Mauritius führt Golden Visa ein
Neues Programm soll vermögende Investoren anziehen und Zukunftsbranchen wie Fintech und KI stärken
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Mauritius hat offiziell ein neues „Golden Visa“-Programm eingeführt, mit dem gezielt vermögende Privatpersonen (High-Net-Worth-Individuals, HNWIs) angesprochen werden. Voraussetzung ist eine Investition von mindestens einer Million US-Dollar innerhalb von zwölf Monaten nach Einreise. Im Gegenzug erhalten Investoren ein mehrfach nutzbares Visum mit bis zu zwei Jahren Laufzeit, das bei weiteren Investitionen verlängert werden kann.
Die Regierung unter Premierminister Navinchandra Ramgoolam richtet das Programm vor allem an Unternehmer, die in stabile und wachstumsorientierte Märkte investieren möchten. Ziel ist es, jährlich rund 100 Investoren zu gewinnen, insbesondere in Zukunftsbranchen wie Fintech, künstliche Intelligenz, Biotechnologie, erneuerbare Energien sowie internationale Finanzdienstleistungen.
Mauritius hat sich in den vergangenen Jahrzehnten wirtschaftlich stark verändert. Während die Wirtschaft früher überwiegend von der Zuckerproduktion abhängig war, basiert sie heute vor allem auf Finanzdienstleistungen, Tourismus und verarbeitender Industrie.
Internationale Rankings bescheinigen dem Land eine hohe politische Stabilität, vergleichsweise geringe Kriminalität sowie eine verlässliche Verwaltung. Im Global Peace Index 2025 wurde Mauritius bereits zum 18. Mal in Folge als friedlichstes Land Afrikas eingestuft, außerdem gilt der Inselstaat als zweitreichstes Land Afrikas.
Das Golden Visa ergänzt bestehende Modelle der Investitionseinwanderung. So ermöglicht eine Investition von 375.000 US-Dollar in Immobilien eine 20-jährige Aufenthaltsgenehmigung. Bereits ab 50.000 US-Dollar Beteiligung an einem registrierten Unternehmen erhalten Investoren eine zehnjährige Arbeitserlaubnis.
Auch andere afrikanische Staaten versuchen zunehmend, internationale Investoren anzuziehen. Besonders Südafrika gilt weiterhin als wichtiger Konkurrent auf dem Kontinent. Das Land verfügt über hohe Lebensqualität, entwickelte Finanzmärkte, moderne Infrastruktur und einen großen Binnenmarkt.
Vor allem Investitionen in Immobilien, Rohstoffe und erneuerbare Energien gelten als gern gesehen. Neben Südafrika bemühen sich auch Äthiopien und Namibia verstärkt um internationale Kapitalanleger.
Mit dem neuen Programm positioniert sich Mauritius nun stärker im globalen Wettbewerb mit etablierten Golden-Visa-Standorten in Europa, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Beobachter erwarten, dass der Kampf um wohlhabende Investoren weiter zunehmen wird.