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Moderne Stadtansicht mit mehreren Hochhäusern unterschiedlicher Bauformen. Im Vordergrund verlaufen mehrspurige Straßen und Hochstraßen mit dichtem Fahrzeugverkehr. Zwischen den Straßen befinden sich Grünflächen mit Bäumen
© zhu difeng | stock.adobe.com

China: Übersicht über Innovationszentren in Peking

Forschung und Innovation in der chinesischen Hauptstadt

Lesedauer: 5 Minuten

China Anlagenbau/Smart Factory Software & IT Life Science & Pharma
28.09.2026

Wenn von chinesischer Innovationskraft die Rede ist, denken viele zunächst an Shenzhen oder Shanghai. Viele übersehen, dass die chinesische Hauptstadt bei Grundlagenforschung, wissenschaftliche Exzellenz und der Konzentration hochqualifizierter Talente weltweit eines der führenden Zentren ist.  

Zu den Schwerpunktindustrien Pekings zählen:

  • Informationstechnologien der nächsten Generation
  • Biomedizin und Gesundheitswirtschaft
  • Wissenschafts- und Technologiedienstleistungen
  • Integrierte Schaltkreise
  • Intelligente Fertigungstechnik und Ausrüstung
  • Energieeinsparungs- und Umweltschutztechnologien
  • Intelligente Fahrzeuge mit alternativen Antrieben
  • Neue Werkstoffe
  • Künstliche Intelligenz
  • Software- und Informationsdienstleistungen 

Im „Hurun Global Unicorn Index 2026“ liegt die Hauptstadt mit 86 Unicorns weltweit auf Rang drei und damit deutlich vor Shenzhen mit 44. Das Hurun Research Institute erfasst darin jährlich alle nicht börsennotierten Start-ups weltweit mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde US-Dollar. 

Im Folgenden eine kurze Darstellung der wichtigsten Innovations-Hubs von Peking: 

Forschung 

Peking investiert seit Jahren rund sechs Prozent seiner Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung und damit mehr als jede andere chinesische Stadt. Über 15% davon fließen in Grundlagenforschung, also in Projekte ohne sofort absehbare kommerzielle Verwertung. In der Stadt gibt es gleich 145 der wichtigsten Forschungsstätten Chinas, die sogenannten „Nationale Schlüssellabore“  (National Key Laboratories), meist angesiedelt bei Universitäten, Forschungsinstituten oder Ministerien. Die Chinesische Akademie der Wissenschaften (Chinese Academy of Sciences) hat in der Hauptstadt ihren Sitz und mit der Tsinghua University und der Peking University liegen beide Spitzenhochschulen wenige Kilometer voneinander entfernt im nordwestlichen Stadtbezirk Haidian. Rund die Hälfte aller Mitglieder der beiden chinesischen Akademien arbeitet in Peking. In dem von Springer Nature herausgegeben „Nature Index“ , welcher erfasst, an welchen Institutionen die Autorinnen und Autoren von Fachartikeln in 145 ausgewählten Spitzenjournalen der Natur- und Gesundheitswissenschaften arbeiten, liegt Peking seit 2016 ununterbrochen auf Platz eins.  

Wie groß die Anziehungskraft des Standorts ist, zeigt sich daran wer dort forscht, ohne dort seinen Hauptsitz zu sein. Huawei mit Hauptsitz in Shenzhen betreibt in Haidian eines seiner wichtigsten Forschungszentren. Dort entstehen unter anderem Technologien für Router, Mobilfunkstandards, Halbleiter, Smartphones, Cloud-Lösungen und Grundlagenforschung. Der Spracherkennungsspezialist iFLYTEK aus Hefei betreibt sein globales Enwicklungszentrum im Zhongguancun Software Park, gemeinsam mit Lenovo, Baidu, Tencent und über 700 weiteren IT-Unternehmen. Und der Telekommunikationsausrüster ZTE, ebenfalls mit Sitz in Shenzhen, führt im Beijing 6G Laboratory Forschung zu 6G-Anwendungen künstlicher Intelligenz und zur Verbindung von Kommunikation und Sensorik — gemeinsam mit den drei staatlichen Netzbetreibern sowie der Tsinghua-Universität, der Beijing Jiaotong University und der Beijing University of Posts and Telecommunications – durch. 

