Deutschlands 500 Mrd.-Infrastrukturpaket: Neue Chancen für österreichische Unternehmen
Inhalte, Zeitplan, Fokusbranchen und Vergabeverfahren des deutschen Sondervermögens und Deutschlandfonds im Überblick
Lesedauer: 13 Minuten
DeutschlandÜberblick über das deutsche Infrastruktur‑Sondervermögen
Deutschland setzt mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität eine der größten Investitionsoffensiven seiner Geschichte um. Durch eine Grundgesetzänderung wurde 2025 die Grundlage geschaffen, über 500 Mrd. Euro für zusätzliche kreditfinanzierte Investitionen bereitzustellen. Das Sondervermögen trat rückwirkend zum 1. Januar 2025 in Kraft. Ziel ist die umfassende Modernisierung zentraler Infrastrukturen in Deutschland: Verkehr, Energie, Digitalisierung, Bildung, Gesundheit und kommunale Einrichtungen.
Ergänzend stellte die Bundesregierung im Dezember 2025 den Deutschlandfonds vor – ein Instrument zur Mobilisierung privater und kommunaler Investitionen. Er umfasst 30 Mrd. Euro an Bundesmitteln, die Investitionen von rund 130 Mrd. Euro auslösen sollen. Die Koordination übernimmt die KfW. Schwerpunkte liegen u. a. in Industrie, Mittelstand, Energieinfrastruktur, Deep Tech, KI, Biotech sowie in Bereichen, die zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit beitragen.
Gesamtvolumen des Sondervermögens: 500 Mrd. Euro
- 100 Mrd.Euro für Länder und Kommunen (z. B. Straßen, Schiene, Tunnel, Bildungs- und Gesundheitsbauten),
- 100 Mrd. Euro in den Klima‑ und Transformationsfonds (Energie, Klimaneutralität, Digitalisierung),
- 300 Mrd. Euro für Investitionen des Bundes in Verkehr, Energie, Digitalisierung, Forschung und Wohnbau.
Viele dieser Projekte waren bereits geplant, konnten jedoch bisher mangels Finanzierung nicht umgesetzt werden. Das Sondervermögen ermöglicht nun ihre Realisierung auf Bundes‑, Landes‑ und Kommunalebene (Straßen- und Brückenbau, Schieneninfrastruktur, digitale Infrastruktur, Krankenhäuser, Kitas, Energie‑ und Zukunftstechnologieprojekte).
Weiterführende Informationen des Bundesministerium der Finanzen (BMF)
Warum ein Sondervermögen?
Normalerweise sind Einnahmen und Ausgaben Teil des Bundeshaushalts, der der sogenannten Schuldenbremse unterliegt (Artikel 109 und 115 des Grundgesetzes). Dieser rechtliche Rahmen begrenzt kreditfinanzierte Ausgaben stark. Um einen jahrelangen Investitionsstau zu überwinden, haben Bundestag und Bundesrat im März 2025 mit einer Zweidrittelmehrheit eine Grundgesetzänderung beschlossen. Dadurch wurde ein Sondervermögen mit einer Kreditermächtigung von bis zu 500 Mrd. Euro eingerichtet.
Dieses Sondervermögen ergänzt die regulären Investitionen des Bundes und kann zusätzliche Projekte finanzieren, die über die Kernhaushaltsmittel hinausgehen. Für 2026 plant der Bund einen weiteren Investitionshochlauf in Höhe von rund 120 Mrd. Euro, wobei 58 Mrd. Euro auf das Sondervermögen entfallen.
Die einzelnen Bereiche für die Ausgaben des Sondervermögens im Überblick:
- Zivil- und Bevölkerungsschutz
- Verkehrsinfrastruktur
- Krankenhausinfrastruktur
- Energieinfrastruktur
- Bildungs-, Betreuungs- und Wissenschaftsinfrastruktur
- Forschung und Entwicklung
- Digitalisierung
- Bauen und Wohnen
- Sport
Aufbau des Sondervermögens und des Deutschlandfonds
Die Rahmenbedingungen für das Sondervermögen wurden in einem überparteilichen Konsens und in enger Abstimmung mit den Ländern vereinbart. Sie sind zum einen im Gesetz zur Errichtung eines Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIKG) und zum anderen im Gesetz zur Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen von Ländern und Kommunen (Länder-und-Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz – LuKIFG) geregelt.
