54. Vorarlberger Bautage: Situation herausfordernd – Branche zeigt Stärke
Traditionell treffen sich Vorarlbergs Bauunternehmer am Jahresbeginn zu einem Branchenaustausch im Rahmen der Vorarlberger Bautage. 2026 wird von Herausforderungen geprägt sein, die Vorarlberger Bauwirtschaft zeigt sich jedoch entschlossen, den rauen Rahmenbedingungen die Stirn zu bieten.
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Die konjunkturellen Rahmenbedingungen haben sich im vergangenen Jahr leider nicht derart entspannt, wie es sich die Branche erhofft und Analysten erwartet hätten - die österreichische Wirtschaft steckt im dritten Rezessionsjahr in Folge. Für das Jahr 2026 rechnet das WIFO mit einem Wachstum von 1,2 Prozent, gemäß den Prognosen soll die österreichische Wirtschaft wieder etwas Fahrt aufnehmen. Auch geopolitischen Verwerfungen sowie globale politische Unsicherheiten wirken sich auf die Entwicklung der europäischen Wirtschaft aus.
„Im Wohnbaubereich weisen erste Indikatoren auf eine leichte Entspannung hin. Dennoch bleibt das Umfeld für die Betriebe auch im Jahr 2026 herausfordernd“, erklärt Hilmar Müller, Fachgruppengeschäftsführer in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Die heimische Bauwirtschaft, die allein in Vorarlberg für einen Produktionswert von rund 1,2 Milliarden Euro verantwortlich ist, bleibt jedoch krisenerprobt. Sie agiert mit Bodenhaftung und langfristiger Perspektive. Rund 4.100 Beschäftigte im Vorarlberger Baugewerbe tragen tagtäglich dazu bei, dass die Branche trotz erschwerter Bedingungen ihre Stärken einsetzt.
„Die Bauunternehmen in Vorarlberg, oft Familienbetriebe mit einer hohen regionalen Verantwortung, benötigen jedoch dringend verbesserte Rahmenbedingungen“, betont Innungsmeister Johannes Wilhelm. Überbordende Vorschriften und Dokumentationspflichten schränken den unternehmerischen Handlungsspielraum massiv ein – hier müssen nach Worten endlich Taten folgen, hält Wilhelm fest und betont, dass nun die Landespolitik gefordert sei, die angekündigten Vereinfachungen auch umzusetzen. Auch von Behördenseite wird ein stärkeres unternehmerisches Denken und ein lösungsorientiertes Handeln erwartet.
Als Lichtblick gelten die angekündigten Investitionen in die Infrastruktur, die wesentliche Impulse setzen sollen. Allein das Straßenbauprogramm 2026 sieht ein Gesamtbudget von etwa 19 Millionen Euro vor, wovon 48,7 Millionen Euro in Neubauprojekte fließen sollen. Rund 240 Millionen Euro werden im Rahmen des ÖBB-Rahmenplans 2024–2029 in den Schienenverkehr Vorarlbergs investiert, darunter die Modernisierung der Strecke Feldkirch – Buchs, der zweigleisige Ausbau der Ausfahrt Bludenz in Richtung Arlberg, sowie die Geschwindigkeitserhöhung im Arlbergtunnel.
„Vor dem Hintergrund der wirtschaftlich herausfordernden Situation war es wichtig auch 2026 Investitionen hochzuhalten“, erklärt Landesrat Marco Tittler anlässlich seines Besuchs bei den Bautagen. „Nun gilt es die Rahmenbedingungen, insbesondere die landesgesetzlichen Regelungen so zu schaffen, dass die Branche die wirtschaftlichen Herausforderungen bestmöglich meistern kann. Dies sichert Arbeitsplätze und stärkt den Wirtschaftsstandort Vorarlberg. Zu diesem Zweck werden 2026 nicht nur das Raumplanungsgesetz, sondern auch die Bautechnikverordnung und das Baugesetz überarbeitet. Für diese Änderungen ist die Mitarbeit der Branche unerlässlich“ führt Tittler abschließend aus.