Zum Inhalt springen
Schroffe Bergkette umsäumt von Nadelwäldern und türkisblauem Gebirgssee, im Vordergrund einzelne Bäume und Felsen
© karamysh | stock.adobe.com

Kanada setzt auf lokale Wertschöpfung

Neue Beschaffungsrichtlinien als Reaktion auf globale Unsicherheiten

Lesedauer: 1 Minute

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Kanada
25.03.2026

Kanada ist in besonderem Maße von den aktuellen handelspolitischen Spannungen betroffen, da die USA den wichtigsten Handelspartner des Landes darstellen. Vor diesem Hintergrund wurden seitens der kanadischen Regierung Maßnahmen zur Diversifizierung, vor allem aber auch zur Stärkung der heimischen Wirtschaft ergriffen. Ziel dieser Politik ist die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit kanadischer Industrien und der Schutz von Arbeitsplätzen im Inland.

Ein zentraler Baustein ist die „Buy Canadian Policy“, welche insbesondere die Priorisierung von kanadischen Herstellern und kanadischem Content bei bundesweiten Ausschreibungen vorsieht. Unter „kanadischem Content“ wird hierbei die Herstellung, Forschung und Entwicklung sowie andere wirtschaftliche Aktivitäten verstanden, die im Inland stattfinden. Die Richtlinie, welche im Dezember 2025 in Kraft trat, gilt zunächst für strategische Beschaffungen mit einem Auftragswert ab 25 Millionen CAD, soll jedoch bis Frühling 2026 auf Verträge ab 5 Millionen CAD ausgeweitet werden.

Parallel dazu setzt Kanada auf eine Richtlinie zur gegenseitigen Beschaffung (Reciprocal Procurement Policy), welche bis Frühjahr 2026 vollständig implementiert werden soll. Somit soll nicht nur der kanadische Markt, sondern auch Handelsbeziehungen auf Grundlage gegenseitiger Gleichbehandlung geschützt werden. Demnach dürfen Bundesbeschaffungen für nicht verteidigungsbezogene Waren und Dienstleistungen nur von Lieferanten aus Kanada oder aus Ländern stammen, die kanadischen Unternehmen im Rahmen bestehender Handelsabkommen einen gleichwertigen Marktzugang gewähren. Auf diese Weise wird das Ziel verfolgt, Fairness und Gleichheit im internationalen Handel zu fördern.

Angesichts der zunehmenden Unsicherheiten im globalen Handel positioniert sich Kanada damit klar auf Seiten einer Stärkung der inländischen Wirtschaft durch eine heimatorientierte Beschaffungspolitik und fokussiert sich zugleich auf die Förderung fairer internationaler Handelsbeziehungen.

Für weitere Informationen oder allgemeine Fragen zum kanadischen Markt wenden Sie sich bitte an Mag. Gregor Postl im AußenwirtschaftsCenter Toronto.

Weitere interessante Artikel
  • Eine Person in einem Arbeitskittel ist seitlich fotografiert. Sie blickt durch ein Mikroskop, das auf einem Tisch aus Glas steht. Auf diesem befinden sich auch Pipetten und Reagenzgläser mit Flüssigkeiten, sowie Lampen.

    03.02.2026

    Horizon Europe 2026–27: Förderchancen für Kanadas Forschung
    Weiterlesen
  • Hinter einer Glasscheibe verlaufen Gleise. Vor der Glasscheibe ist ein großer, blauer Tisch, der mit der Glasscheibe teilweise verbunden ist. Auf dem Tisch sind verschiedene Knöpfe, Schalter, ein Mikrofon, Hebel, ein Telefon, Bildschirme und ein Tablet

    09.03.2026

    Kanada: Schienenverkehr auf der Überholspur
    Weiterlesen