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E-Mobilität

Infopoint der Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen

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Fragen und Antworten

Ist E-Mobilität auch für Unternehmen attraktiv?

Von den 4.904 vollelektrischen Autos, die in Österreich im ersten Halbjahr 2019 zugelassen worden, entfielen 3856 der Neuanmeldungen auf Unternehmen und Gebietskörperschaften – dies war zum Vergleichszeitraum des Vorjahres eine Steigerung um 61 Prozent.

Gerade Unternehmen, die alltäglich kürzere Strecken absolvieren, nutzen in zunehmendem Maße die Vorteile von E-Mobilität.

Reicht die Batteriekapazität für reibungslose Mobilität?

In Fragen der Reichweite kann es eine Akkuladung zwar (noch) nicht mit einer Tankfüllung aufnehmen, doch sind inzwischen bei Mittelklasse-Pkw und kleineren Transportern um die 200 Kilometer Reichweite pro Batterieladung Standard. Und 94 Prozent der in Österreich absolvierten täglichen Wegstrecken liegen unter 50 Kilometern. Unter Gewerbebetrieben in Deutschland ist erhoben worden, dass mehr als die Hälfte von ihnen zwischen 70 und 175 Kilometer täglich zurücklegt. Im urbanen Bereich kommen sogar 85 Prozent täglich auf höchstens 100 Kilometer.

Allerdings erfordert der Einsatz von Elektromobilität in Betrieben hier ein gewisses Umdenken, weil die Zeit für das „Betanken“ eingeplant werden muss. 

Rechnet sich E-Mobilität für Unternehmen?

Trotz des höheren Anschaffungspreises ist ein batteriebetriebener Pkw oder Kleintransporter in fünf Jahren zumeist günstiger als vergleichbare konventionell betriebene Fahrzeuge - selbst bei einer eher niedrigen Laufleistung von 15.000 km jährlich, dank Förderungen amortisieren sich die Mehrkosten bei der Anschaffung in einigen Fällen noch weitaus schneller, denn:

  • Die „Tank“-Kosten belaufen sich erfahrungsgemäß auf weniger als die Hälfte im Vergleich zu fossilen Treibstoffen.
  • Die Wartungs- und Reparaturkosten sind um 35 bis 50 Prozent niedriger, weil batteriebetriebene Fahrzeuge technisch einfacher aufgebaut sind als jene mit konventionellen Verbrennungsmotoren.
  • Beim Kauf ist keine Normverbrauchsabgabe (NoVA) zu entrichten.
  • Bis zu einem Kaufpreis von 40.000 Euro brutto sind von Pkw und Kombis mit E-Antrieb zur Gänze, jene um 40.000 und 80.000 Euro brutto teilweise vorsteuerabzugsberechtigt.
  • Elektrofahrzeuge sind von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit.
  • Für privat genutzte Firmenfahrzeuge fällt kein Sachbezug an, der die Lohnnebenkosten erhöht.
  • Die KFZ-Versicherung ist im Vergleich zu konventionell angetriebenen Fahrzeugen günstiger.

Welche Voraussetzungen gibt es für Förderungen?

Die Förderungen des Bundes für betriebliche E-Mobilität werden als nicht rückzahlbarer Zuschuss ausbezahlt, der nicht über 30 Prozent der Anschaffungskosten ausmachen darf. Manche Bundesländer bieten ebenfalls Förderungen an, die mit jenen des Bundes kombiniert werden können. Folgende Voraussetzungen sind zusätzlich zu erfüllen:

  • Nachweis, dass die Fahrzeuge mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern betrieben werden
  • Die Fahrzeuge müssen für vier Jahre behalten werden
  • Auf der Rechnung des Fahrzeugs muss auch ein E-Mobilitätsbonus ausgewiesen sein, also ein Preisnachlass durch den Autoimporteur, meist in Höhe der Förderung.

