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Global Business Barometer 2026: Europa und Zentralasien

Regionale Ergebnisse der Umfrage unter österreichischen Niederlassungen

Lesedauer: 4 Minuten

16.01.2026

Europa im Stimmungscheck: Zwischen Zurückhaltung und regionalen Lichtblicken

Europa startet auch 2026 mit einer spürbaren Unsicherheit in das neue Jahr. Die wirtschaftliche Stimmung bleibt zurückhaltend und rangiert international weiterhin am unteren Ende. In zahlreichen Ländern zeigt sich ein vertrautes Bild: Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen, und obwohl der Ausblick für 2026 etwas stabiler erscheint, überwiegt insgesamt die Vorsicht. Besonders Osteuropa und Zentralasien liegen noch unter dem europäischen Durchschnitt, während Südosteuropa im Vergleich etwas positiver abschneidet.

Grafik Einschätzung zur Wirtschaftslage
© AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA

West- und Zentraleuropa: 2026 im Zeichen der Stagnation

In West- und Zentraleuropa herrscht 2026 wenig Aufbruchsstimmung. Über die Hälfte der Niederlassungen erwartet für 2026 eine stagnierende Entwicklung (52 %), während nur 17 % von positiven Impulsen ausgehen. Knapp ein Drittel (31 %) sieht sogar die Gefahr einer weiteren Verschlechterung. Obwohl die Erwartungen im Vergleich zum Vorjahr etwas gestiegen sind, bleibt die wirtschaftliche Erholung in der Region somit aus.

Bei Gesamtumsatz und Auftragslage gibt es für 2026 jedoch Hoffnung auf Besserung. Viele Unternehmen erwarten stabile Werte bei Kapazitätsauslastung, Beschäftigtenzahl und Investitionen. Kritisch beurteilt werden nach wie vor die marktbezogenen Faktoren Bürokratie und Arbeitskosten.

Auch in den EU-Ländern zeigt sich ein ähnliches Bild: Knapp die Hälfte der befragten Niederlassungen erwartet eine gleichbleibende Wirtschaftslage (49 %), 17 % rechnen mit einer Verbesserung. 

Deutschland: Standortattraktivität unter Druck

Deutschland, Österreichs wichtigster Exportmarkt, steht weiterhin wirtschaftlich unter Druck. Die Umfrage zeigt, dass zentrale Standortfaktoren von österreichischen Niederlassungen nach wie vor kritisch bewertet werden. Besonders deutlich wird dies bei den Arbeitskosten. 93 % der Unternehmen schätzen diesen Faktor als eher schlecht oder sehr schlecht ein – ein Wert, der erneut deutlich unter dem globalen Durchschnitt liegt. Auch im Bereich Digitalisierung schneidet Deutschland schwächer ab: 71 % bewerten diesen Aspekt negativ, während ihn nur 4 % als „sehr gut“ einstufen. Auf regulatorischer Ebene bleibt die Bürokratie ein strukturelles Problem – 91 % der Befragten vergeben hier schlechte Bewertungen. Die Berechenbarkeit der Wirtschaftspolitik hat ebenfalls an Vertrauen verloren – 70 % bewerten sie als eher schlecht oder sehr schlecht.

Trotz dieser Schwächen bleibt Deutschland in einem Punkt klarer Spitzenreiter: Die Qualität der lokalen Zulieferer wird von 89 % der Unternehmen als eher gut oder sehr gut bewertet. Auch das Qualitätsbewusstsein erhält mit 77 % positiven Rückmeldungen weiterhin exzellente Bewertungen.

Grafik zum Wirtschaftsstandort
© AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA

Südosteuropa: Stabile Aussichten und positive Signale

Südosteuropa zeigt sich 2026 moderat stabiler als andere europäische Regionen. Rund die Hälfte der befragten Unternehmen (48 %) rechnet mit einer unveränderten wirtschaftlichen Lage, während 35 % eine Verschlechterung und 17 % eine Verbesserung erwarten. Die meisten Niederlassungen prognostizieren stabile Unternehmenskennzahlen. Bei den marktbezogenen und regulatorischen Faktoren werden selten Bestnoten vergeben – insbesondere die Bekämpfung von Korruption und der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften werden kritisch gesehen. Positiv hervorgehoben wird hingegen die Verfügbarkeit und Qualität lokaler Zulieferer, die von der überwiegenden Mehrheit als eher gut oder sehr gut bewertet werden.

Grafik Kennzahlen
© AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA

Osteuropa und Zentralasien: Geopolitische Spannungen bestimmen den Ausblick

Osteuropa und Zentralasien stehen 2026 vor besonderen Herausforderungen. Obwohl 44 % der Niederlassungen auch hier von einer stabilen Entwicklung ausgehen, fällt der Anteil jener, die eine Verschlechterung erwarten, mit 42 % deutlich höher aus als in anderen europäischen Regionen. Lediglich 13 % der Unternehmen prognostizieren eine Verbesserung. Insgesamt bleibt die Stimmung in der Region deutlich negativ und spiegelt die anhaltenden geopolitischen sowie wirtschaftlichen Belastungen wider. Praktisch alle Niederlassungen sehen aktuelle militärische Konflikte und geopolitische Spannungen als eines der größten Risikopotenziale. Bei den Unternehmenskennzahlen ergibt sich ein ausgewogenes Bild: Sowohl beim Gesamtumsatz als auch bei der Auftragslage erwarten ähnlich viele Unternehmen einen Anstieg wie auch eine stabile Entwicklung. Kapazitätsauslastung, Beschäftigtenzahl und Investitionsvolumen werden überwiegend als konstant eingeschätzt. Die fortschreitende Digitalisierung wird von der Mehrheit der Befragten als Stärke des Standorts hervorgehoben.

Grafik Kennzahlen
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