Zum Inhalt springen
Auf einem Hügel steht ein großes, weißes Gebäude mit mehreren Stöcken und einem Turm. Dahinter ist der blaue Himmel. Vor dem Gebäude ist eine Mauer
© Michael | stock.adobe.com

Japan schafft gesetzliche Grundlagen für eine Zweit-Hauptstadt

Osaka, Fukuoka und Nagoya/Aichi melden Ambitionen an

Lesedauer: 3 Minuten

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Japan Umwelttechnologie Engineering Tourismus Know-How & Infrastruktur
Stand: 28.07.2026

Japan setzt auf zweite Hauptstadt zur Krisenvorsorge

Lange propagiert aber in der Umsetzung umstritten hat sich die japanische Regierung nun ihre Pläne zur Errichtung einer zweiten Hauptstadt – neben Tokio – parlamentarisch genehmigen lassen. Dabei geht es aber weniger um die Planung einer neuen futuristischen Stadt, sondern um die Auslagerung von Regierungsfunktionen aus Tokio. 

Obwohl Tokio weiterhin wirtschaftlich und politisch dominant bleiben wird, soll die Schaffung einer zweiten Hauptstadt vor allem der Krisenvorbeugung dienen und wirtschaftliche Impulse setzen. Im Falle einer schweren Naturkatastrophe sollen wichtige staatliche Aufgaben nahtlos an einem alternativen Standort weitergeführt werden können.

Osaka als Favorit – weitere Regionen mit Interesse 

Als ganz großer Favorit um das Rennen gilt das Zentrum des zweiten großen Ballungsgebiets Japans, nämlich Osaka. Die Präfektur verfügt über die zweitgrößte Wirtschaftsleistung Japans, internationale und nationale Verkehrsanbindungen, eine starke Industrie und den politischen Willen zur Umsetzung der notwendigen Reformen. Als erfolgreicher Austragungsort der Weltausstellung 2025 hat Osaka auch international noch einmal deutlich an Konturen gewonnen, auch in verschiedenen Ranglisten zu lebenswerten Städten konnte sich Osaka in den letzten Jahren Spitzenplätze erkämpfen. Durch die Reform sollen die derzeit noch getrennten Gebietskörperschaften Präfektur Osaka und Stadt Osaka in eine Metropolregion ähnlich wie Tokio integriert werden. 

Auch andere Regionen, beispielsweise Fukuoka ganz im Westen Japans und Nagoya/Aichi (zwischen Tokio und Osaka) haben bereits offiziell Interesse bekundet. Hokkaido im Norden und Sendai/Miyagi prüfen eine Bewerbung. Das Gesetz erlaubt ausdrücklich auch die Ernennung mehrerer Standorte, wodurch ein Netzwerk regionaler Verwaltungs- und Wirtschaftszentren entstehen könnte. Es könnte also auch eine Dritt- und Vierthauptstadt geben.

Präfekturen müssen vor einer Antragstellung die Zustimmung ihrer jeweiligen Parlamente einholen und in der Lage sein, Regierungsbehörden unterzubringen. Die Bevölkerungszahl und Wirtschaftsleistung müssen eine bestimmte, noch nicht festgelegte, Größenordnung aufweisen. Zudem benötigen Bewerber eine lokale Verwaltungsstruktur, die es ihnen ermöglicht, die Aufgaben einer zweiten Hauptstadt wahrzunehmen.

Steueranreize und Chancen für Unternehmen

Die Regierung plant steuerliche Anreize und den Aufbau staatlicher Einrichtungen an den zukünftigen weiteren-Hauptstadt-Standorten. Dadurch sollen Investitionen erleichtert, Unternehmensansiedlungen gefördert und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Auch für österreichische Unternehmen eröffnet die Entwicklung neue Perspektiven jenseits des Wirtschaftszentrums Tokios. Je nach Entwicklung können künftig besonders Regionen wie Osaka, Fukuoka und Nagoya zusätzlich öffentliche Investitionen, Infrastrukturprojekte und Ansiedlungsprogramme erhalten. Dadurch entstehen potenzielle Geschäftschancen in den Bereichen Infrastruktur, Smart City, Mobilität, Umwelttechnologien, Life Science, u.v.a. - gekoppelt mit potenziell erleichtertem Markteintritt und öffentlichen Förderungen.


Für weiterführende Informationen zum japanischen Markt sowie zu kommenden Veranstaltungen steht das AußenwirtschaftsCenter Tokio jederzeit gerne zur Verfügung. Bei Fragen wenden Sie sich bitte gerne an Arnold Ackerer (+81-3-3403-1777).

Weitere interessante Artikel
  • Buchstabe und Zahl H2 auf grünem Hintergrund mit Luftblasen

    24.06.2026

    Südafrika forciert Investitionen in grünen Wasserstoff
    Weiterlesen
  • Vogelperspektive einer Wasseraufbereitungsanlage: Runde und viereckige Wasserbecken nebeneinander in grüner Landschaft mit Bäumen

    07.07.2026

    Nachlese: Wirtschaftsmission zur Wasserinfrastruktur in Südkroatien im Juni 2026
    Weiterlesen