Zum Inhalt springen
Detailansicht eines rotschwarzen Zapfhahnes, der von Hand mit Handschuh gehalten wird, im Hintergrund im Ausschnitt blauer Lastkraftwagen
© Tomasz Zajda | stock.adobe.com

Wiens Transporteure fordern weitere Entlastung bei Treibstoffkosten

Die Spritpreisbremse mit einer Senkung der Treibstoffkosten ist ein guter Anfang, jedoch bei weitem nicht ausreichend. Die aktuelle Entwicklung ist existenzgefährdend für die Transportbranche.

Lesedauer: 3 Minuten

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Aktualisiert am 31.03.2026

Wolfgang Böhm, Obmann der Wiener Transporteure, appelliert an die Bundesregierung, angesichts der nach wie vor stark steigenden Treibstoffpreise rasch weitere Maßnahmen zur Entlastung der Transportbetriebe zu setzen. Die Spritpreisbremse der Regierung mit einer Senkung um 10 Cent pro Liter sei zwar ein richtiger Ansatz, reiche aber bei weitem nicht aus, um die massiven Mehrkosten im gewerblichen Güterverkehr auch nur annähernd auszugleichen.

Wenn Unternehmen aufgrund der stark gestiegenen Treibstoffkosten nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können und zusperren müssen, dann muss der Staat sich später um mehr Arbeitslose kümmern.

Die geplante Maßnahme setzt sich aus jeweils 5 Cent Senkung der Mineralölsteuer und 5 Cent Reduktion der Margen der Mineralölkonzerne zusammen. Böhm betont jedoch, dass ein Eingriff in Unternehmensmargen wirtschaftspolitisch grundsätzlich bedenklich sei: Eine Entlastung über den Steuerweg wäre der sachlich und langfristig sinnvollere Ansatz.

Volkswirtschaftlicher Schaden

„Wenn ich mir als Referenzwert die Diesel-Einkaufspreise zu Jahresbeginn ansehe – rund 1,16 Euro netto – und diese mit den aktuellen Preisen von 1,70 Euro vergleiche, ergibt sich eine Preissteigerung von mehr als 46 Prozent“, rechnet Böhm vor. „Und ich befürchte, dass die Entwicklung weiter nach oben geht. Das ist allein deshalb dramatisch, weil Diesel je nach Einsatzgebiet bis zu 30 Prozent der Gesamtkosten in der Transportbranche ausmacht.“

Wiens Transporteure sehen daher dringenden Handlungsbedarf, um die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit der Betriebe zu sichern – auch im Interesse des Staates und der Allgemeinheit: „Wenn Unternehmen aufgrund der stark gestiegenen Treibstoffkosten nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können und zusperren müssen, dann muss der Staat sich später um mehr Arbeitslose kümmern“, warnt Böhm. „Das wird am Ende sicher nicht billiger sein, als jetzt mit sinnvollen Entlastungsmaßnahmen gezielt einzugreifen.“

Österreichs Versorgung sichern

Die Wiener Transporteure sprechen sich daher für weitergehende Maßnahmen aus, etwa eine stärkere Senkung der Mineralölsteuer und die Aussetzung der CO₂-Bepreisung. „Denkbar wäre auch eine steuerliche Entlastung für gewerblich genutzten Treibstoff“, schlägt Böhm vor. Nur so könne die Grundversorgung und die heimische Transportlogistik langfristig gesichert werden. „Unsere Fahrzeuge sichern täglich die Versorgung Wiens und ganz Österreichs mit Gütern aller Art – von Lebensmitteln über Baumaterialien bis hin zu medizinischen Produkten“, betont Böhm. 

Wolfgang Böhm, Obmann der Wiener Transporteure
© Florian Wieser „Eine funktionierende Transportwirtschaft ist keine Selbstverständlichkeit, sondern Grundvoraussetzung für eine stabile Wirtschaft und leistbares Leben", sagt Wolfgang Böhm, Obmann der Wiener Transporteure