Das Sondervermögen ist in drei klar abgegrenzte Säulen strukturiert:
1) Bundesinvestitionen – 300 Mrd. Euro (Bundessäule)
Die größte Säule dient der Finanzierung von direkten Bundesinvestitionen in wichtige Infrastruktur‑ und Zukunftsbereiche. Die Verwendung der Mittel wird jedes Jahr in einem sogenannten Wirtschaftsplan des Sondervermögens festgelegt, der als Anlage zum Bundeshaushaltsplan beschlossen wird.
Wirtschaftspläne 2025 und 2026
- Der erste Wirtschaftsplan trat rückwirkend zum 1. Januar 2025 in Kraft und wurde im Oktober 2025 beschlossen. Bundeshaushaltsplan 2025, Einzelplan 60, Allgemeine Finanzverwaltung, Anlage 2 Wirtschaftsplan des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität [PDF, 2 MB].
- Der Wirtschaftsplan 2026 wurde im November 2025 vom Deutschen Bundestag beschlossen. Beide regeln detailliert, wie die Mittel für einzelne Projekte verteilt werden. Bundeshaushaltsplan 2026, Einzelplan 60, Allgemeine Finanzverwaltung, Anlage 2 Wirtschaftsplan des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität [PDF, 2 MB].
Für die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen und die Verwendung der Gelder sind die jeweiligen Ministerien der Bundesregierung verantwortlich. Die Verfahren dafür sind unterschiedlich. Teilweise sind schon ganz konkrete Projekte vorgesehen, beispielsweise bei der Brücken- und Straßensanierung. Teilweise werden bestehende, erfolgreiche Programme ausgeweitet, wie beispielsweise das Förderprogramm „Jung kauft Alt“, das Familien mit Kindern oder Alleinerziehende unterstützt, die eine bestehende Wohnimmobilie kaufen und energieeffizient sanieren. Teilweise müssen neue Programme und Projekte initiiert werden.
Konkret finanziert werden u. a.:
Verkehrsinfrastruktur
- Erhaltung und Sanierung von Brücken und Tunneln im Netz der Bundesfernstraßen
- Ausstattung der Infrastruktur und von rollendem Material (z. B. Züge) mit modernem Sicherheitssystem (ERTMS – European Rail Traffic Management System)
- Zuschüsse für die Erhaltung des Schienennetzes der Deutschen Bahn
Krankenhausinfrastruktur
- Transformationskosten für Krankenhäuser
- Transfers in den Transformationsfonds zur Weiterentwicklung medizinischer Einrichtungen
Energieinfrastruktur
- Finanzierung von Energieimport‑ und Speicherinfrastruktur (z. B. FSRU – Floating Storage and Regasification Units)
- Sicherstellung der Rohölversorgung über Pipelines
- Ausbau klimaneutraler Wärmenetze
Bildungs‑ und Betreuungsinfrastruktur
- Digitalpakt 2.0 (digitales Lehren und Lernen)
- Investitionsprogramme für Kinderbetreuung
Digitalisierung
- Ausbau der Breitband- und Glasfasernetze für Behörden, Schulen und öffentliche Einrichtungen
- Aufbau moderner Rechenzentren und digitaler Verwaltungsplattformen
- Förderung von IT-Sicherheit, digitalen Verwaltungsprozessen und Smart-City-Technologien
Forschung und Entwicklung
- Aus‑ und Aufbau von Forschungs‑ und Wissenschaftsinfrastrukturen
- Investitionen in Hightech‑Agenda, KI‑Forschung, digitale Dateninfrastruktur
Wohnungsbau und soziale Infrastruktur
- Sozialer und klimafreundlicher Wohnungsneubau
- Programme wie „Jung kauft Alt“ und Wohneigentumsförderung für Familien
Sportinfrastruktur
- Sanierung kommunaler Sportstätten und Ausstattung von Spitzensportstätten
Die detaillierten Anteile dieser Projekte werden jährlich durch die jeweiligen Haushalts- und Wirtschaftsplananhänge geregelt, die auch öffentlich einsehbar sind.
