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Auf gelbem Hintergrund ist ein Notizbuch, auf dem 2026 steht. Daneben liegt ein Kugelschreiber
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Niederlande 2026: Neues Jahr, neue Gesetze

Was österreichische Unternehmen jetzt beachten müssen

Lesedauer: 3 Minuten

Niederlande
02.01.2026

Ab dem 1. Januar 2026 führt die Niederlande ein umfassendes Paket neuer Gesetze, Vorschriften und Steuermaßnahmen ein. Mehrere davon sind für den internationalen Handel, ausländische Investoren und Unternehmen mit Aktivitäten in den Niederlanden von Bedeutung.

Im steuerlichen Bereich steigt die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen und Ferienparks von 9 auf 21 %. Dadurch erhöhen sich die Kosten für Geschäftsreisen, Expat-Aufenthalte und internationale Kongresse erheblich. Der gesetzliche Mindestlohn für Arbeitnehmer ab 21 Jahren steigt von 14,40 auf 14,71 Euro pro Stunde, was direkte Auswirkungen auf die Lohnkosten in arbeitsintensiven Branchen hat. Die Einkommenssteuertarife werden nur teilweise an die Inflation angepasst, sodass Beschäftigte schneller in höhere Steuerklassen fallen und die Gesamtbelastung der Arbeit steigt.

Auch bei Arbeitsverhältnissen werden die Vorschriften verschärft. Unternehmen, die Selbstständige einsetzen, obwohl faktisch ein Arbeitsverhältnis besteht, müssen ab 2026 mit Geldbußen rechnen. Zudem sinkt der Steuerfreibetrag für Selbstständige von 2.470 auf 1.200 Euro, und der Lohnkostenzuschuss für Arbeitnehmer ab 56 Jahren wird abgeschafft. Für Menschen mit Behinderungen bleibt der Zuschuss unbegrenzt, was inklusives Arbeiten erleichtert.

Unternehmen müssen zudem mit steigenden Betriebskosten rechnen. Die kommunalen Abgaben steigen im Schnitt um 3,9%. Die Mineralölsteuer auf Benzin erhöht sich um 5,6 Cent pro Liter, auf Diesel um 3,6 Cent und auf Autogas um 1,3 Cent. Die Fahrpreise der niederländischen Bahn (NS) steigen im Durchschnitt um 6,5 %, wodurch Geschäfts- und Pendelverkehr teurer wird. Großverbraucher von Leitungswasser zahlen künftig Wassersteuer bis zu einem Verbrauch von 50.000 m³ pro Jahr (bei 0,425 Euro pro m³), was insbesondere Industrie-, Produktions- und Logistikunternehmen betrifft.

Im Immobilien- und Investitionsbereich wird die Grunderwerbsteuer für Wohnimmobilien, die nicht selbst genutzt werden, von 10,4 auf 8 % gesenkt. Für selbstgenutztes Wohneigentum bleibt der Satz bei 2 %, während für gewerblich genutzte Immobilien wie Büro- und Geschäftsgebäude weiterhin 10,4 % gelten. Dies macht Investitionen in Mietwohnungen attraktiver und erleichtert die Portfolioerweiterung. Gleichzeitig erhöht die NHG-Hypothek-Grenze die Finanzierungsmöglichkeiten für energiesparende Immobilieninvestitionen.

Im Energiebereich sind analoge Zähler nicht mehr zulässig und müssen durch digitale oder intelligente Zähler ersetzt werden, wodurch Energieverbrauch und Einspeisung genau erfasst werden können und somit zu mehr Transparenz und langfristig zu effizienteren Abläufen führen.

Die finanzielle Transparenz wird durch EU-Vorgaben weiter verschärft: Kryptodienstleister müssen Guthaben und Transaktionen an die Steuerbehörden melden, die diese Informationen innerhalb der EU austauschen. Zudem sind Barzahlungen ab 3.000 Euro verboten, was internationale Handels- und Zahlungsströme beeinflusst.

Trotz der zahlreichen neuen Regelungen, mit zum Teil höheren Abgaben und steigenden Kosten bleiben die Niederlande ein stabiler und verlässlicher Standort für Unternehmen und Investoren. Die klare Gesetzgebung, transparente Finanz- und Energieregelungen sowie Fördermöglichkeiten bei Immobilien und energieeffizienten Projekten schaffen Planungssicherheit. Gleichzeitig stärken Maßnahmen wie gestiegene Sozialleistungen und Wohngeld den Binnenmarkt, was für Unternehmen, die hier tätig sind, vorteilhaft ist. Insgesamt bieten die Niederlande auch künftig ein attraktives Umfeld für internationale Geschäfte, Investitionen und nachhaltige Projekte. 

Möchten Sie mehr über die Niederlande erfahren? Das Team vom AußenwirtschaftsCenter Den Haag ist gerne für Sie da.

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