Gefördert werden elektrisch betriebene Pkw, Zweiräder, Fahrräder, Transporträder, Nutz- und Leichtfahrzeuge, aber ebenso Ladeinfrastruktur, sofern sie öffentlich zugänglich ist. Nun noch einige Beispiele für Förderhöhen:

Reine Elektro-und Brennstoffzellenfahrzeuge werden mit 1.500 Euro gefördert, Plug-In-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender mit der Hälfte. Transporträder mit oder ohne Elektroantrieb werden bei über 80 kg Traglast mit 200 Euro gefördert, Elektrofahrräder (ab einer Anzahl von 10) mit 100 Euro pro Stück.

Leichte Nutzfahrzeuge mit über 2 und bis zu 2,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht werden mit 3.500 Euro gefördert, jene mit über 2,5 bis zu 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht bekommen 8.500 Euro Förderung. Voraussetzung ist ein E-Mobilitätsbonus der Autoimporteure von mindestens 1.500 Euro netto.

Wie verlässlich sind E-Fahrzeuge?

Elektrofahrzeuge sind weit einfacher aufgebaut als konventionelle Verbrenner, daher kommen zahlreiche verschleißanfällige Teile einfach nicht vor – ob Kupplung, Getriebe, Auspuff, Katalysatoren, Kraftstoffpumpe, Keilriemen oder Zahnriemen. Auch Ölwechsel und Abgasuntersuchungen fallen weg.

Akkus von Elektrofahrzeugen sollen getauscht werden, wenn deren Leistung auf 80 Prozent fällt. Bei der neuesten Generation kommt es dazu nach 10 Jahren oder 4.000 Ladezyklen (also einem Jahrzehnt täglichem Laden), so der VCÖ (Verkehrsclub Österreich). Laut den Herstellern halten aktuell eingesetzte Batterien weit über diesen Zeitraum hinaus – sie sind für mindestens 150.000 km oder 15 Jahre ausgelegt.

Wie sicher sind E-Fahrzeuge?

Bezüglich Sicherheit unterliegen E-Autos den gleichen Standards wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, und bei einem Unfall schaltet sich das Hochvolt-System automatisch ab. Medienberichte von ausgebrannten Elektroautos sind eher dem außergewöhnlichen Ereignis geschuldet: Das Forschungszentrums Jülich hat nachgewiesen, dass es bei Fahrzeugen von Tesla pro einer Milliarde gefahrener Kilometer zu zwei Bränden kommt, bei Verbrennungsmotoren sind es im Vergleich dazu 90 Fahrzeugbrände.

Ist Elektromobilität umweltfreundlicher als herkömmliche Antriebe?

Gerade in Ballungsräumen sind E-Fahrzeuge als saubere Alternative immer wichtiger, denn sie erzeugen im Fahrbetrieb keine Abgase und weitaus weniger Lärm (abgesehen von den Abrollgeräuschen). Zwar entsteht Feinstaub durch Reifenabrieb, nicht jedoch durch den Antrieb.

Für eine gesamtheitliche Ökobilanz von Elektrofahrzeugen ist jedoch auch der Einsatz von Ressourcen für die Erzeugung des Antriebstroms und zur Fahrzeugherstellung zu berücksichtigen.

Österreich hat mit 72 Prozent einen überaus hohen Anteil an Strom aus erneuerbaren Quellen, daher fällt CO2-Bilanz für E-Mobilität besonders positiv aus. Mit Ökostrom betriebene E-Pkw haben auch eine weitaus bessere Stickoxid-Bilanz als alle anderen Antriebsvarianten.

Der Akku wirkt sich auf den ökologischen Fußabdruck bei der Herstellung aus, denn die Lithiumförderung zieht oftmals ähnlich große Umweltbelastungen nach sich wie Erdölgewinnung – etwa durch den hohen Wasserverbrauch in der chilenischen Atacama-Wüste.

Wie steht es um die Ökobilanz von Lithium-Ionen-Akkus?

Wie bei Akkus aus Mobiltelefonen und Computern gilt auch bei E-Fahrzeugen: Je länger die Akkus in Gebrauch sind, desto besser ihre Ökobilanz – wenn sie etwa in stationären Großspeichern im Einsatz bleiben (Second Life).