Vereinfachte Übersicht aus den Wirtschaftsplänen 2025 und 2026
| Ressort | Zweckbestimmung | Wirtschaftsplan 2025 | Wirtschaftsplan 2026 |
| in 1.000 Euro | |||
Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur | |||
| Bundesministerium für Verkehr | Erhaltung der Brücken und Tunnel im Bestandsnetz der Bundesfernstraßen | 2.500.000 | 3.250.000 |
| Bundesministerium für Verkehr | Ausrüstung der deutschen Infrastruktur und von rollendem Material (Züge, Waggons) mit dem Europäischen Zugsicheungssystem ERTMS | 1.592.586 | 2.450.256 |
| Bundesministerium für Verkehr | Baukostenzuschüsse für einen Infrastrukturbeitrag zur Erhaltung der Schienenwege der Eisenbahnen des Bundes | 7.622.784 | 16.302.605 |
Investitionen in die Krankenhausinfrastruktur | |||
| Bundesministerium für Gesundheit | Sofort-Transformationskosten Krankenhäuser | 1.500.000 | 2.500.000 |
| Bundesministerium für Gesundheit | Zuweisung an den Transformationsfonds im Krankenhausbereich | - | 3.500.000 |
Investitionen in die Energieinfrastruktur | |||
| Bundesministerium für Wirtschaft und Energie | Finanzierung der Deutschen Energy Terminal GmbH, der FSRU und FSRU-Standorte | 829.610 | 575.000 |
| Bundesministerium für Wirtschaft und Energie | Maßnahmen zur Sicherung der Pipelinerohölversorgung der für die Versorgung von Nordostdeutschland mit Mineralölprodukten und Kraftstoffen essenziellen Erdölraffinerie PCK Schwedt | 20.200 | 118.400 |
| Bundesministerium für Wirtschaft und Energie | Um- und Neubau klimaneutrale Wärmenetze | - | 1.398.000 |
Investitionen in die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur | |||
| Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend | Digitalpakt 2.0: Digitales Lehren und Lernen | - | 50.000 |
| Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend | Digitalpakt 2.0: Digitale Bildungsinfrastruktur | 0 | 225.000 |
| Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend | Investitionsprogramm Kinderbetreuung | 0 | 940.000 |
Investitionen in die Forschung und Entwicklung | |||
| Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt | Investitionen in die Hightech-Agenda - Strategischer Ausbau der Forschungs-Ökosysteme | 398.029 | 380.102 |
| Bundesministerium für Arbeit und Soziales | Investitionen zu digitalen Technologien und KI-Forschung, -Umsetzung und -Transfer in den Arbeitswissenschaften | 0 | 21.000 |
| Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat | Systematische Erfassung und Öffnung von Forschungsinfrastrukturen im Bereich Agrar-, Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften | 0 | 1.000 |
| Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt | Investitionen ins Forschungs- und Wissenschaftssystem - Strategischer Ausbau der Forschungs-Ökosysteme | - | 50.000 |
| Bundesministerium für Arbeit und Soziales | Strategisches Forschungsfeld Sozialpolitikforschung - Stärkung Forschungsinfrastruktur | 0 | 5.600 |
| Bundesministerium für Wirtschaft und Energie | Digitale Infrastruktur für verteilte Datenverarbeitung und KI | 0 | 10.000 |
| Bundesministerium für Wirtschaft und Energie | Investitionen in die Infrastruktur von gemeinnützigen Industrieforschungseinrichtungen | 0 | 20.000 |
| Bundesministerium für Wirtschaft und Energie | Transferoffensive Energieinnovationen, Explorationsinitiative Geothermie | 2.000 | 22.000 |
| Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt | Investitionen in die Hightech-Agenda - Aufbau von Infrastrukturen | 72.000 | 368.000 |
| Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt | Investitionen in nationale Raumfahrtinfrastrukturen | 0 | 50.000 |
| Bundesministerium für Gesundheit | Aufbau von KI-Reallaboren und souveräner Gesundheitsdateninfrastruktur | 0 | 65.000 |
| Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat | Aufbau von Food Systems Research Hubs/Konsortien in Deutschland | 0 | 2.000 |
| Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt | Investitionen ins Forschungs- und Wissenschaftssystem - Strategischer Ausbau der Infrastrukturen | 0 | 15.200 |
| Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt | Bund-Länder-Initiative Forschungsbau und Schnellbauinitiative Hochschulen | - | 60.000 |
Investitionen in Digitalisierung | |||
| Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat | Aufträge und Dienstleistungen im Bereich Informationstechnik | 230 | 15.121 |
| Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung | Digitalisierung der Verwaltung: Europäisches Indentitätsökosystem / EUDI Wallet | 131.000 | 162.000 |
| Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung | Digitalisierung der Verwaltung: Bürgerkonto / Infrastruktur | 243.000 | 256.000 |
| Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung | Digitalisierung der Verwaltung: Modernisierung der Registerlandschaft | 263.000 | 194.000 |
| Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung | Digitalisierung der Verwaltung: Transformation / Dienstleistungen im Bereich der Informationstechnik | 45.000 | 45.000 |
| Bundesministerium für Arbeit und Soziales | Verwaltungsdigitalisierung | 64.598 | 58.362 |
| Bundesministerium der Finanzen | Digitalisierung in der Bundesfinanzverwaltung | - | 193.585 |
| Bundesministerium für Arbeit und Soziales | Work-and-Stay-Agentur | - | 35.000 |
| Bundesministerium der Finanzen | Investitionen in die Digitalisierung der Bundesfinanzverwaltung | - | 93.097 |
| Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung | Unterstützung des Mobilfunkausbaus in den Grenzen der wettbewerblichen und regulatorischen Rahmenbedingungen | 366.791 | 200.000 |
| Bundesministerium für Wirtschaft und Energie | Mikroelektronik für die Digitalisierung | - | 2.480.000 |
| Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung | Unterstützung des flächendeckenden Breitbandausbaus | 2.928.604 | 2.255.241 |
Investitionen in den Wohnungsbau | |||
| Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen | Zuschüsse für Investitionen "Barrierefreies und altersgerechtes Umbauen (AU)" | - | 7.500 |
| Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen | Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment - Wohngebäude mit kleinen bis mittleren Einheiten (KNN) | 20.000 | 35.828 |
| Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen | Klimafreundlicher Neubau (KFN) | 243.606 | 383.009 |
| Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen | Gewerbe zu Wohnen (GzW) | 180 | 7.240 |
| Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen | Wohneigentumsförderung für Familien (WEF) | 37.722 | 41.235 |
| Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen | „Jung kauft Alt “ (JkA) | 25.900 | 26.990 |
| Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen | Sanierung von Frauenhäusern | - | 30.000 |
Sportstätten | |||
| Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen | Sanierung kommunaler Sportstätten | 5.000 | 833.000 |
| Bundeskanzleramt | Zuwendungen für die Einrichtung und Ausstattung von Spitzensportstätten | - | 3.000 |
Quelle: Quelle:Bundesministerium der Finanzen
Weitere Details zum Mittelabfluss 2025
2) Länder und Kommunen – 100 Mrd. Euro
Diese Säule dient der direkten Stärkung der Infrastruktur auf Landes‑ und kommunaler Ebene. Sie wird durch das Länder‑ und Kommunal‑Infrastrukturfinanzierungsgesetz (LuKIFG) sowie eine dazugehörige Verwaltungsvereinbarung geregelt, die seit dem 11. Dezember 2025 in Kraft ist.
Verwendung der Mittel
Die Länder legen in eigener Zuständigkeit fest, wie sie ihre Mittel aus dem Sondervermögen einsetzen. Dazu gehören Investitionen in:
- Zivil‑ und Bevölkerungsschutz
- Verkehrsinfrastruktur
- Krankenhaus‑, Rehabilitations‑ und Pflegeinfrastruktur
- Bildungs‑ und Betreuungsinfrastruktur
- Wissenschaftsinfrastruktur
- Forschung und Entwicklung
- Digitalisierung im kommunalen Bereich
Die Mittel werden bedarfsgerecht verteilt, oft auf Grundlage des sogenannten Königsteiner Schlüssels, der Steuerkraft und Einwohnerzahl berücksichtigt.
