Bosnien und Herzegowina: Grenzblockade zu EU-Länder aufgehoben
Proteste der Transportunternehmen sind beendet
Lesedauer: 1 Minute
Bosnisch-herzegowinische Lkw-Fahrer haben am 23. März 2026 die Frachtterminals Svilaj und Orašje an der Grenze zu Kroatien blockiert.
Mit dem eintägigen Protest wollten sie gegen Visabestimmungen demonstrieren, die ihren Aufenthalt in der EU auf 90 Tage begrenzen. Die Blockaden wurden noch am selben Tag aufgehoben, nachdem den Fahrern Gespräche mit den Behörden für Mittwoch zugesagt wurden.
Trotz präventiver Verbote in einigen Landesteilen kam es zu Blockaden des Güterverkehrs an mehreren Grenzübergängen. Die Transportunternehmen fordern die Aufhebung von Einreisebeschränkungen sowie nationale Maßnahmen zur Entlastung des Sektors. Weitere Proteste und Grenzblockaden sind nicht ausgeschlossen.
Grund sind die EU-Regeln zum Aufenthalt von Fahrpersonal, die nach Ansicht des Verbandes die Existenz der Transportbranche gefährden. Das Konsortium fordert ein Moratorium sowie einen Sonderstatus für Fahrer:innen aus Bosnien und Herzegowina. Die Forderungen wurden an das Präsidium, den Ministerrat, die Parlamente sowie die Regierungen der Entitäten und zuständigen Institutionen gerichtet. Die Initiative sei nicht politisch motiviert, sondern diene laut Konsortium dem Schutz der Wirtschaft und der Arbeitsplätze.
Hintergrund
Die 90/180-Regelung im Schengen-Raum erlaubt Berufskraftfahrer:innen einen Aufenthalt von maximal 90 Tagen innerhalb von 6 Monaten.
Vertreter:innen der Transportbranche in Bosnien und Herzegowina betonen, dass diese Regelung ihre Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Handel erheblich einschränkt.
Solche Aktionen verdeutlichen die angespannte Lage im Transportsektor. Blockaden könnten den Warenfluss zwischen Bosnien und Herzegowina und der EU erheblich beeinträchtigen und haben daher nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Tragweite.
Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an das AussenwirtschaftsCenter Sarajevo