Durch Recycling können wertvolle, jedoch problematische Rohstoffe wie Lithium und auch Nickel, Mangan oder Kobalt wieder für die Batterieproduktion eingesetzt werden. Verfahren dazu sind in Musterbetrieben, beispielsweise in Belgien, bereits erprobt, sie müssen jedoch erst in großem Maßstab umgesetzt werden.

Österreich wird auch eine wichtige Rolle bei der vergleichsweise umweltschonenden Gewinnung von Lithium spielen: Das größte Vorkommen Europas auf der Koralpe wird spätestens ab 2022 untertags abgebaut. In der Region Wolfsberg sollen jährlich 11.000 Tonnen Lithiumhydroxid erzeugt werden und dabei 400 Arbeitsplätze entstehen.


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Bilder und Grafiken

Steckertypen

Mit dem dynamischen Aufbruch in die E-Mobilität haben parallel mehrere Steckertypen am Markt Fuß gefasst,der Typ-2-Stecker hat sich in der EU als Norm durchgesetzt. Adapter ermöglichen den Zugang zu einer Vielzahl an Ladestationen.

Schuko-Stecker
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Schuko-Stecker: Praktisch alle Fahrzeuge verfügen über ein Adapterkabel für das Laden an gängigen 230-Volt-Haushalts-Steckdosen mit 3,3 kW Ladeleistung.
CEE-Stecker
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CEE-Stecker: Teilweise gibt es auch Adapter für 400-Volt-Drei-Phasen-Drehstrom. Hier sind Anschlussleistungen bis zu 11 beziehungsweise 22 kW möglich.
Typ 2-Stecker
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Typ 2-Stecker: Von der europäischen Kommission als Standard festgelegt, daher müssen alle E-Autos am europäischen Markt mit diesem Ladestecker kompatibel sein. Im privaten Gebrauch sind Ladeleistungen bis 22 kW üblich, an öffentlichen Ladesäulen sind es bis zu 43 kW, jeweils bei 400 V.

Der Tesla Supercharger ist eine modifizierte Version von Typ 2 mit einer Ladeleistung bis zu 120 kW. Dieser Anschluss eignet sich nur für Fabrikate von Tesla, die ihrerseits auch an Typ 2-Stationen geladen werden können.

Combined Charging System (CCS)
© EIW
Combined Charging System (CCS): Nebst Laden mit Wechselstrom via Typ 2-Buchse ermöglichen zusätzliche Kontakte auch die Schnellladung mit Gleichstrom. Die übliche Ladeleistung beträgt 50 kW, bis 2020 entstehen in Europa mehrere tausend Ultra-Schnellladesäulen mit 350 kW.
CHAdeMO-Stecker
© EIW
CHAdeMO-Stecker: Dieser recht gängige Schnelllade-Standard für Gleichstromladung bis 50 kW wird vor allem von asiatischen Herstellern genutzt.

Ladenetz Österreich

Grafik Ladepunkte
© BMVIT, 2018 Übersicht der öffentlich zugänglichen Ladepunkte in Österreich

Eines von Europas dichtesten Ladenetzen. Die größeren Anbieter Österreichs haben sich zusammengeschlossen, sodass mit deren Karte oder App der Zugang zu insgesamt 3.500 Ladepunkten möglich ist. Mehr als 500 davon sind Schnellader mit über 22 kW Ladeleistung. Zum Vergleich: Rund 2.700 Tankstellen für Benzin und Diesel stehen zur Verfügung.

Gratis Strom tanken

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© Junos/beyond/Corbis
Die Karte der Online-Plattform GoingElectric verzeichnet in Österreich über 1.000 Gratis-Ladestationen als besonderes Service von Gasthäusern, Hotels, Möbelhäusern… Ausgewählte Lidl-Filialen bieten den Kunden sogar Schnelladestationen.

Kaufpreis-Vergleich

Berechnungs-Grafik
© EIW
Kaufpreis-Vergleich zwischen einem VW e-Golf und einem mit Turbodiesel. Die Förderung des Bundes kann in Anspruch genommen werden, wenn der Importeur eine Förderung in gleicher Höhe gewährt. Unternehmen sind zusätzlich vorsteuerabzugsberechtigt. Dadurch reduziert sich der Kaufpreis-Vorteil des Diesel-Golfs schon beim Kauf auf ein Minimum. Bei Berücksichtigung der laufenden Kosten ist der e-Golf schon nach dem ersten Jahr im Vorteil.