3) Klima‑ und Transformationsfonds – 100 Mrd. Euro
Der Klima‑ und Transformationsfonds (KTF) spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der energie‑ und klimapolitischen Ziele Deutschlands. Er wird mit Zusatzmitteln aus dem Sondervermögen gestärkt, um ambitionierte Klimaprojekte zu finanzieren.
Förderbereiche des KTF
- Ausbau erneuerbarer Energien und Energieeffizienzprogramme
- Transformation der Industrie zu klimaneutralen Produktionsprozessen
- Förderung klimafreundlicher Mobilität
- Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft
- Natur- und internationaler Klimaschutz
- Entlastung privater und gewerblicher Verbraucher bei Netzentgelten ab 2026
Der KTF verfügt über einen eigenen Wirtschaftsplan, der ebenfalls jährlich vom Gesetzgeber beschlossen wird.
Insgesamt werden die Titel von sieben verschiedenen Bundesministerien bewirtschaftet. Die genaue Aufschlüsselung ist dem Bundeshaushaltsplan 2025, Einzelplan 60, Allgemeine Finanzverwaltung, Anlage 3 Wirtschaftsplan des Klima- und Transformationsfonds [PDF, 2 MB] zu entnehmen. Alles über den Bundeshaushalt und alle Einzel- und Wirtschaftspläne der Sondervermögen zum Download findet man auf bundeshaushalt.de.
Wirtschaftlicher Effekt & Mittelverwendung
Im Jahr 2025 konnten Investitionsausgaben insgesamt im Vergleich zu 2024 um rund 17 Prozent gesteigert werden, wovon etwa 24 Mrd. Euro allein über das Sondervermögen entfielen. Für 2026 ist ein Investitionshochlauf auf rund 120 Mrd. Euro geplant, darunter 58 Mrd. Euro aus dem Sondervermögen.
Erfolgskontrolle & Wirkungssicherung
Um die Mittel zielgerichtet und wirkungsorientiert einzusetzen, sind Wirtschaftlichkeitsprüfungen und begleitende Evaluierungen vorgesehen. Ein Investitions‑ und Innovationsbeirat beim Bundesministerium der Finanzen unterstützt die Umsetzung und bewertet halbjährlich Fortschritte.
Zusätzlichkeit des Sondervermögens
Die Investitionen aus dem Sondervermögen gelten nur dann als „zusätzlich“, wenn der Kernhaushalt bereits eine Investitionsquote von mindestens 10 Prozent erreicht. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die neuen Mittel tatsächlich zusätzlich und nicht als Ersatz für bestehende Ausgaben verwendet werden.
Kreditaufnahme und Finanzierung
Das Sondervermögen wird kreditfinanziert: Der Bund hat die Ermächtigung, Kredite von insgesamt 500 Mrd. Euro aufzunehmen. Die Zinskosten werden aus dem Bundeshaushalt getragen. Die Rückzahlung der Kredite soll spätestens ab dem 1. Januar 2044 beginnen. Die Kreditaufnahme wird von der Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH gesteuert.
Chancen für österreichische Unternehmen
Österreichische Unternehmen können entlang vieler Teilbereiche profitieren. Besonders relevant sind:
Bau‑ und Infrastruktursektor
Straßen-, Brücken-, Tunnel- und Schienenbau, kommunale Bauvorhaben, Wasser- und Hochbau, Wohnbau.
Energie und Umwelttechnik
Erneuerbare Energien, Wärmenetze, Stromnetze, Energieeffizienzmaßnahmen sowie industrielle Energieinfrastruktur.
Digitalisierung und IT‑Dienstleistungen
Breitbandinfrastruktur, digitale Verwaltung, IT‑Services, Softwareentwicklung, KI‑basierte Lösungen.
