Neuseeland: USA und Cookinseln vereinbaren Ausbau des Hafens von Penrhyn
Millioneninvestition stärkt Infrastruktur, Sicherheit und strategische Präsenz im Pazifik
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Neuseeland Maritime IndustryDie USA, die Cookinseln und Neuseeland haben eine Partnerschaft zum Ausbau des Hafens auf der Insel Penrhyn (Tongareva) vereinbart. Das Projekt gilt als eines der bedeutendsten Infrastrukturvorhaben der Cookinseln der vergangenen Jahre und unterstreicht zugleich die wachsende strategische Bedeutung des Pazifiks.
Vorgestellt wurde das Vorhaben von Premierminister der Cookinseln Mark Brown, dem neuseeländischen Außenminister Winston Peters und dem stellvertretenden US-Außenminister Christopher Landau am Rande des Pacific Islands Forum Leaders Meeting in Palau. Die USA wollen rund 50 Mio. US-Dollar beitragen, Neuseeland weitere 17,5 Mio. NZ-Dollar. Insgesamt hat das Projekt damit ein Volumen von rund 101 Mio. NZ-Dollar (ca. 50 Mio €).
Der Hafen von Penrhyn liegt im Norden der Cookinseln und gilt für die lokale Bevölkerung als zentrale Anlaufstelle. Durch die Modernisierung sollen Schiffsanläufe sicherer werden, die Versorgung der Insel verbessert und die Anbindung an nationale sowie internationale Transportwege gestärkt werden. Premierminister Mark Brown bezeichnete das Vorhaben als wichtige Investition für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der abgelegenen Inselgemeinschaften.
Neben den wirtschaftlichen Vorteilen besitzt das Projekt auch eine klare geopolitische Dimension. Laut dem US-Botschafter auf den Cookinseln, Jared Novelly, soll Penrhyn künftig als „friendly port“ dienen. Dies würde es den USA und ihren Partnern erleichtern, Operationen zur Bekämpfung illegaler Fischerei und anderer Sicherheitsrisiken im Pazifik zu unterstützen. Novelly verwies dabei auf die Bedeutung verlässlicher Hafeninfrastruktur für die Zusammenarbeit mit pazifischen Inselstaaten.
Das Hafenprojekt steht zudem in Zusammenhang mit dem Anfang des Jahres unterzeichneten Rahmenabkommen über kritische Mineralien zwischen den USA und den Cookinseln. Dieses soll die Zusammenarbeit bei Exploration, Investitionen und dem Aufbau entsprechender Lieferketten fördern. Die USA betonen zwar, dass der Hafenausbau nicht ausschließlich mit dem Rohstoffsektor verbunden sei, sehen jedoch Potenzial für zukünftige wirtschaftliche Kooperationen.
Kritik kommt von Umweltorganisationen der Cookinseln. Diese fordern mehr Transparenz über die genauen Bedingungen der US-Finanzierung und sehen einen möglichen Zusammenhang mit den Interessen an den vermuteten Tiefsee-Rohstoffvorkommen in der Region.
Für die USA hat Penrhyn auch historische Bedeutung. Während des Zweiten Weltkriegs errichteten amerikanische Streitkräfte auf dem Atoll bereits Hafen- und Flughafenanlagen. Das aktuelle Projekt knüpft somit an bestehende Verbindungen an und signalisiert gleichzeitig das wachsende Engagement Washingtons im Pazifik.
Das Projekt zeigt, wie stark Infrastruktur, Rohstoffsicherung und Geopolitik im Pazifik zunehmend miteinander verknüpft sind. Besonders für Anbieter von Hafentechnik, Logistiklösungen, Umwelttechnologien und Anlagen für den Rohstoffsektor können sich langfristig neue Geschäftschancen ergeben. Zudem gewinnen die Cookinseln und andere Pazifikstaaten als mögliche Standorte für kritische Mineralien an Bedeutung, die für die Energiewende und moderne Industrien unverzichtbar sind.