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Produzierender Bereich: Erläuterungen zur Kammersystematik

Konjunkturstatistik und Kammersystematik

Die Zusammenstellung von Daten in dieser Publikation aus den Bereichen Beschäftigung, Verdienste, Arbeitseinsatz und Produktion versucht, einen Überblick über den gesamtwirtschaftlichen Stellenwert des Produzierenden Bereichs zu geben und die wirtschaftliche Situation der verschiedenen Branchen - schwerpunktmäßig die Industriefachverbände - zu beleuchten.

Die Daten dieser Publikation entstammen der 1996 nach EU-Vorgaben eingeführten Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich. Der Produzierende Bereich umfasst in der Definition der europäischen Klassifikation der Wirtschaftstätigkeiten NACE Rev. 2 die Abschnitte B (Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden), C (Herstellung von Waren), D (Energieversorgung), E (Wasserversorgung & Abfallwirtschaft) und F (Bau). Die hier veröffentlichten Daten wurden aus der Konjunkturstatistik durch eine Sonderauswertung in der Kammersystematik gewonnen.

Erfassungsgrad

Bei der Konjunkturstatistik im Produzierenden Bereich handelt es sich um keine Vollerhebung: Die Erhebung für die Konjunkturstatistik erfolgt im Wesentlichen so, dass für jede Branche des Produzierenden Bereichs soviele Betriebe mit Aktivitätsschwerpunkt im betreffenden Wirtschaftszweig einbezogen werden, dass mindestens 90% der Branchen-Produktion erfasst werden. Auf jeden Fall sind jene Betriebe und Unternehmen meldepflichtig, die 20 oder mehr Personen beschäftigen(incl. selbständig und geringfügig Beschäftigte und Fremdpersonal).

Bei Nichterreichung der 90% Abdeckung durch das Beschäftigtenkriterium erfolgt nicht wie bisher das Absenken der Beschäftigungsgrenze, sondern die Einbeziehung aller Unternehmen je NACE 2-Steller mit mehr als 1 Mio. EURO Umsatz in den 12 Monaten vor Stichtag.

Durch den hohen Beitrag der größeren Unternehmen zum Produktionsvolumen werden aber weit weniger als 90% der Betriebe erfasst: Von den am Ende des Jahres 2016 vorhandenen rund 5.789 Betrieben im Bereich Industrie, erfasste die Konjunkturstatistik (Dezember 2016) rund 2.352 Betriebe. Das sind rund 41%. 

Achtung: Diese 90%-Repräsentativität in der Produktion gilt nur auf gesamtösterreichischer Ebene! Da die Stichprobe keine regionale Schichtung aufweist, kann bei entsprechender regionaler Branchenkonzentration der Anteil der erfassten Produktion in manchen Bundesländern weit unter 90% liegen. Gemildert wird dieser Umstand aber dadurch, dass zumindest alle Betriebe von Unternehmen ab 20 Beschäftigten in der Stichprobe enthalten sind.

Gliederung

Um aus den in der NACE-Gliederung erhobenen Informationen Daten in der Gliederung der Kammersystematik zu erhalten, ist es notwendig, jeden Betrieb seinem Tätigkeitsschwerpunkt gemäß einer Fachorganisation zuzuordnen. Bei dieser "Umklassifizierung" wird die Gesamtheit der Konjunkturdaten des Betriebs nur einer Fachorganisation zugerechnet, unabhängig davon, ob der Betrieb eine kammersystematisch homogene Produktion aufweist oder nicht.

Ein gravierender Nachteil, der mit dieser Umklassifizierung in Kauf genommen werden muss, liegt im Verlust der Mindestrepräsentativität von 90% der erfassten Produktion: Da die Betriebe, die einer Fachorganisation zugeordnet werden, aus verschiedenen NACE-Abteilungen stammen können, lässt sich nicht mehr angeben, welcher Prozentsatz der Fachorganisations-Produktion tatsächlich erfasst wird. Damit fehlt auch das Wissen über die Repräsentativität der Ergebnisse bezüglich der Beschäftigten, der Verdienste etc.

Dieser ‘Vermischung’ verschiedener NACE-Abteilungen innerhalb von Fachorganisationen ist es auch anzulasten, dass bei einer Aufarbeitung der Daten nach der Kammersystematik keine für die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung wichtigen Auftragsdaten ausgewiesen werden können: Da Auftragseingänge, -storni und -bestände nicht für alle NACE-Abteilungen erhoben werden, ‘vermischen’ sich bei der ‘Umklassifizierung’ in die Kammersystematik Betriebe mit Auftragsmeldung und solche ohne eine entsprechende Meldepflicht.

Problemzonen 

  • Abgrenzung von Industrie und Gewerbe
  • Herausfallen kleinerer Betriebe, die unter einer bestimmten, durch die Anzahl der Beschäftigten definierten Schwelle bleiben.
  • Nichterfassen von Betrieben, die keine Tätigkeit im Rahmen des Produzierenden Bereichs im Sinne der Abgrenzung nach der NACE Rev. 2 ausüben. Beispiel: Audiovisions- u. Filmindustrie, industrielle KFZ-Reparaturen, Wäschereien, etc.
  • Statistische Einheiten: Die Einheiten sind nicht "fachorganisations-homogen". Statt dessen werden Betriebe mit allen Merkmalen ihrem Tätigkeitsschwerpunkt gemäß nur einer Fachorganisation zugeordnet.

