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Ein Blumenstrauß, lose umwickelt von einem schwarzen Band, mit weißen Blumen auf weißem Hintergrund in der linken unteren Bildhälfte
© New Africa | stock.adobe.com
Gärtner und Floristen, Landesinnung

Premiere in Graz: "Ort der Erinnerung" öffnete Raum für Trauer und Dialog

Mit dem "Ort der Erinnerung" wurde Anfang April am Mariahilfer Platz in Graz ein außergewöhnliches Zeichen gesetzt: Vier Tage lang – von 7. bis 10. April 2026 – verwandelte sich der öffentliche Raum in einen offenen Ort für Trauer, Austausch und bewusstes Innehalten.

Lesedauer: 3 Minuten

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21.04.2026

Im Zentrum stand eine begehbare Installation, die den Tod sinnbildlich aus seiner gesellschaftlichen Tabuzone holte. Eine symbolische Grabstelle, eingebettet in eine parkähnliche Gestaltung mit Bäumen, Pflanzen und Sitzgelegenheiten, lud BesucherInnen dazu ein, zu verweilen. Besonders der "Baum der Erinnerung" wurde zu einem emotionalen Mittelpunkt: Zahlreiche Menschen nutzten die Möglichkeit, Gedanken, Fragen und persönliche Botschaften auf Kärtchen festzuhalten und sichtbar zu machen. 

"Schon während des Aufbaus war das Interesse enorm – viele Menschen sind stehen geblieben, haben nachgefragt und erste Gespräche geführt", freut sich Friedhofsgärtner Thomas Hirschbeck über die gelungene Premiere. "Die Aktion war ein voller Erfolg: Es entstanden berührende Begegnungen, Menschen kamen ins Gespräch und teilten ihre Gedanken. Ein besonderes Highlight war der blühende Birnbaum mit den zahlreichen Kärtchen und persönlichen Botschaften.“ 

Andreas Konecky, Landesinnungsmeister-Stellvertreter in Graz und Branchengruppensprecher der Friedhofsgärtner in der Steiermark, ergänzt: „Die Resonanz in diesen vier Tagen war überaus positiv. Besonders erfreulich war das große Interesse quer durch alle Altersgruppen, von BranchenvertreterInnen bis hin zu einer Schulklasse. Insgesamt gab es eine großartige Zusammenarbeit aller Beteiligten und ein sehr schönes, wertschätzendes Miteinander.“ 

Offener Raum für Begegnung und Reflexion 

Die Initiative richtete sich bewusst an alle Generationen und schuf einen niederschwelligen Zugang zu einem oft verdrängten Thema: dem Tod. Leitfragen wie "Was bedeutet Trauer?", "Was bedeutet Erinnerung?" und "Was bedeutet Gedenken?" regten zur persönlichen Auseinandersetzung an. Die eigens gestaltete "Friedhofsbank" entwickelte sich dabei zu einem wichtigen Ort für Gespräche, Begegnungen und stille Unterstützung. 

Vielfältiges Programm  

Ergänzt wurde der "Ort der Erinnerung" durch ein vielseitiges Rahmenprogramm. TrauerrednerInnen und psychologisch geschultes Fachpersonal standen ebenso für Gespräche zur Verfügung wie musikalische Beiträge und Fachvorträge zu Themen wie Vorsorge und digitalem Nachlass Impulse setzten. Eine besondere Rolle kam zudem der floralen Gestaltung zu: Floristin Petra Hütter fertigte vor Ort Kränze und Arrangements und machte so die emotionale Ausdruckskraft von Blumen unmittelbar erlebbar. 

Starkes Zeichen für Erinnerungskultur und Nachhaltigkeit 

Ein zentrales Anliegen der Initiative war es, die Bedeutung von Trauerritualen und Erinnerungskultur stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Gleichzeitig wurde die Rolle von FloristInnen, FriedhofsgärtnerInnen und weiteren Berufsgruppen wie Bestatter:innen hervorgehoben, die mit ihrer Arbeit wesentlich zu würdevollen Abschieden beitragen. 

Auch Nachhaltigkeit spielte eine wichtige Rolle: Die Installation wurde bewusst ressourcenschonend konzipiert, viele Materialien sind wiederverwendbar. Nach Veranstaltungsende wurde der Ort rückgebaut – ein Zeichen für einen achtsamen Umgang mit Ressourcen, auch im Kontext von Abschied und Gedenken. 

Ein Impuls, der nachwirkt 

Der "Ort der Erinnerung" hat gezeigt, wie groß das Bedürfnis nach offenen Räumen für Trauer und Austausch ist. Die Initiative setzte einen nachhaltigen Impuls für einen bewussteren und gemeinschaftlicheren Umgang mit Tod und Abschied. Und sie machte deutlich: Trauer verbindet – und braucht Orte, an denen sie sichtbar sein darf. 

Rückfragehinweise:

Nähere Informationen und Bilder gibt es beim Blumenbüro Österreich, Laxenburger Straße 367, 1230 Wien, Telefonnummer: +43/1/615 12 98, E-Mail: office@blumenbuero.or.at, Homepage: www.ihr-florist.at

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