit dem Waiver abgeben muss. Der „withholding tax waiver“ lohnt sich nur, wenn die Einsatzdauer gut abgeschätzt werden kann und/oder kurz ist und wenn der Quellensteuerbetrag mindestens 8.000 bis 10.000 Kanadische Dollar beträgt, was einem Umsatz von rund 55.000 bis 65.000 Kanadischer Dollar entspricht. 

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Errichtung eines Konsignationslagers 

In Kanada ist die abgabenfreie Einfuhr in Form eines „Custom Bonded Warehouse“ möglich. Dafür muss man bei der Canada Border Service Agency (CBSA) einen Antrag stellen. Mit einem „Custom Bonded Warehouse“ fallen beim Import selbst keine Zölle und Steuern an, auch keine „Goods and Service Tax“ und „Harmonized Sales Tax“.

In diesem „Custom Bonded Warehouse“ dürfen geringfügige Bearbeitungen, wie z. B. Etikettierung, Markierung, Tests, Inspektionen, Verpackung, Ausstellung, Wartung, Schneiden, Trimmen und andere, die Art der Ware nicht verändernde Bearbeitungen durchgeführt werden. 

Steuern und Abgaben sind nur für den Teil der Ware zu entrichten, der zum Ge- und Verbrauch in Kanada entnommen wird. Exporte aus dem „Custom Bonded Warehouse“ sind abgabenfrei. Bei der Errichtung des „Custom Bonded Warehouse“ ist eine Sicherheitsleistung im Wert von 60 % der Abgaben und Steuern, die für die eingelagerte Ware maximal fällig wäre, zu hinterlegen. Diese Sicherheitsleistung wird zumindest jährlich nachgeprüft. Die Waren können maximal für vier Jahre steuer- und abgabenfrei eingelagert werden, Verlängerungen sind möglich. 

Der Antrag kann von in Kanada ansässigen als auch nicht-ansässigen Personen und Firmen gestellt werden. Nach dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und Kanada begründet ein Lager (Einrichtungen, die ausschließlich zur Lagerung, Ausstellung oder Auslieferung von Gütern oder Waren des Unternehmens dienen) noch keine Betriebsstätte und die Firma ist damit auf Bundesebene in Kanada mit den erzielten Einkünften aus dem Konsignationslager nicht steuerpflichtig. 

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Handelsabkommen 

CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) ist das modernste Handelsabkommen, das von der EU bisher verhandelt und abgeschlossen wurde. Gerade österreichische Unternehmen - vor allem kleine und mittlere aber auch große - werden davon bei ihren Kanadageschäften profitieren.

Der weitgehende Wegfall von Zöllen und anderen ungerechtfertigten Handelshemmnissen, ohne dabei unsere Produkt- und Schutzstandards zu senken, Erleichterungen im Handel mit Dienstleistungen, ein verbesserter Zugang zu öffentlichen Aufträgen in Kanada, der Schutz geografischer Herkunftsbezeichnungen sowie die Einführung eines neuen Gerichtssystems für den Schutz gegenseitiger Direktinvestitionen sind die wichtigsten Eckpunkte von CETA.

Diese Vertragsinhalte werden die Handels- und Geschäftsbeziehungen österreichischer und europäischer Unternehmen mit Kanada vereinfachen und intensivieren.

Doppelbesteuerungsabkommen – Österreich hat mit zahlreichen Staaten Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Diese regeln, welchem Staat das Besteuerungsrecht gegenüber einem Unternehmen zukommt, womit eine doppelte Besteuerung bei grenzüberschreitenden Aktivitäten verhindert wird.

Das Bundesministerium für Finanzen stellt weitere wichtige Informationen sowie eine Liste aller österreichischen Doppelbesteuerungsabkommen zur Verfügung.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Kanada problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Toronto anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Kanada

Das AußenwirtschaftsCenter Toronto berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Kanada haben.