Künstliche Intelligenz

Von den in China zugelassenen KI-Großmodellen ist etwa ein Drittel in Peking registriert. In der Hurun-Rangliste der 50 wichtigsten KI-Unternehmen Chinas stellt die Hauptstadt 19 Firmen, davon 16 allein im Bezirk Haidian. Baidu, Chinas führender Suchmaschinenkonzern, dessen KI-Großmodell ERNIE zu den meistgenutzten des Landes zählt und der mit Apollo Go einen der größten Robotaxi-Dienste Chinas betreibt, hat dort ebenso seinen Sitz. Ebenfalls in Peking ansässig ist Xiaomi,  einer der weltweit größten Smartphone- und Haushaltstechnik-Hersteller, der seit 2024 im Südosten Pekings mit sehr viel Automation auch Elektrofahrzeugen fertigt (Besichtigungen für alle buchbar). JD.com, einer der beiden großen E-Commerce-Konzerne Chinas, hat in Peking seine Zentrale und betreibt dort u.a. hochautomatisierte, smarte Läger und selbstfahrende Lieferfahrzeuge. 

Humanoide Roboter 

Wie dynamisch sich neue Technologiefelder in Peking entwickeln, zeigten die „World Humanoid Robot Games“. Die erst wenige Jahre alte Veranstaltung zog vom 22-26. August 2026 666 Teams aus 16 Ländern an. Zu den bekanntesten Teilnehmern zählt „Tiangong Ultra“, ein humanoider Roboter des Beijing Innovation Center of Humanoid Robotics, der als erster Roboter Usain Bolts 100-m-Weltrekord geknackt hat. Das Institut wurde im Pekinger Entwicklungsgebiet Yizhuang gegründet und verfolgt einen besonderen Ansatz: Es entwickelt zentrale Technologieplattformen für humanoide Robotik und stellt diese der gesamten Branche zur Verfügung. Damit soll die industrielle Entwicklung beschleunigt und die technologische Basis standardisiert werden. 

Zhongguancun Science Park 

Gefördert wird diese Entwicklung durch einen der führenden, - wenn nicht den führenden, - High-Tech Park Chinas, dem Zhongguancun Science Park, oft auch als „China’s Silicon Valley“ bezeichnet. Der Park gehört der Stadt Peking, wurde 1988 gegründet und erstreckt sich heute über alle 16 Stadtbezirke Pekings mit einer Gesamtfläche von 488 Quadratkilometern. Die Foki des Wissenschafts- und Wirtschaftsparksliegen bei Künstliche Intelligenz (KI), Informationstechnologie (IT), Halbleitern, im Life Science Bereich/Biomedizin, bei Smart Manufacturing, Neue Energien sowie der Luft- und Raumfahrt. Der Gesamtumsatz der dort ansässigen Unternehmen belief sich 2024 auf über 1,2 Billionen Euro.

Seit Mai 2018 verfügt Zhongguancun mit ZGC Innohub zudem über einen deutschen Standort in Heidelberg. Diese unterstützten Unternehmen, Startups und Hochschulen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz mit der Vernetzung mit dem Ökosystem des Parks.
 

Veranstaltungen 

ZGC-Forum

Die „Zhongguancun Forum Annual Conference“ (kurz: das ZGC-Forum) ist eines der größten Innovationsforen Chinas, ausgerichtet vom Ministerium für Wissenschaft und Technologie, weiteren Zentralbehörden, den beiden Akademien und der Pekinger Stadtregierung. Es findet jährlich im März statt, voraussichtlich 2027 in der letzten Märzwoche, Konferenzsprachen sind Englisch und Chinesisch.

HICOOL Global Entrepreneur Summit

Der jährliche Startup-Summit Pekings ist die wichtigste auch auf internationales Publikum ausgerichtete Veranstaltung der HICOOL Startup Community der Hauptstadt und dient zur Präsentation von Startups und Projekten und dem Matchmaking mit Investoren. Im August 2026 haben über 10.000 Startups beim Wettbewerb zur Teilnahme am Summit teilgenommen, darunter über 50% von außerhalb Chinas. Besonders prominent waren Lösungen im Bereich Künstlicher Intelligenz und Robotics zu sehen. 

ITEC - International Talent Entrepreneurship Conference

Hinter der ITEC Konferenz und Plattform steht der Pekinger Bezirk Chaoyang, welcher auch internationale Startups zu einer Ansiedlung in Peking motivieren möchte und dafür beim Startup-Wettbewerb attraktive Preisgelder und Unterstützung anbietet. Der Fokus der ITEC-Community liegt auf Start-ups und technologieorientierte Unternehmen in den Bereichen Deep Tech, Künstliche Intelligenz, Biotechnologie, fortschrittliche Fertigung, neue Energietechnologien, Luft- und Raumfahrt sowie anderen strategischen Zukunftsindustrien.