Multimodalität

Post-Elektrofahrzeuge
© Christian Husar / Österreichische Post AG
Die Österreichische Post hat mit über 1.600 ein- und mehrspurigen Elektrofahrzeugen die derzeit größte E-Flotte des Landes. Gerade für den Stop-and-Go-Verkehr während der Auslieferung eignen sich Elektrofahrzeuge weitaus besser als jene mit Verbrennungsmotoren. Multimodalität bedeutet, das für die Aufgabe am besten geeignete – und nach Möglichkeit auch sparsamste – Fahrzeug einzusetzen. In einem Pilotprojekt sind seit Sommer 2019 im dritten Wiener Gemeindebezirk zwei E-Lastenräder im Einsatz, die gut 300 Pakete täglich zustellen – genauso viel wie ein herkömmlicher Diesel-Lieferwagen.

E-Lkw

Mann betankt LKW
© Stiegl
Das Council für nachhaltige Logistik (CNL)eine europaweit einzigartige Initiative unter Beteiligung von 18 der größten heimischen Firmen aus den Bereichen Handel, Logistikdienstleistungen und Produktion, testet derzeit in Kooperation von MAN Österreich neun E-Lkw auf ihre Alltagstauglichkeit. Dominik Lackner beliefert dabei die Salzburger Innenstadt samt einem Umkreis von rund 50 Kilometern mit Produkten der Stiegl Brauerei, ist dabei bis zu acht Stunden unterwegs und benutzt oft über 30 Mal am Tag die elektrische Hebebühne, ohne noch je an die Grenzen des Akkus des 26-Tonners mit 320 PS und 180 km Reichweite gekommen zu sein. Die Serienproduktion der E-Lkw ist ab 2022 geplant.

Treibhausgas- und Stickoxidemissionen (NOx)

Grafik Faktencheck E-Mobilität
© Umweltbundesamt 2017 Faktencheck E-Mobilität
Die Grafik zeigt Treibhausgas- und Stickoxidemissionen (NOx) verschiedener Antriebe – Österreich-Durchschnitt für Neuwagen der Kompaktklasse. Ein mit Ökostrom betriebener E-Pkw weist eine weitaus bessere Bilanz auf als alle anderen Antriebe – und das ist klimapolitisch ein wichtiges Thema: Seit den 90er Jahren sind die Emissionen bei Industrie, Landwirtschaft und im Gebäudesektor zurückgegangen, im Verkehr sind sie von 1990 bis 2018 um 74 Prozent gestiegen – der Großteil davon geht auf Konto des Straßenverkehrs. Ohne Mobilitätswende wird es keine Energiewende geben.

Second Life

Grafik zum Second Life Zyklus
© E. Rahimzei / VDE
Wenn die Leistung Fahrzeug-Akkus auf 80 Prozent gefallen ist, können sie für gut ein weiteres Jahrzehnt in stationären Großspeichern im Einsatz bleiben und dabei Überschüsse aus Wind- und Sonnenstrom „einlagern“, ehe sie recycelt werden. Mehrere Fahrzeughersteller gemeinsam mit Energieversorgern solche Speicher bereits umgesetzt.

