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EU-Mercosur-Abkommen ist wichtiges Signal für Europas wirtschaftliche Handlungsfähigkeit.
© Lisa Mathis

WKV-Kopf begrüßt Ja zum EU-Mercosur-Abkommen

„Das ist die richtige Antwort auf, geopolitische Verwerfungen, Handelskonflikte und höhere Zölle mit klaren Vorteilen für Europa und Österreich“. Ökonomen erwarten ein zusätzliches Exportpotenzial von rund 1 Mrd. Euro.

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Aktualisiert am 09.01.2026

„In Zeiten geopolitischer Spannungen und zunehmender Handelsbarrieren braucht Europa verlässliche Partnerschaften mehr denn je. Das EU-Mercosur-Abkommen ist ein entscheidender Schritt dazu. Wer das nicht versteht, schadet unserer Wettbewerbsfähigkeit“, betont WKV-Präsident Karlheinz Kopf. 

Der freie Welthandel hat konkrete Errungenschaften hervorgebracht, indem er Handelshemmnisse reduziert, Investitionssicherheit geschaffen und Millionen von Menschen neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnet hat. „Freihandelsabkommen müssen fair und ausgewogen sein – genau das wurde beim EU-Mercosur-Abkommen erreicht. Die Anliegen der Landwirtschaft wurden ernst genommen und weitgehend berücksichtigt", sagt Kopf. 

Internationale Märkte seien keine Selbstläufer. Vorarlbergs beachtliche Exportzahlen in schwierigen Zeiten basieren auf großem unternehmerischem Einsatz. „Mit dem Mindset so mancher Gegner des Abkommens wären wir heute nicht mal in der EU und müssten auf viele Vorteile des Binnenmarktes verzichten. Die Blockadehaltung der Landwirtschaft ist unverständlich. In den Bereichen, wo es Verwerfungen geben könnte, wie Rindfleisch, Geflügel oder Zucker, wurden sehr starke Schutzklauseln und Ausgleichszahlungen verhandelt, also die Sorgen wirklich ernst genommen. Klar ist aber auch, dass irgendwer das Geld verdienen muss, das wieder verteilt werden soll“.

Umso bedauerlicher ist sei es, dass Österreich dennoch bis zuletzt keine Zustimmung geben konnte, obwohl das Land klar davon profitiere. Jetzt brauchte es Tempo: „Das Abkommen muss auf europäischer Ebene finalisiert und rasch unterzeichnet werden.“

Österreichs Exportwirtschaft konnte in den vergangenen Jahren wichtige Exporterfolge in den Mercosur-Ländern erzielen: In den vergangenen zehn Jahren (2014-2024) konnten heimische Unternehmen ihre Ausfuhren in die vier südamerikanischen Staaten um 47,4 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro steigern. Zudem weisen Analysen des International Trade Center (ITC) für heimische Unternehmen ein zusätzlich nutzbares Exportpotenzial in diesen Ländern von mehr als einer Milliarde Euro aus.

„Die heimische Exportwirtschaft steht unter massivem Druck. Das Abkommen verschafft unseren Exportbetrieben – und hier vor allem KMU – einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten aus anderen Weltteilen wie vor allem China“, unterstreicht Kopf.