Zum Inhalt springen
Neujahrsempfang Sparte Industrie 2026
© Max Slovencik

Wiener Industrie diskutiert Zukunftsthemen beim Neujahrsempfang 2026

Die Sparten Industrie sowie Banken und Versicherungen luden zum traditionellen Neujahrsempfang. Zu Gast waren auch WKW-Präsident Walter Ruck und Stadträtin Barbara Novak.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 30.01.2026

Im prachtvollen Ambiente der Wiener Börsesäle trafen sich die führenden Köpfe der heimischen Wirtschaft und sprachen über die neusten Entwicklungen am Wirtschaftsstandort Österreich. Während sich Martin Hauer, Spartenobmann-Stv. Banken und Versicherungen, über das Auslaufen der KIM-Verordnung und das erfolgreiche Börsejahr 2025 freute, analysiert Stefan Ehrlich-Adám, Spartenobmann Industrie, die neue österreichische Industriestrategie sowie das Freihandelsabkommen Mercosur.

Klares Bekenntnis zum Industrieland Österreich

Er bezeichnete die Industriestrategie Österreich 2035 als insgesamt „wichtigen und längst fälligen Schritt – als klares Bekenntnis dazu, dass Österreich ein Industrieland bleiben und wieder in die erste Liga aufsteigen soll.“ Positiv sei, dass die Regierung „die Industrie erstmals in einer eigenen Strategie bis 2035 ins Zentrum rückt und zentrale Standortfragen anspricht: wettbewerbsfähige Energiepreise, Senkung der Lohnnebenkosten, weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungsverfahren.“

Gleichzeitig machte der Spartenobmann deutlich, dass „ein Papier allein noch keine Wertschöpfung und keinen Arbeitsplatz schafft“ und es jetzt darauf ankomme, ob die angekündigten Maßnahmen bei Stromkosten, Abgabenquote und regulatorischer Planbarkeit tatsächlich in den Betrieben ankommen.

EU‑Mercosur‑Abkommen  nicht weiter verzögern

Im Rahmen des EU‑Mercosur‑Abkommen, zu dem sich die heimische Industrie seit Jahren klar bekennt, erinnerte Ehrlich-Adám daran, dass „eine kleine, hoch offene Volkswirtschaft wie Österreich vom Export, von internationalen Wertschöpfungsketten und vom Zugang zu neuen Märkten lebt“. Schon heute sichern Exporte in die Mercosur-Staaten zehntausende Arbeitsplätze. Daher forderte er, das Abkommen nicht weiter zu verzögern: „Als Industrie sprechen wir uns klar dafür aus, das Abkommen nicht weiter auf die lange Bank zu schieben, sondern – wo immer rechtlich möglich – auch ein vorläufiges Inkrafttreten zu nutzen, um die Chancen für unsere exportorientierten Betriebe rasch zu heben.“ Wer hier zögere, riskiere, dass „andere – etwa USA oder China – die Lücke füllen und europäische sowie österreichische Unternehmen dauerhaft Marktanteile verlieren.“