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Vektor-Illustration mehrerer liegender, blauer, gleich großer Quadrate. Zwischen den Quadraten verlaufen weiße Linien.
© Yucel Yilmaz | stock.adobe.com

Finnland: Datacenter boomen

Projekte im Wert von über zehn Milliarden Euro im Bau

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Finnland
17.03.2026

In Finnland werden derzeit Datacenter-Projekte im Gesamtwert von über zehn Milliarden Euro realisiert, wie eine Untersuchung der Wirtschaftszeitung Kauppalehti zeigt. Ein Teil der Projekte wurde bereits 2024 gestartet, einige wurden im vergangenen Jahr abgeschlossen.

Im vergangenen Jahr wurden in Finnland Dutzende neue Investitionspläne für Datacenter angekündigt. Viele davon befinden sich noch in einem frühen Stadium und werden nicht alle umgesetzt, doch einige Projekte sind nach ihrer Veröffentlichung schnell vorangekommen.

Der Boom zeigt sich inzwischen deutlich in den Bautätigkeitsstatistiken. Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen für Datacenter ist stark angestiegen. Auch wenn nicht jede Genehmigung zu einem Baustart führt, spiegelt sich der Aufschwung inzwischen klar in den begonnenen Bauvorhaben wider. Für die lange gebeutelte Bauindustrie ist dies eine erfreuliche Nachricht.

Datacenter-Projekte unterscheiden sich von herkömmlicher Infrastruktur: Sie benötigen deutlich mehr Fachpersonal, oft mit guten Sprachkenntnissen, und unterliegen höheren Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltanforderungen.

Geschwindigkeit als Erfolgsfaktor

Ein zentrales Kriterium ist derzeit die Geschwindigkeit. Projekte starten schnell und mit großem Volumen, und die Zeitpläne sind äußerst straff – oftmals wird in der Hälfte der Zeit gebaut, die bei traditionellen Industrieinvestitionen üblich wäre.

Die Produktivität solcher Projekte ist sehr hoch, weshalb es für die Betreiber entscheidend ist, dass Investitionen so rasch wie möglich Cashflow generieren. Ein Beispiel dafür ist das Nebius-Datacenter in Mäntsälä, dessen Bauauftrag im Wert von 80 Millionen Euro in etwa einem halben Jahr abgeschlossen wurde.

Höhere Kapazität als erwartet?

Laut einer Marktstudie des Arbeitgeberverbands EK könnten in Finnland bis 2030 rund 1.200 Megawatt neue Datacenter-Kapazität entstehen. Angesichts der Vielzahl laufender Projekte dürfte dieser Wert jedoch eher höher liegen.

Für mehrere große Projekte werden noch im Frühjahr Entscheidungen erwartet – unter anderem auf Grundlage bereits erteilter Baugenehmigungen für große Datacenter. Wie üblich entwickeln sich die Investitionen schrittweise über mehrere Jahre, abhängig von Nachfrage und Marktbedingungen.

Die Branche wartet zudem auf den Vorschlag der Regierung zu einer geplanten steuerlichen Förderung für Datacenter, der im Februar in die Konsultationsphase gehen soll. Ab Juli werden Datacenter jedoch aus der industriebezogenen Stromsteuerklasse in die allgemeine Stromsteuerklasse überführt, was ihre Stromkosten erhöht.

Da der Strompreis zu den wichtigsten operativen Kosten zählt, ist dies ein relevanter Faktor. Finnland hatte im vergangenen Jahr zwar den niedrigsten Strompreis in Europa, dennoch hat sich der Wettbewerb um neue Projekte sowohl in den nordischen Ländern als auch in Europa deutlich verschärft.

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