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Glas

Infopoint der Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen

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Fragen und Antworten

Welche Eigenschaften zeichnen Glas als Getränkeverpackung aus?

Für die US-Lebensmittelaufsicht FDA ist Glas das einzige Verpackungsmaterial, das als „grundsätzlich sicher“ eingestuft wird: Es kommt zu keinen chemischen Reaktionen mit dem Verpackungsinhalt, außerdem ist Glas gasdicht und geschmacksneutral. Das Material bleibt bis zu hohen Temperaturen (500° C) formstabil und eignet sich so für alle üblichen Abfüllverfahren – etwa Kalt- und Heißabfüllung, Pasteurisierung oder Sterilabfüllung.

Was gehört in den Altglas-Container?

Glasprodukte weisen je nach Anwendungsbereich unterschiedliche chemische Zusammensetzungen auf. Für die reibungslose Wiederverwertung ist darauf zu achten, in den Altglascontainern nur Behälterglas zu entsorgen – also Flaschen (für Wein, Saft oder Essig), Konservengläser (Marmelade, Gurken, Pesto…), Parfumflakons, Medizinfläschchen, Einweg-Gewürzmühlen und gläserne Flaschenverschlüsse.

Nicht in den Altglascontainer gehören Trink- und Einmachgläser, Vasen, Fenster- und Autoscheiben, Spiegel, Glühbirnen und Leuchtkörper oder Laborgläser. 

Weshalb wird Glas nach Farben sortiert?

Buntglas wird für lichtempfindliche Produkte eingesetzt, etwa Medikamente oder Bier. Braunglas bietet den höchsten Lichtschutz und gewährt dadurch etwa längere Haltbarkeit von Bier.

In den Weißglasbehälter gehören ausschließlich völlig durchsichtige Glasverpackungen, auch nur leicht getönte Flaschen dagegen in den Buntglascontainer. Eine grüne Sektflasche reicht, um 500 kg farbloses Glas grünlich zu färben. 

Kann die Recycling-Quote von Glas noch erhöht werden?

Die Pro-Kopf-Sammelmenge an Altglas in Österreich ist aktuell von 26 auf 27 Kilogramm jährlich angewachsen, die allgemeine Akzeptanz für Mülltrennung hoch. Luft nach oben gibt es speziell bei Weißglas: Marmelade- oder Pestogläser finden sich noch weitaus häufiger als Getränkeflaschen im Restmüll. Laut Umfrage halten es 83 Prozent für einen Fehler, eine Glasflasche im Restmüll zu entsorgen, bei Konservengläsern liegt dieser Wert bei lediglich 71 Prozent.

Verbessern lässt sich die Sammelquote auch durch die strategisch günstige Platzierung von Altglas-Containern an alltäglich zurückgelegten Wegen vorgefunden werden – so bewähren sich insbesondere Sammelbehälter beim Lebensmittelhandel und bei Einkaufszentren. 

Welche Maßnahmen gibt es, um die (Energie-)Effizienz von Altglas-Recycling weiter zu erhöhen?

Es geht um eine kontinuierliche Verbesserung des erprobten Zusammenspiels der Kommunen (die sich um die Sammelinseln kümmern), der Entsorger, Transporteure und Glaswerke. Dank beständiger Optimierung konnte man im Jahr 2018 je Kilometer 104 Tonnen Glas transportieren; 2012 waren es noch 90 Tonnen – das bedeutet ein Effizienz-Plus von 16 Prozent. In diesem Zeitraum sank der Treibstoffverbrauch pro transportierter Tonne Altglas von 5,6 Litern auf 4,8 Liter.

Aktuell wird die von der Austria Glas Recycling entwickelte App „glassfuture“ zur Vereinfachung und Optimierung des Sammelsystems eingesetzt. Alle Altglas-Sammelstandorte sind digital erfasst, die Daten für die beteiligten Akteure einsehbar. Auf Meldungen über schadhafte Behälter kann schneller reagiert werden, außerdem dient die App als Werkzeug zur Routenoptimierung.

Ein nächster Schritt zu mehr Effizienz ist eine Digitalisierung der Sammelbehälter, die in Testgebieten wie etwa dem Bezirk Horn (NÖ) erprobt wird. Füllstand-Sensoren senden ein Signal aus, sobald sich ein Container füllt. Zusammen mit dem Navigationssystem werden darauf tagesaktuell die optimalen Routen generiert. Dadurch werden Leerfahrten vermieden, und das spart sowohl Zeit als auch Treibstoff.

Ein wichtiger Hebel für eine gute Ökobilanz des Glasrecyclings ist außerdem: 96 Prozent der Straßenwege bei der Altglassammlung werden mit Lkws der höchsten Umweltkategorien (Euro V, VEEV und VI) absolviert. 67 Prozent des Altglases wird umweltfreundlich per Bahn zu den drei österreichischen Glaswerken transportiert.


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Bilder und Grafiken

Eine Million Tonnen Verpackungen

Grafik Anteil Glas
© ARA / AGR

Eine Million Tonnen Verpackungen haben die österreichischen Haushalte 2018 gesammelt, davon 237.000 Tonnen Glas.