Industrie, Produktion und Zukunftstechnologien
Neue Produktionsanlagen, Transformationsindustrie, Deep‑Tech, KI, Forschungseinrichtungen, Rohstoffgewinnung.
Gesundheits‑ und Bildungsinfrastruktur
Krankenhäuser, Kitas, Schulen, Forschungseinrichtungen und digitale Bildungsinfrastruktur.
Sicherheits‑ und verteidigungsnahe Infrastruktur
Ein zusätzlicher Schwerpunkt ergibt sich für Unternehmen im Bereich sicherheits‑ und verteidigungsnaher Infrastruktur. Im Rahmen des Deutschlandfonds werden Investitionen unterstützt, die zur Stärkung der sicherheitsrelevanten Fähigkeiten Deutschlands beitragen. Dazu gehören insbesondere:
- Technologien und industrielle Anlagen mit Dual‑Use‑Charakter,
- KI‑gestützte Analyse‑ und Sensorsysteme,
- kritische Rohstoffe und Lieferketten,
- industrielle Infrastrukturprojekte mit Sicherheitsbezug,
- Zukunftstechnologien zur Stärkung der Resilienz.
Dieser Bereich eröffnet österreichischen Unternehmen zusätzliche Geschäftschancen entlang technologischer, industrieller und infrastruktureller Wertschöpfungsketten.
Zeitplan und Umsetzung
Die Mittel des Sondervermögens sind auf eine Laufzeit von zwölf Jahren ausgelegt (bis 2036). Erste große Investitionsprogramme starten verstärkt ab 2026, Ausschreibungen erfolgen fortlaufend. Wirtschaftliche Impulse durch das 500‑Mrd.-Paket werden ab 2026 erwartet.
Das Vergabebeschleunigungsgesetz (Entwurf vom 06.08.2025) soll im Frühjahr 2026 in Kraft treten. Es bringt vereinfachte Verfahren, digitale Vergabeschritte und erhöhte Wertgrenzen für Direktvergaben – ein Vorteil insbesondere für KMU.
Vergabeverfahren und Ausschreibungslogik
EU‑Schwellenwerte
- Ausschreibungspflicht bei Erreichen der EU‑Schwellenwerte
- Veröffentlichung über TED – Tenders Electronic Daily: ted.europa.eu.
Nationale Vergaben unterhalb der EU‑Schwellenwerte
- Anwendung des deutschen Vergaberechts (Bund/Länder/Kommunen)
- Bundesbehörden veröffentlichen verpflichtend auf www.bund.de
- Länder nutzen jeweils eigene Vergabeportale (föderale Unterschiede)
- Kommunen können frei wählen, veröffentlichen aber meist ebenfalls auf Landesplattformen
Wichtige Ausschreibungsplattformen
Österreichischen Unternehmen wird empfohlen, folgende Plattformen regelmäßig zu nutzen bzw. Suchprofile anzulegen:
- zentrale Bundesplattformen für Ausschreibungen,
- öffentliche Vergabeportale der Bundesländer,
- kommunale elektronische Vergabeportale,
- Projektvorschauen großer Infrastrukturdienstleister wie Bahn oder Autobahn GmbH,
- zusätzlich professionelle Ausschreibungsdienste, die Projekte bündeln und aufbereiten.
Beispiele für zentrale Ausschreibungsplattformen
- Bund.de - www.service.bund.de Zentrale Plattform für Bundes‑, Landes‑ und Kommunalausschreibungen
- öffentlichevergabe.de - oeffentlichevergabe.de | Über uns
Zentraler Bekanntmachungsservice für Bund, Länder, Kommunen.
- eVergabe - www.evergabe-online.de bzw. Ausschreibungen suchen - e-Vergabe, die Vergabeplattform des Bundes (evergabe-online.de) Vergabeplattform des Bundes; hier ist ebenfalls eine kostenfreie Suche möglich.
- Vergabe 24.de - www.vergabe24.de/ Gebündeltes Portal der führenden Ausschreibungsdienste Deutschlands. Hier ist eine Registrierung erforderlich.
