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Export Hamburger Hafen Niklas Pixabay
© Niklas | pixabay.com
Metalltechnische Industrie, Fachgruppe

EU–Mercosur-Abkommen: Key Facts für die metalltechnische Industrie in der Steiermark

Mit dem am 17. Jänner 2026 unterzeichneten EU–Mercosur‑Abkommen entsteht die größte Freihandelszone der Welt. Für die metalltechnische Industrie in der Steiermark – insbesondere Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeugindustrie, Metallverarbeitung und industrielle Komponenten – bedeutet das vor allem Wachstumspotenzial, niedrigere Exportkosten, besseren Rohstoffzugang und leichteren Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen.

Lesedauer: 1 Minute

21.01.2026

Kernpunkte des Abkommens

Zollabbau: Mercosur senkt binnen max. 15 Jahren Zölle auf 91 % der EU‑Waren; teils fallen vormals 14–35 % (v.a. Maschinen, Fahrzeuge) schrittweise auf 0.

Abbau technischer/regulatorischer Hemmnisse: vereinfachte Zulassungen, klarere Standards und Verfahren.

Öffentliche Ausschreibungen: Zugang zu Mercosur‑Vergaben (Infrastruktur, Energie, Verkehr).

Nachhaltigkeit & Schutzklauseln: verbindliche Umwelt‑ und Arbeitskapitel, strenge SPS‑Standards; temporäre Schutzinstrumente bei Marktstörungen.

Bedeutung für die metalltechnische Industrie in der Steiermark

Wettbewerbsvorteil durch Zollabbau: Hohe bisherige Zölle (teilweise 14–35 %) entfallen – steirische Industrieprodukte werden preislich attraktiver bzw. margenstärker.

Erleichterter Marktzugang für Hochtechnologie: Begünstigt werden Industrieanlagen, Fahrzeugkomponenten, Energie‑ und Umwelttechnik, Automatisierung und Messtechnik.

Rohstoffsicherung: Besserer Zugang zu Lithium, Kupfer und Niob – zentral für Elektromobilität, Hochleistungswerkstoffe und Elektronik.

Öffentlich finanzierte Großprojekte: Investitionsschwerpunkte in Energie, Transport und Infrastruktur eröffnen Chancen für steirische Anlagenbauer und Zulieferer.

Services & Präsenz: Montage, Inbetriebnahme, Wartung und Niederlassung werden planbarer – wichtig für Lifecycle‑Geschäftsmodelle. 

Wirtschaftliche Relevanz

1.110 österreichische Unternehmen exportieren in die Mercosur‑Staaten; davon sind rund 67 % KMU.

Geschätzte jährliche Zollersparnis für österreichische Exporte: rund 88 Mio. Euro durch den Abbau der Zölle auf 91 % der Waren.

Österreichische Exporte in den Mercosur liegen bei über 1 Mrd. Euro; seit Jahren besteht ein Handelsüberschuss.

Relevante Exportsektoren: u. a. Maschinen und Elektrogeräte, Stahlprodukte, Chemikalien, Messgeräte (für die metalltechnische Industrie besonders einschlägig).

Industriepolitische Wirkung: Diversifizierung der Lieferketten, verbesserter Zugang zu strategischen Rohstoffen (z. B. Lithium, Niob).

Risiken & To‑dos

ESG‑/Nachhaltigkeitsnachweise und Lieferkettensorgfalt (inkl. Entwaldungs‑Compliance) fest verankern.

Präferenznutzung professionalisieren: Ursprungsregeln (Statement on Origin), HS‑Code‑Analyse und Zeitpläne je Produkt.

Wettbewerbsvorteil früh sichern: lokale Partner, Service‑Set‑up, Teilnahme an Ausschreibungen vorbereiten.

Makro‑ und Wechselkursrisiken absichern (Finanzierung, Hedging, Incoterms).

Fazit

Das EU–Mercosur‑Abkommen bietet der metalltechnischen Industrie in der Steiermark klare Wachstumschancen. Die Kombination aus Zollentlastung, Marktzugang (inkl. Vergabe), stabilerem Rohstoffzugang und planbareren Regelwerken stärkt die Wettbewerbsfähigkeit – vorausgesetzt, Unternehmen bereiten Präferenznutzung, ESG‑Compliance und Markteintritt proaktiv vor.

Weiterführende Links

Handelsabkommen EU-Mercosur - WKO

Made in Austria. Ready for Mercosur. - WKO

WKÖ-Schultz: Unterzeichnung des EU-Mercosur-Abkommens ist Meilenstein, jetzt ist die rasche Ratifizierung entscheidend - WKO

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