Kolumbien: Inflation zeigt sich mit „zwei Geschwindigkeiten“
Die kolumbianische Inflation bleibt auf erhöhtem Niveau, entwickelt sich jedoch zunehmend unterschiedlich zwischen einzelnen Gütergruppen. Während die Preise für Dienstleistungen und Lebensmittel weiterhin deutlich steigen, verlangsamt sich die Teuerung bei Waren spürbar.
Im September 2026 lag die jährliche Inflationsrate (IPC) bei 6,29 % und damit leicht über dem Augustwert von 6,24 %. Die monatliche Preissteigerung betrug 0,37 % und fiel damit geringfügig niedriger aus als im Vormonat.
Dienstleistungen und Lebensmittel treiben die Inflation
Den größten Beitrag zur Gesamtinflation leisteten weiterhin Dienstleistungen und Lebensmittel. Gemeinsam waren sie für rund 72 % der jährlichen Preissteigerung verantwortlich. Die Inflation bei Dienstleistungen erreichte 7,19 %, während die Lebensmittelpreise um 6,74 % gegenüber dem Vorjahr stiegen.
Demgegenüber schwächte sich die Inflation bei Waren deutlich ab. Die jährliche Teuerungsrate dieser Kategorie sank von 3,29 % im August auf 2,87 % im September. Besonders bemerkenswert ist, dass die Warenpreise auf Monatsbasis um 0,10 % zurückgingen. Dies ist der erste Rückgang seit Oktober 2024.
Starker Peso dämpft Importpreis
Als wesentlicher Faktor für diese Entwicklung gilt die Aufwertung des kolumbianischen Peso. Zwischen Dezember 2025 und September 2026 gewann die Landeswährung gegenüber dem US-Dollar um 16,2 % an Wert. Im Vergleich zum September 2025 beträgt die Aufwertung sogar 18,9 %. Besonders sichtbar wurde dieser Effekt bei importabhängigen Konsumgütern.
Preisrückgänge wurden unter anderem bei Fahrzeugen, Elektronikprodukten, Haushaltsgeräten sowie Schmuck und Uhren verzeichnet. Die Preise wechselkurssensibler Waren gingen im September um 0,55 % zurück und wirkten inflationsdämpfend.
Gemischter Ausblick
Die jüngsten Daten deuten darauf hin, dass die Peso-Aufwertung zunehmend auf die Binnenpreise durchschlägt und insbesondere importierte Waren verbilligt. Allerdings reicht dieser Effekt derzeit nicht aus, um den anhaltenden Preisdruck bei Dienstleistungen und Lebensmitteln vollständig auszugleichen. Die weitere Inflationsentwicklung wird daher maßgeblich davon abhängen, ob die Währungsaufwertung anhält und in welchem Ausmaß sie sich künftig auf die Verbraucherpreise auswirkt.