Das heißt zusammenfassend: Die nachstehenden Tabellen decken weder alle Betriebe der entsprechenden Fachorganisationen, noch sämtliche Beschäftigten oder das gesamte Produktionsvolumen ab.

Kennzahlen

Zur Verbesserung der Interpretierbarkeit der Konjunkturstatistik-Ergebnisse wurde eine Reihe von Kennzahlen gebildet, die Information in Form von Verhältniszahlen bereitstellen. Diese Indikatoren besitzen ihre Aussagekraft in relativer Unabhängigkeit gegenüber Unschärfen bei der Kontrolle der Erhebungsmasse.

Tabellenaufbau: Die in den Tabellen und Bundesländerübersichten als leer ausgewiesenen Felder bedeuten, dass die entsprechende Position entweder nicht besetzt oder aber geheimzuhalten ist. Aus diesem Grund müssen Randsummen nicht mit der Summe der besetzten Felder übereinstimmen! 

Klassifikation

Die folgende Klassifikationsübersicht vermittelt einen unmittelbaren Eindruck, welche Aktivitäten im Rahmen der Sonderauswertung erfasst sind. Für das Gewerbe, für das in dieser Publikation nur Gesamtergebnisse ausgewiesen werden, wird anhand dieser Aufstellung ersichtlich, welche Bundesinnungen von der Konjunkturerhebung grundsätzlich umfasst werden. Auf Grund des 'Beschäftigungskriteriums' für die Erfassung von Unternehmen sind die einzelnen Bereiche vor allem im Gewerbe sehr unvollständig repräsentiert.

Kurzbezeichnung IndustrieKammersystematik
Bergwerke und StahlKS 2010
MineralölindustrieKS 2020
Stein- und keramische IndustrieKS 2030
GlasindustrieKS 2040
Chemische IndustrieKS 2050
PapierindustrieKS 2060
PROPAK - Produkte aus Papier & KartonKS 2070
BauindustrieKS 2090
HolzindustrieKS 2100
Nahrungs- und Genussmittelindustrie (Lebensmittelindustrie)KS 2110
Textil-, Bekleidung-, Schuh- und LederindustrieKS 2120
Gas- und WärmeversorgungsunternehmungenKS 2130
NE-MetallindustrieKS 2150
Maschinen-, Metallwaren- und GießereiindustrieKS 2160
FahrzeugindustrieKS 2170
Elektro- und ElektronikindustrieKS 2180
Kurzbezeichnung Gewerbe Kammersystematik 
Baugewerbe KS 1010
Dachdecker, Glaser und Spengler KS 1030
Hafner, Platten-, Fliesenleger und Keramiker KS 1040
Maler und Tapezierer KS 1050
Bauhilfsgewerbe KS 1061
Steinmetze KS 1062
Holzbau KS 1070
Tischler und der Holzgestaltenden Gewerbe KS 1080
Metalltechniker KS 1100
Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker KS 1110
Elektro-, Gebäude-, Alarm und Kommunikationstechniker KS 1120
Kunststoffverarbeiter KS 1130
Mechatroniker KS 1140
Kraftfahrzeugtechniker KS 1151
Karosseriebautechniker, Karosserielackierer und der Wagner KS 1152
Kunsthandwerke KS 1160
Mode- und Bekleidungstechnik KS 1170
Gesundheitsberufe KS 1180
Bäcker KS 1191
Fleischer KS 1192
Konditoren KS 1193
Müller und Mischfutterhersteller KS 1194
Nahrungs- und Genussmittelgewerbe KS 1195
Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure KS 1200
Gärtner und Floristen KS 1210
Berufsfotographen KS 1220
Chemisches Gewerbe und der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger KS 1230
Friseure KS 1240
Rauchfangkehrer und Bestatter KS 1250
Gewerblichen Dienstleister KS 1261
Biomasseerzeuger KS 1262
Personenberatung und Personenbetreuung KS 1270
Persönliche Dienstleister KS 1280
Film- und Musikwirtschaft KS 1290
Druck KS 7060
Abfall- und Abwasserwirtschaft KS 7010

Begriffserklärung

Die einzelnen Tabellen stützen sich auf mehrere verschiedene Beschäftigten- und Produktionsbegriffe. Diese sollen hier kurz erklärt werden:

  • Produktion: Technische Gesamtproduktion = Eigenproduktion des Betriebs für Absatz und für interne Leistungen und Lieferungen + Durchgeführte Lohnarbeit; Diese Größe spiegelt die Produktion des Meldebetriebs wieder, die in der Erhebungsperiode in ‘Eigenregie’ oder für andere, unternehmensfremde Betriebe fertiggestellt wurde. Für die zeitliche Zuordnung ist der Zeitpunkt der Produktion maßgeblich. 
  • Abgesetzte Produktion = An andere Unternehmen od. Haushalte verkaufte Produktion; Diese Größe gibt die während der Meldeperiode vom Betrieb fakturierte Erzeugung an. Für die zeitliche Zuordnung ist der Zeitpunkt des Verkaufs maßgeblich.
    Beschäftigte: Beschäftigte = Falls nicht in der jeweiligen Fußnote anders definiert: Eigenpersonal (= Im Betrieb selbständig und unselbständig Tätige sowie mithelfende Familienangehörige inkl. extern Tätige aber ohne Fremdpersonal)  
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