Wiener Immobilienmarkt unter Druck, Maklerqualität steigt weiter
IMMY Award 2026 bestätigt Vertrauen trotz Bestellerprinzip und sinkender Mietanzeigen
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Seit 2006 zeichnet die Fachgruppe die besten Wiener Immobilienmakler mit dem IMMY Award aus. Ziel ist es, die Qualität der Mitgliedsunternehmen sichtbar zu machen. Mystery Shopper und kostenlose Feedbackgespräche liefern zusätzlich konkrete Rückmeldungen und Optimierungspotenziale. Das IMMY Siegel dürfen Gewinner zwei Jahre nutzen und machen damit geprüfte Qualität auf einen Blick erkennbar.
Deutlich zeigt sich aber, dass Wienerinnen und Wiener bei der Wahl der Vermarktung und der Vermittlung lieber mit gewerblichen Immobilienmaklern zusammenarbeiten.

Michael Pisecky
Obmann der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder
Die Auswertungen rund um den IMMY Award zeigen eine kontinuierliche Qualitätssteigerung. Gleichzeitig verschärfen sich die Rahmenbedingungen am Wiener Wohnimmobilienmarkt. In bestimmten Segmenten übersteigt die Nachfrage nach Mietwohnungen das Angebot deutlich. Die Arbeitsbelastung steigt, durch das Bestellerprinzip ist das Entgelt auf Mieterseite ersatzlos weggefallen. Dennoch entwickeln sich die Unternehmen weiter positiv.
Bestellerprinzip verändert Marktstruktur deutlich
Mit Einführung des Bestellerprinzips kam es zu strukturellen Veränderungen im Wiener Maklergewerbe. Besonders betroffen waren mittelgroße Unternehmen mit fünf bis neunzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Bereits im zweiten und dritten Quartal 2023 zeigte sich hier ein Rückgang in den veröffentlichten Anzeigen.
Parallel dazu stieg die Zahl kleiner Unternehmen mit bis zu vier Mitarbeitenden langsam an. Diese konnten sich offenbar flexibler an die neuen Rahmenbedingungen anpassen.
Leichte Marktkonzentration ab 2025
In der zweiten Jahreshälfte 2025 erhöhte sich die maximale Mitarbeiterzahl einzelner Unternehmen deutlich. Das deutet darauf hin, dass größere Betriebe ihre Marktposition ausbauen konnten. Insgesamt zeigt sich eine leichte Marktkonzentration zugunsten größerer Anbieter.
Das Anzeigenvolumen bleibt strukturell niedriger als vor Einführung des Bestellerprinzips. Eine mietpreisdämpfende Wirkung ist nicht zu beobachten. Der Markt hat sich an die neuen Rahmenbedingungen angepasst.
Weniger Mietanzeigen, Vertrauen in gewerbliche Makler bleibt hoch
Das Angebot an Mietwohnungen ist seit Einführung des Bestellerprinzips kleiner geworden, die Zahl der Anzeigen geht weiter zurück. Gewerbliche Immobilien werden jedoch schneller vermietet als private Anzeigen.
Gleichzeitig zeigt sich klar, dass Wienerinnen und Wiener bei Vermarktung und Vermittlung bevorzugt mit gewerblichen Immobilienmaklern zusammenarbeiten. Das Vertrauen in Qualität und Expertise der Unternehmen bleibt hoch.
Mit dem IMMY Award werden jährlich die besten Betriebe ausgezeichnet. Über die Plattform immomarktplatz.at erhalten Mitglieder eine kostenlose Onlinevermarktung, neue Objekte sind dort 24 Stunden vor anderen Plattformen verfügbar. Damit leistet die Fachgruppe einen Beitrag zur Qualitätssicherung am Wiener Immobilienmarkt.