- Deutsches Ausschreibungsblatt - www.deutsches-ausschreibungsblatt.de/
Neben Bundes-, Landes-, Kreis- und Kommunalbehörden informieren Flughäfen, Krankenhäuser, Forschungseinrichtungen sowie weitere Institutionen im Deutschen Ausschreibungsblatt – vormals Bundesausschreibungsblatt – über ihre Ausschreibungen oder Verkaufs- und Verpachtungsangebote. Es werden nationale sowie europaweite Ausschreibungen bekannt gegeben. Es ist eine Registrierung erforderlich.
- DTVP Deutsches Vergabeportal GmbH - FAQ | DTVP Laut dem Portalbetreiber arbeiten bereits über 5.000 Vergabe- und Beschaffungsstellen mit über 15.000 Nutzern sowie mehr als über 160.000 Unternehmen mit der Basistechnologie von DTVP (die Basis-Edition ist dauerhaft kostenfrei): von Einrichtungen des Bundes, Landesverwaltungen bis hin zu Kommunen und kommunalen Eigenbetrieben, Krankenkassen und Krankenhäusern, Sektorenauftraggebern u.v.a. Ratgeber Kategorie Leitfaden für die automatische Suche nach Aufträgen | DTVP.
- ausschreibungen-deutschland.de - Ausschreibungsplattform. Aktuelle Bekanntmachungen - öffentliche Ausschreibungen: Lieferung, Dienstleistungen, Bauarbeiten
Plattform für aktuelle öffentliche Ausschreibungen (Bau, IT, Reinigungsdienst, Fahrzeuge etc.) nach CPV-Codes, bundesweit und nach Regionen gefiltert.
- Deutsche Bahn - öfffentliche Ausschreibungen
Projekt‑ und Vergabevorschauen der Deutschen Bahn
- Autobahn GmbH - Vergabeplattform | Die Autobahn GmbH des Bundes. Ausschreibungen für Bundesfernstraßen
Die nachstehenden Portale bündeln Ausschreibungen gegen Entgelt:
- DTAD-Deutscher Auftragsdienst AG - www.dtad.de/ Ein führender Informationsservice für Ausschreibungen. Laut dem DTAD nutzen über 40.000 Vergabestellen E-Vergabe-Portale und Vergabeplattformen. Die DTAD-Plattform scannt europaweit Quellen und findet öffentliche Aufträge für Unternehmen. Siehe u.a. unter Ausschreibungen effizient finden und managen – DTAD Plattform bzw. Ausschreibungen & neue Aufträge für Ihre Branche in Ihrer Wunschregion.
- Ibau - Über ibau Als Infodienst für Ausschreibungen unterstützt ibau Unternehmen bei der Suche nach Vergaben im öffentlichen und gewerblichen Sektor. Wenn es eine passende Ausschreibung, Vergabemeldung, Projekt gibt, erfolgt eine direkte Benachrichtigung.
- Tender Service Deutschland (vormals: infodienst-ausschreibungen.de) - Über uns – Tender Service Deutschland (tender-service.de)
- evergabe.de - Aufträge suchen und finden | evergabe.de
Diese Plattform veröffentlicht (laut eigenen Angaben) jährlich etwa 250.000 Auftragschancen, allein aus Deutschland. Zudem sammelt die Plattform Bekanntmachungen aus vielen öffentlichen Quellen und bereitet diese für Interessenten gezielt auf.
- bi-medien - Aufträge finden: Online Ausschreibungsportal | B_I MEDIEN (bi-medien.de) bzw. Aufträge finden: Online Ausschreibungsportal | B_I MEDIEN (bi-medien.de)
Diese Plattform hilft Unternehmen Aufträge zu finden, die genau zu ihren Leistungen passen.
Viele Plattformen bieten E‑Mail‑Benachrichtigungen, Filtermöglichkeiten und Suchprofile, um relevante Projekte zeitnah zu identifizieren.
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Wann? 20. Mai 2026, 10:00–12:30 Uhr
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Für wen? Unternehmen aller Branchen mit aktuellen oder geplanten Aktivitäten in Deutschland
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