Italienische Bauindustrie erwartet für 2026 ein Investitionsplus von 5,6 %
Investitionen in den sozialen Wohnbau und in Stadterneuerungsprojekte beleben die italienische Bauwirtschaft und sorgen für steigenede Beschäftigungsraten
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Die italienische Baubranche konnte in den vergangenen fünf Jahren ein Fünftel der neu generierten Arbeitsplätze in Italien schaffen und verzeichnet somit ein Beschäftigungshoch. Für Aufträge und Arbeit sorgen die Investitionen, die lt. Experten im laufenden Jahr um 5,6 % steigen sollen. Insbesondere die an den sogenannten PNNR, den Piano Nazionale di Ripresa e Resilienza (Nationaler Plan für Aufbau und Resilienz) gebundenden öffentlichen Bauprojekte weisen mit einem Plus von 21 % eine positive Entwicklung auf (2025). Anders sieht es hingegen beim privaten Wohnbau aus, der mit einem Minus von 15,6 % unter Druck steht (2025). Insgesamt gibt es im Rahmen des PNNR 16.000 Baustellen, davon werden zwei Drittel demnächst abgeschlossen. Auf administrativer Ebene müssen alle Projekte, die im Rahmen des PNNR umgesetzt werden, bis 31. August 2026 abgeschlossen sein.
Der Branche kann allerdings auch in Zukunft auf Förderungen zählen: Bis 2033 stehen lt. dem Fachverband Federcostruzioni ca. 120 Milliarden Euro zur Verfügung, was der wirtschaftlichen Entwicklung des Bausektors eine gewisse Stabilität verleihen sollte.
Klar auf dem Vormarsch sind Projekte, die mit der Formel des Public Private Partnership umgestzt werden, also einer Kombination der Finanzierung mit Mitteln der öffentlichen Hand und Mitteln privater Investoren. Im Jahr 2024 wurden 62 neue Projekte dieser Art für 11 Milliarden Euro vergeben, wobei sich die Gesamtinvetitionssumme auf 29,6 Milliarden Euro beläuft. In den Jahren 2018 bis 2024 lag der Anteil der PPP-Projekte bei 10 % an den Ausschreibungen für Investitionen mit einem jährlichen Mittelwert von 15 Milliarden Euro.
Der Nationale Verband der italienischen Bauunternehmen (ANCE) hat zuletzt bei einer Pressekonferenz einige Vorschläge und Forderungen zur Entwicklung und weiteren Ankurbelung des italienischen Bausektors verlautbart.
Verlangt werden u.a. ein struktureller Wohnbauplan (Piano Casa), dem insbesondere im Bereich sozialer Wohnbau für Arbeiter und Studenten nennenswerte Fördermittel zufließen sollen sowie ein neues Gesetz zur Stadtsanierung, das die Verbauung offener Flächen reduzieren und zugleich den Abriss bestehender Gebäude sowie die anschließende bauliche Nutzung der frei werdenden Areale aus bürokratischer Sicht erleichtern soll.