Jordanien setzt auf Energieunabhängigkeit und Nachhaltigkeit
Neue Strategie fokussiert auf heimisches Gas, erneuerbare Energien und Wasserstoff
Lesedauer: 1 Minute
Die jordanische Regierung hat eine Energiestrategie für den Zeitraum bis zum Jahr 2035 verabschiedet. Ziel ist es die Versorgungssicherheit zu stärken, die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren und den Übergang zu nachhaltigen Energiequellen zu beschleunigen.
Im Mittelpunkt steht die verstärkte Nutzung heimischer Ressourcen, insbesondere von Erdgas. Das Risha-Gasfeld soll deutlich ausgebaut werden, mit einer geplanten Förderung von bis zu 812 Mio. Kubikfuß pro Tag bis 2035. Ergänzend ist der Anschluss an die Arab Gas Pipeline sowie der Ausbau der Gasverteilnetze, unter anderem in Amman und Zarqa, vorgesehen. Auch die Industrie soll verstärkt auf Erdgas umgestellt werden.
Parallel dazu treibt Jordanien den Ausbau erneuerbarer Energien voran. Bis 2035 soll ihr Anteil am Strommix auf 40 % steigen. Zudem ist der Einstieg in die Produktion von grünem Wasserstoff ab 2030 geplant, mit einem Ziel von rund 500.000 Tonnen jährlich bis 2035.
Zur Deckung des steigenden Energiebedarfs ist geplant, zwischen 2027 und 2030 die Stromerzeugung durch moderne Kombikraftwerke auszubauen. Gleichzeitig sollen neue Speicherlösungen eingeführt werden, darunter Batteriesysteme und Pumpspeicherkraftwerke. Zudem ist vorgesehen, die Stromverluste im Netz bis 2035 auf etwa 8% zu senken.
Darüber hinaus sollen bis September 2026 in allen Sektoren zeitabhängige Stromtarife eingeführt werden, um den Stromverbrauch besser zu steuern und Lastspitzen zu reduzieren.
Auch im Verkehrssektor setzt die Strategie auf einen Wandel: Elektrofahrzeuge sollen künftig rund 60 % der Neuwagenverkäufe ausmachen. Ergänzend wird der Einsatz von Erdgas, insbesondere im Schwerverkehr, gefördert.
Insgesamt verfolgt Jordanien einen integrierten Ansatz um sein Energiesystem effizienter, nachhaltiger und unabhängiger zu gestalten.