Nigeria: Reduktion der Nachernteverluste
Bundesstaat Benue gründet dafür Firma zur Saftherstellung
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Die sogenannten „post-harvest-losses“, also Verluste nach der Ernte, sind eines der größten strukturellen Problem in Nigerias Landwirtschaft. Sie gefährden sowohl die Ernährungssicherheit als auch die wirtschaftliche Entwicklung.
Es wird geschätzt, dass Nigeria jährlich zwischen 30–50 % seiner landwirtschaftlichen Erträge nach der Ernte verliert. Das entspricht etwa 30 bis 40 Millionen Tonnen an Lebensmitteln pro Jahr. Berechnungen zufolge beläuft sich der wirtschaftliche Schaden auf umgerechnet rund 2–3 Milliarden Euro (3,5–5 Billionen Naira). Besonders betroffen sind Obst und Gemüse, bei denen die Verluste teilweise über 50 % erreichen.
Die Verluste ereignen sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette, also bei der Lagerung, dem Transport sowie der Verarbeitung.
Gründe dafür sind unter anderem der Mangel an Kühlketten und modernen Lagerhäusern, die schlechte Straßen- und Transportinfrastruktur, fehlendes technisches Know-how sowie mangelhafte oder schlechte Verpackung und Lagerung.
Der Bundesstaat Benue in Nigeria startet nun mit der Gründung der „Benfruit Juice Company“ ein groß angelegtes Projekt, um Nachernteverluste in der Landwirtschaft zu reduzieren.
Diese neue, von der Benue Investment and Property Company (BIPC) entwickelte Anlage soll lokal angebaute Früchte wie Orangen, Mangos, Ananas, Guaven und Tomaten verarbeiten und zu verschiedenen Saftprodukten verarbeiten.
Dadurch soll nicht nur die Verschwendung landwirtschaftlicher Erzeugnisse reduziert werden, sondern auch die Abhängigkeit Nigerias von importierten Fruchtsaftkonzentraten gesenkt werden. Der Import von Fruchtsäften nach Nigeria ist untersagt.
Die Produktionskapazität der Anlage liegt aktuell bei bis zu vier Tonnen Früchten pro Stunde. Während der Testphase wurden in wenigen Stunden bereits mehrere hundert Liter Saft gewonnen und weiterverarbeitet. Nach vollständiger Inbetriebnahme sollen täglich etwa 75 Fässer Konzentrat produziert werden.
Neben der Verringerung von Verlusten zielt das Projekt auch auf wirtschaftliche Effekte: Es schafft Arbeitsplätze, verbessert die Einkommen von Obstbauern durch gesicherte Abnahmemärkte und fördert die lokale Wertschöpfung. Zudem wurden Kühlanlagen installiert, um Produkte für den nationalen und internationalen Markt zu lagern.