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WIFI Wien
© Gary Pippan

KI-Hype kühlt ab: In der Weiterbildung zählt jetzt der konkrete Nutzen

Eine aktuelle OGM-Umfrage im Auftrag des WIFI Wien zeigt: Künstliche Intelligenz bleibt in der beruflichen Weiterbildung relevant, wird aber deutlich nüchterner bewertet. Entscheidend sind Praxisnähe, konkrete Anwendung und beruflicher Mehrwert.

Lesedauer: 4 Minuten

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Aktualisiert am 28.04.2026

Der erste KI-Hype in der Erwachsenenbildung ist vorbei. Gefragt sind nicht mehr digitale Versprechen oder technologische Schlagworte, sondern konkrete Anwendungen mit erkennbarem Nutzen. Das zeigt eine aktuelle OGM-Umfrage im Auftrag des WIFI Wien.

Nach der Euphorie folgt die Relevanz: Technologie muss unterstützen, nicht dominieren. Entscheidend ist jetzt, ob technologische Entwicklungen im beruflichen Alltag wirklich weiterhelfen

 KI wird praktischer bewertet

Die Umfrage zeigt eine klare Verschiebung von der Technikbegeisterung hin zur Anwendbarkeit. Digitale Bildungsplattformen verlieren von 46 auf 32 Prozent an Zustimmung, automatisierte Lernpfade von 33 auf 16 Prozent.
Gleichzeitig gewinnen konkrete KI-Formate an Bedeutung. Praktische KI-Übungen steigen von 20 auf 30 Prozent, KI-Assistenten zur Lernbegleitung von 17 auf 24 Prozent.

Weiterbildung gewinnt an Bedeutung

45 Prozent der Wienerinnen und Wiener planen in den kommenden zwei Jahren eine berufliche Weiterbildung. Im Jahr 2025 waren es noch 39 Prozent.
Der Anteil der Unentschlossenen ist von 9 auf 13 Prozent gestiegen. Die klare Ablehnung ist von 52 auf 42 Prozent zurückgegangen. Mehr Menschen ziehen Weiterbildung also ernsthaft in Betracht, entscheiden sich aber bewusster.
„Weiterbildung ist für viele Menschen heute keine reflexhafte Maßnahme mehr, sondern eine bewusste Zukunftsentscheidung. Gerade deshalb braucht es Angebote, die praxisnah sind, Orientierung geben und konkret im Beruf weiterhelfen“, so Faymann. 

Karrierenutzen bleibt entscheidend

Auch klassische Vorbehalte gegenüber Weiterbildung verlieren an Gewicht. Der häufigste Grund gegen Weiterbildung, der fehlende Karrierenutzen, ist von 21 Prozent im Jahr 2025 auf 17 Prozent im Jahr 2026 gesunken.
Weiterbildung überzeugt heute weniger durch Versprechen als durch belegbare Wirkung, Transparenz und Anschlussfähigkeit im Beruf.

Praxisnähe ist das wichtigste Kriterium

Für 65 Prozent ist Praxisnähe das wichtigste Kriterium bei Weiterbildungsangeboten. Damit liegt sie deutlich vor Zertifikaten mit 40 Prozent, Online-Teilnahme mit 34 Prozent und Preis mit 33 Prozent.
Weiterbildung wird also vor allem danach beurteilt, ob sie im Arbeitsalltag konkret wirkt. 

Weiterbildung fast so wichtig wie Abschlüsse 

66 Prozent der Befragten sehen kontinuierliche Weiterbildung und berufsspezifische Zertifikate als starken oder sehr starken Faktor für langfristigen beruflichen Erfolg.
Hochschulabschlüsse kommen auf 69 Prozent, Lehrabschlüsse auf 67 Prozent. Für viele Menschen zählt damit zunehmend weniger der einmalige Abschluss als die Fähigkeit, sich laufend weiterzuentwickeln.

WIFI Wien bleibt bekanntester Anbieter 

Das WIFI Wien bleibt der bekannteste Anbieter in der Erwachsenenbildung. 91 Prozent der Wiener Bevölkerung kennen das WIFI Wien, bei den 18- bis 29-Jährigen liegt die Bekanntheit bei 86 Prozent.
Ausschlaggebend für Bildungsentscheidungen sind laut Umfrage vor allem Relevanz, Praxisnutzen und glaubwürdige Angebote für die Anforderungen einer sich wandelnden Arbeitswelt.

Christian Faymann
© Florian Wieser "Weiterbildung ist für viele Menschen heute keine reflexhafte Maßnahme mehr, sondern eine bewusste Zukunftsentscheidung. Gerade deshalb braucht es Angebote, die praxisnah sind, Orientierung geben und konkret im Beruf weiterhelfen," sagt Christian Faymann, Leiter des WIFI Wien der Wirtschaftskammer Wien.

Die Umfrage „Berufliche Weiterbildung in Wien“ wurde von OGM research & communication im März/April 2026 im Auftrag des WIFI Wien durchgeführt.