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Stromtrasse in einer Landschaft von Wiesen und Wäldern
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Italien: milliardenschwere Großinfrastrukturprojekte des italienischen Stromnetzbetreibers Terna

Netzausbau und Interkonnektoren sollen Italien als strategische Energiedrehscheibe stärken

Lesedauer: 3 Minuten

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Energiewirtschaft NPI Großprojekte
Stand: 16.04.2026

Mit dem Industrieplan 2024-2028 beabsichtigt der italienische Stromnetzbetreiber Terna u.a. 10,8 Milliarden Euro in den Ausbau des nationalen Stromnetzes zu investieren, darunter Maßnahmen zum Bau von Gleichstromleitungen und Unterwasser-Kabelverbindungen sowie Verbindungen zum Ausland, um Italien zunehmend zum Stromknotenpunkt des Mittelmeerraums zu machen.

Investitionsvorhaben & Großprojekte & Geschäftschancen

Zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten des Investitionsplans von Terna gehören:

  • der Tyrrhenian Link, die weltweit tiefste Unterwasser-Stromleitung, die Sizilien mit Sardinien und Kampanien verbinden wird.

Terna wird insgesamt rund 3,7 Milliarden Euro in den Bau dieser Unterwasser-Stromleitung investieren. Für das Projekt, das eine bessere Nutzung erneuerbarer Energiequellen ermöglicht und zur Dekarbonisierung des Landes beiträgt, hat Terna zwei Rahmenverträge über die Lieferung und Verlegung der Unterwasser- und Landkabel mit den Hauptauftragnehmern Prysmian und Nexans unterzeichnet.

Die Infrastruktur – die bis 2028 vollständig in Betrieb genommen werden soll – sieht im Einzelnen die Verlegung von vier Hochspannungs-Gleichstrom-Unterwasserkabeln vor. Die östliche Strecke, die Sizilien und Kampanien verbinden wird, ist etwa 480 km lang, während die westliche Strecke zwischen Sizilien und Sardinien 470 km misst. Darüber hinaus sehen die Rahmenverträge eine sorgfältige Planungs- und Qualifizierungsphase sowie die Lieferung und Installation eines Systems von Meereselektroden, optischen Verbindungen und landseitigen Bauarbeiten vor.

Zur Realisirung des Tyrrhenian Link hat Terna teilweise globale Lieferketten vorgesehen, wobei rund 250 Unternehmen insgesamt einbezogen werden sollten.

Für einen Teil der Nicht-Kernaktivitäten (z.B. Bauarbeiten, Logistik, Aushubarbeiten, technische Dienstleistungen und Supportleistungen, die nicht direkt mit der Kabelproduktion zusammenhängen), die mit dem Hauptauftrag an Prysmian und Nexans verbunden sind, ist eine mögliche Vergabe von Unteraufträgen an qualifizierte Unternehmen vorstellbar.

Prysmian verwaltet seine Lieferkette über ein spezielles Vendor-Management-Portal, das der Qualifizierung und dem Monitoring von Lieferanten gewidmet ist und Nexans nutzt das Portal SAP Ariba Supplier Lifecycle Performance (SLP) für die Zulassung und Registrierung seiner Lieferanten.

Folgende weitere Investitionsvorhaben von Terna sind ebenfalls strategisch und befinden sich bereits in einer Umsetzungsphase. Diese Projekte könnten ebenfalls noch Chancen für österreichische Firmen mit entsprechendem Know-How bieten, soweit sie sich in die Lieferkette der beauftragten general contractors noch eingliedern können.

  • der Adriatic Link ist eine Unterwasserverbindung zwischen den Abruzzen und den Marken für die Investitionen in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Euro vorgesehen sind, die teilweise von der EIB finanziert werden. Der Auftrag für das Projekt wurde an Prysmian als Hauptauftragnehmer vergeben.
  • der Sa.Co.I.3 ist eine 200-kV-Gleichstrom-Verbindungsleitung, die Sardinien, Korsika und die Toskana miteinander verbinden wird bzw. auf die Modernisierung und den Ausbau der bestehenden Sa.Co.I.2-Verbindung abzielen wird. Für die im Eigentum von Terna stehende Infrastruktur ist eine Gesamtinvestition von rund 1,35 Milliarden Euro vorgesehen.
  • die unsichtbare Energiebrücke Elmed (eine teilweise Unterwasser-Stromleitung von etwa 220 km die Italien und Tunesien verbinden soll) ist eine zusätzliche Infrastruktur zur Optimierung der Nutzung von Energieressourcen zwischen Europa und Nordafrika. Terna hat dafür eine Gesamtinvestition in Höhe von rund 850 Millionen Euro vorgesehen.

Rund 2,3 Milliarden Euro werden von Terna schliesslich für den sog. Sicherheitsplan bereitgestellt, um die technologischen Funktionen des Stromnetzes an den kritischsten Punkten zu stärken und geeignete Cybersicherheitsmaßnahmen zum Schutz des Systems zu ergreifen. Weitere 3,6 Milliarden Euro sollen für die Erneuerung und Effizienzsteigerung der Anlagen und zur Rationalisierung der bestehenden Netzinfrastruktur aufgewendet werden. Für österreichische Unternehmen könnten sich entlang der entsprechenden Wertschöpfungsketten weitere Geschäftschancen ergeben.

Für nähere Informationen zum Investitionsplan von Terna melden Sie sich gerne beim AußenwirtschsftsBüro Rom. 

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