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© EIW

Glossar

Arten von E-Fahrzeugen

  • BEV (Battery Electric Vehicle): E-Fahrzeuge, die ausschließlich durch Batterien angetrieben werden.
  • HEV (Hybrid): Der Elektro-Antrieb erhöht den Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors. Die Batterie wird ausschließlich mit rückgewonnener Bremsenergie geladen.
  • PHEV (Plug-in-Hybrid): Kann zusätzlich am Stromnetz geladen werden. Die höhere Akku-Kapazität ermöglicht bis zu 60 km rein elektrischen Antrieb, was zur Emissions-Entlastung in Ballungsgebieten führt.
  • REX / REEV (Range Extender): Ein Verbrennungsmotor dient als „Reichweitenverlängerer“ und versorgt den Akku während der Fahrt über einen Generator mit Strom. Mit steigender Reichweite der Akkus verliert diese Brückentechnologie an Bedeutung.
  • FCEV (Fuel Cell Electric Vehicle): Fahrzeuge mit Brennstoffzelle werden ebenfalls von einem E-Motor angetrieben, nutzen als Energiequelle jedoch Wasserstoff, der in der Brennstoffzelle mit Sauerstoff reagiert und dabei Strom erzeugt. Noch sind die Kosten recht hoch, das Marktangebot an Fahrzeugen bescheiden, und beim Wirkungsgrad ist noch Luft nach oben. Fünf Orte in Österreich verfügen derzeit über Wasserstofftankstellen. 

Batterie laden

In Österreich gibt es flächendeckend öffentliche Ladestellen, doch wird zu 90 Prozent die eigene Lade-Infrastruktur genutzt. Notfalls können E-Fahrzeuge auch über ein Netzteil direkt mit 230 V aufgeladen werden, allerdings ist die über Stunden abgerufene hohe Leistung eine Belastung für die üblichen Schuko-Steckdosen. Daher wird zur Anschaffung einer Ladesäule oder einer platzsparenden Wallbox (Wandladebox) geraten, die über Schutzeinrichtungen für risikofreies Laden verfügen.

Mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage kann man zu einem guten Teil auch zum Treibstoff-Selbstversorger werden. Ein integriertes Energiemanagementsystem steuert die Ladestation so, dass der erzeugte Solarstrom optimal für das Befüllen des Akkus genutzt wird. Wird in einen stationären Stromspeicher investiert, kann der tagsüber produzierte Solarstrom für das Laden in der Nacht zwischengespeichert werden kann.

Ladezeit

Ausschlaggebend für die Ladezeit ist die Ladeleistung: Bei einer Haushaltssteckdose beträgt diese bis 3,3 kW, an einer Ladesäule mit 3-Phasen-Drehstrom bis zu 22 kW. An Schnellladestationen mit Ladeleistungen von 43 kW aufwärts werden die Akkus aus Rücksicht auf deren Lebensdauer nur bis zu 80 Prozent geladen.

Für eine grobe Abschätzung der Ladezeit gilt folgende Faustformel:

Ladezeit in h = Akkukapazität in kWh / Ladeleistung in kW

Ein VW E-Golf, dessen 37 kWh Batteriekapazität für über 200 km reichen, ist an einer Haushaltssteckdose in 11 Stunden vollständig geladen. Am weitesten verbreitet sind Ladestationen mit 22 kW Ladeleistung – dort dauert die Komplettladung eines völlig leeren Akkus eine Stunde und 40 Minuten. An einer Schnellladestation mit 50 kW ist der Akku in 35 Minuten zu 80 Prozent geladen.

Lithium-Ionen-Akku

Entscheidend für den Durchbruch der E-Mobilität ist die rasante Entwicklung der Lithium-Ionen-Akkus. Sie sind äußerst verlässlich und behalten über die Jahre ihre volle Ladekapazität bei, und sie zeichnen sich durch eine besonders hohe Energiedichte aus:

Ein Lithium-Ionen-Akku kann 200 Wattstunden (Wh) pro Kilo speichern, beim Blei-Akku liegt die Energiedichte bei 35 Wh / kg: Ein Kilo Lithium-Ionen-Batterie speichert also dieselbe Energiemenge wie ein Blei-Akku von 5 kg. 

Rekuperation

Zur Effizienz von Elektrofahrzeugen und Hybriden trägt auch bei, dass die Motorbremse als Generator dient. Durch Bremsen wird der Akku geladen, was die Reichweite erhöht und den Verschleiß der Bremsen verringert. Der weltgrößte E-Lkw, in einem Steinbruch im Schweizerischen Biel im Einsatz, muss so gut wie nie aufgeladen werden: Der 45 Tonnen schwere eDumper fährt mit 65 Tonnen Gestein talwärts. Die durch das Bremssystem rückgewonnene Energie reicht meist aus, um ohne Nachladen wieder den Berg hochzufahren. 

