Sparte Industrie
Was ist das Dashboard Energie-Zukunft?
Dashboard Energie-Zukunft
Lesedauer: 3 Minuten
20.01.2026
Eine auch in Zukunft gesicherte, wettbewerbsfähige und nachhaltige Energieversorgung ist für Österreichs Unternehmen eine unabdingbare Voraussetzung für ihre Tätigkeit.
Daher illustriert das Dashboard mit seinen Indikatoren Energie-Themen mit Bezug zur Wirtschaft und insbesondere Industrie.
Sie sollen…
- die Einschätzung von Situationen erleichtern
- Entwicklungen veranschaulichen und Argumente untermauern
- Verbesserungsbedarf und Perspektiven aufzeigen
- Das Dashboard versteht sich als Ergänzung zu anderen, meist allgemeineren, Informationsquellen, die keinen Raum für die Perspektive der Industrie bieten.
Es beinhaltet…
- eigens entwickelte Kennzahlen und Abbildungen basierend auf Detailauswertungen zur heimischen Industrie und
- kommentierte Verlinkungen zu ausgewählten relevanten Websites und Datenquellen, für ein rasches Auffinden aktueller Informationen.
Summary
Energieversorgung und Dekarbonisierung
- Der Verbrauch von Gas und Strom in der Industrie sinkt seit 2021, während der Anteil biogener Energieträger zugenommen hat. Speziell beim Umwandlungseinsatz in KWK-Anlagen hat Biomasse bereits den größten Anteil.
- Der produzierende Sektor nimmt mit 24 TWh den größten Anteil am österreichischen Gesamtstromverbrauch ein. Gegenüber 2021 ging dieser Anteil allerdings von 43% auf 38,5% zurück.
- Durch die zunehmende Elektrifizierung wird der Stromverbrauch in Österreich laut Prognosen stark ansteigen. In der Industrie war zuletzt der Stromverbrauch allerdings in nahezu allen Branchen rückläufig, insbesondere was den Bezug vom Netz betrifft.
- Dieser Rückgang steht im Gegensatz zu vielen Dekarbonisierungsstrategien. Für den zunehmenden Einsatz von PV-Anlagen in der Industrie zur Eigenversorgung liegen allerdings keine gesicherten Daten vor. Abschätzungen zeigen, dass eine Erhöhung der Eigenstromversorgung den Rückgang im Netzstrom-Bezug aufgewogen haben könnte.
- Mit steigenden Energiepreisen ab 2020 ging der Gas- und Stromverbrauch der Industrie deutlich zurück. Diese Entwicklung hielt auch nach den Höchstwerten im Sommer 2022 an und setzt sich trotz gesunkener Preise fort.
Versorgungssicherheit und Energiepreise
- Der starke Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung bedingt einen hohen Bedarf an Speicherkapazitäten und Netzinfrastruktur. Redispatch-Eingriffe zur Netzstabilisierung verursachten 2023 Kosten von über 130 Millionen Euro. Die Kosten für den Umbau des Stromsystems werden mit rund 60 Mrd. Euro bis 2040 abgeschätzt.
- Mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine ist die Versorgungssicherheit mit Gas für die Industrie zu einem zentralen Standortfaktor geworden. Mit dem Wegfall der Pipeline-Lieferungen aus Russland ab 2025 nehmen Erdgaslieferungen aus Norwegen und LNG-Importe über Deutschland und Italien eine zentrale Rolle ein.
- Die Gaspreise in Europa liegen fast viermal so hoch wie in den USA. Die USA weisen niedrige Erzeugungskosten bei inländischer Förderung auf und sind von Gasimporten unabhängig.
- Die Industriestrompreise in Österreich sind nach 2021 und 2022 wieder gesunken – trotzdem liegen sie deutlich über dem EU-Durchschnitt und um mehr als das Doppelte über den Preisen in den USA und in China.
- Der Bedarf an Wasserstoff steigt zunehmend, die heimischen Erzeugungskapazitäten bleiben limitiert. Daher werden große Mengen importiert werden müssen.
Standort und Wettbewerbsfähigkeit
- Die Aufwendungen für Brenn- und Treibstoffe steigen ab 2021 massiv an, während der Energieeinsatz kaum zunimmt. Die Kostensteigerungen sind preisbedingt und werden nicht durch höheren Verbrauch verursacht.
- Der Anteil der energieintensiven Industrie am gesamten Produktionswert Österreichs hat sich seit 2020 fast verdoppelt, da infolge gestiegener Energiepreise mehr Branchen energieintensiv sind.
- Die Industrie, insbesondere die energieintensive Industrie, weist eine zunehmende strukturelle Verwundbarkeit gegenüber anhaltend hohen Energiekosten auf.
- Die energieintensive Industrie sichert in Summe rund 607.000 Arbeitsplätze in Österreich und trägt mit 51 Mrd. Euro mittel- und unmittelbar zur Wertschöpfung der heimischen Volkswirtschaft bei.
- Im Jahr 2023 brach die Produktion der Industrie infolge wirtschaftlicher Unsicherheiten und anhaltend hoher Energiepreise ein, wodurch der Energieverbrauch sinkt. Die Energiekostenintensität bleibt weiterhin hoch.