Glasrecycling-Quote für 2025 schon mehr als erfüllt

Grafik Recylingziel
© Eurostat / ARA
Das EU-Ziel für Altglas-Recycling ist für 2025 mit 70 Prozent angesetzt. Österreich erreicht derzeit schon an die 85 Prozent.

Getrenntes bleibt getrennt

Glascontainer
© Austria Glas Recycling
Für eine gute Ausbeute an Recyclingmaterial für Weiß- und Buntglas ist die farbliche Trennung beim Sammeln und beim Transport entscheidend.

Effizientes Leeren der Glascontainer

Glascontainer
© Austria Glas Recycling
Bei Hubbehältern wird der Container per Kran auf den Lkw behoben und per Bodenklappe über den getrennten Weiß- und Buntglasbehältern entleert. Noch effizienter sind Doppelkammerbehälter (Bild), bei denen nur ein Hebevorgang notwendig ist. Glassammel-Lkw, die die für die Entsorgung von Hubbehältern konzipiert sind, fassen 25 Tonnen Altglas. Weitaus weniger effizient sind Lkw, in die das Glas aus (kleineren) Schüttbehältern gekippt wird: Ihre Ladekapazität beträgt lediglich acht Tonnen.

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Glossar

Behälterglas

Sammelbegriff für Glas-Gebinde, die zur Verpackung, Aufbewahrung, Konservierung und zum Transport von Getränken und anderen Flüssigkeiten, Lebensmitteln, chemischen, pharmazeutischen und kosmetischen Stoffen dienen.

Chemisch besteht das für Getränkeverpackungen genutzte Glas zu gut 70 Prozent aus Quarzsand. Weitere Ingredienzien sind Soda, Kalk und Dolomit.

Carbon Footprint

Der CO2-Fussabdruck ist eine ökologische Kennzahl, mit der die Treibhausgas-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus erfasst werden – von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling. Faktoren bei der Glasherstellung sind das Gewicht des Glasbehälters, der Anteil an Altglas in der Produktion, die zurückgelegte Transportdistanz und auch der ökologische Fußabdruck des Transportmittels – ob die Verpackungen etwa per Lkw oder Bahn geliefert werden.

Glasherstellung ist energieintensiv, denn für den Schmelzprozess sind Temperaturen um die 1600 Grad Celsius notwendig. Der Anteil an Altglas bei der Produktion ist entscheidend für den Energieverbrauch: Bei 10 Prozent mehr Altglas werden 3 Prozent Energie und 7 Prozent CO2-Emissionen eingespart.

Leichtglas

Glasverpackungen sind heute rund 40 Prozent leichter als noch vor 20 Jahren – das spart Rohstoffe und Energie bei der Erzeugung, mindert die Transportkosten und macht nicht zuletzt die Verpackungen für Konsumentinnen und Konsumenten attraktiver.

Die Herstellung von Leichtglas, das nicht an Bruchfestigkeit einbüßt, ist durch das Enghals-Press-Blas-Verfahren möglich geworden, das zwar dünnere, aber gleichmäßigere und daher stabilere Wandstärken ermöglicht.

Mehrweg

Mehrweg-Glasverpackungen können bis zu 60 Mal im Umlauf bleiben. Eine einzige Mehrwegflasche ersetzt elf Einweg-Glasflaschen, dabei fallen in Summe 30 Prozent weniger Müll an.

Das mehrfache Wiederbefüllen und die Reinigungsprozesse bedeuten eine stärkere Materialbelastung, weshalb Mehrweg-Flaschen lange Zeit mit deutlich dickeren Wandstärken produziert werden mussten. Innovative Leichtflaschen etwa für Mineralwasser machen die Mehrweg-Option für Konsumentinnen und Konsumenten wieder attraktiver. In der Gastronomie kommen Mehrweg-Gebinde häufiger zur Anwendung. Spitzenreiter beim Mehrweg-Anteil in Österreich ist Bier mit knapp 70 Prozent.

Getränkeabfüller benötigen für Mehrweg-Gebinde zusätzliche Logistik für die Rückführung und die Reinigung des Leerguts.

Recycling

Glas kann ohne Qualitätsverlust, das heißt unendlich oft, zu 100 Prozent recycelt werden. Ein Glas, das heute in Österreich im Umlauf ist, besteht bereits zu etwa 70 Prozent aus Altglas.

Bei der heimischen Altglassammlung werden seit Jahren Recyclingquoten von über 80 Prozent erreicht, im EU-Durchschnitt sind es um die 70 Prozent. 2018 wurden in Österreich 249.000 Tonnen Glas gesammelt, der Anteil der Haushalte war 237.000 Tonnen. Dafür stehen insgesamt 68.000 Glascontainer zur Verfügung.

Verarbeitet wird das Altglas in drei österreichischen Glaswerken – in Pöchlarn (NÖ), Kremsmünster (OÖ) sowie Köflach (St).


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