Verbrauch

E-Fahrzeuge setzen die Energie wesentlich effizienter ein als Verbrennungsmotoren, bei denen etwa ein Drittel der eingesetzten Energie als Wärme verpufft. Außerdem führen bewegte Motorteile zu Reibungsverlusten, und Nebenaggregate wie Kühlwasserpumpe oder Lichtmaschine verbrauchen ebenfalls Energie. Moderne Benzin-Direkteinspritzer erreichen bestenfalls einen Wirkungsgrad von 37 Prozent, Common-Rail-Dieselmotoren können höchstens 45 Prozent der zugeführten Energie ausnutzen.

Elektromotoren erreichen dagegen Wirkungsgrade jenseits der 90 Prozent. Ein Volkswagen e-Golf braucht auf 100 km 16,6 kWh. Rechnet man den Heizwert von Diesel in Kilowattstunden um, sind es bei einem leistungsmäßig vergleichbaren Golf Turbodiesel umgerechnet 54,88 kWh, beim Golf Benziner 62,05 kWh.

Die Beschleunigungswerte von Elektroautos können zu sportlicher Fahrweise animieren, doch bei hohen Geschwindigkeiten geht sich das angegebene Optimum an Reichweite nicht ganz aus – es ist nicht anders als bei den Verbrauchsangaben von Dieseln und Benzinern.

Bei Verbrennungsmotoren führt spritsparende Fahrweise bis zu 10 Prozent weniger Verbrauch, bei E-Mobilität können es 20 Prozent sein. Zur Abhilfe gibt es Förderungen für Spritspar-Trainings mit E-Autos.


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Weitere Informationen

  • Faktencheck E-Mobilität: Antworten auf 10 wichtige Fragen von Ökobilanz bis Sicherzeit mit Infos und anschauliche Grafiken; in Kurz- und Langfassung
  • Antworten zu E-Mobilität:
  • Reichweitenrechner: Nachprüfen, wie sich Fahrstil, Außentemperatur und Reisegeschwindigkeit bei gängigen am Markt erhältlichen Elektroautos und Plug-in-Hybriden auf die Reichweite auswirken. 
  • E-Fahrzeuge am Markt:
    • Überblick zu E-Fahrzeugen: Von Bikes über Transportfahrräder, Pkw und Nutzfahrzeuge – und zu Ladestationen
    • Plattform e-Fahrzeuge: Filter erleichtern die Suche nach Pkw und Nutzfahrzeugen unterschiedlicher Kategorien – von unter 3,5 bis über 40 Tonnen.  
  • El-Motion: Der alljährliche österreichische Fachkongress bietet Wissenswertes zu E-Mobilität für KMU und kommunale Anwender.
  • E-Tankstellen finden:
    • E-Tankstellen-Finder: Verzeichnis sämtlicher Ladestationen nicht nur in Österreich, sondern praktisch in ganz Europa – sowohl als Liste nach Bundesländern als auch via interaktive Karte.
    • Goingelectric: Kartentool zu kostenlosen Ladestationen in Österreich oder anderen europäischen Ländern
  • Kosten berechnen:
    • Der Kostenrechner der Vorarlberger E-Mobilitäts-Initiative VLOTTE berücksichtigt sämtliche Betriebsausgaben – für Kraftstoffe ebenso wie für Wartung und Verschleißteile.
    • Der E-Mobilitäts-Rechner der Linz AG auf Excel-Basis ermöglicht den Vergleich unterschiedlicher Fahrzeuge anhand der Topprodukte-Datenbank für mehrspurige Fahrzeuge, auch unter Berücksichtigung der Bundesförderungen. 
  • Förderungen:
    • Die Umweltförderung im Inland vergibt Bundesförderungen für E-Mobilität in Betrieben – unter anderem für elektrisch betriebene Pkw, Zweiräder, Fahrräder, Transporträder sowie E-Nutz- und Leichtfahrzeuge, und ebenso für (öffentlich zugängliche) Ladeinfrastruktur.
    • Förderung von Spritspartrainings gibt es nicht mehr für Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb, sondern ausschließlich für E-Fahrzeuge.