Geschäftsmöglichkeiten in der schwedischen Transportinfrastruktur
Ein Markt mit Volumen und klaren Spielregeln
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Schweden gehört seit Jahren zu den investitionsstärksten Infrastrukturmärkten Europas und setzt dabei auf Modernisierung, Nachhaltigkeit und Kapazitätsausbau. Um steigende Projektvolumina zu bewältigen und zusätzliche Kompetenzen in den Markt zu holen, treibt die zentrale Beschaffungsbehörde Trafikverket die Internationalisierung aktiv voran.
Für österreichische Unternehmen aus den Bereichen Bau, Engineering, Zulieferindustrie und Technologie ergeben sich daraus konkrete Einstiegschancen – gerade wegen der schwedischen Marktstruktur: Einer fragmentierten Landschaft aus vielen Kleinstbetrieben stehen wenige große Konzerne gegenüber, die den Großteil der Projekte abwickeln. Zwischen diesen beiden Polen entsteht Bedarf an spezialisierten, leistungsfähigen Partnern, insbesondere bei technisch anspruchsvollen Vorhaben.
Milliardenprogramme und Projektpipeline: der Infrastrukturplan 2026–2037
Der wichtigste Akteur ist Trafikverket, das schwedische Amt für Verkehrswesen. Mit rund 11.800 Beschäftigten und einem jährlichen Beschaffungsvolumen von etwa 9,7 Mrd. EUR zählt es zu den wichtigsten Auftraggebern des Landes. Trafikverket ist maßgeblich an der Ausarbeitung des nationalen Infrastrukturplans 2026–2037 beteiligt, der anschließend von der Regierung beschlossen wird. Dieser stellt einen wichtigen Treiber des Marktes dar, indem er Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe (SEK) vorsieht und klare Schwerpunkte setzt: Neben umfangreicher Straßen- und Schienenerhaltung fließen Mittel in neue Bahnprojekte und Straßenausbauvorhaben.
Das Projektportfolio ist entsprechend breit angelegt: Es reicht von kleineren Maßnahmen im einstelligen Millionenbereich bis hin zu Großprojekten mit Milliardenvolumen. Allein zwischen 2026 und 2031 umfasst die Pipeline im Bereich Investments rund 163 Mrd. SEK, verteilt auf etwa 1.700 Einzelprojekte.
Inhaltlich decken die Vorhaben das gesamte Spektrum der Verkehrsinfrastruktur ab – von Straßenbau über Bahninfrastruktur bis hin zu Verkehrssicherheits- und Umweltmaßnahmen.
Konkrete Großprojekte wie die North Bothnia Line, der Ausbau der Strecke Stockholm–Uppsala (Viergleisigkeit) oder der West Link in Göteborg verdeutlichen die langfristige Modernisierungsstrategie.
Markteintritt: Wettbewerb gewünscht, Zusammenarbeit erwartet
Die schwedische Transportverwaltung verfolgt eine klare Strategie: Der Markt soll gezielt für internationale Anbieter geöffnet werden. Hintergrund ist die steigende Projektlast ebenso wie der Wunsch nach mehr Wettbewerb und Innovation.
Konkret will Trafikverket:
- Markteintrittsbarrieren senken
- internationale Anbieter aktiver ansprechen
- zusätzliche Kompetenzen und Technologien ins Land holen
Dafür wurden die Rahmenbedingungen deutlich internationalisiert, etwa durch englischsprachige Ausschreibungsunterlagen, transparente Beschaffungspläne und strukturierte Lieferantendialoge vor Projektstarts. Gleichzeitig unterscheidet sich die Zusammenarbeit in Schweden in zentralen Punkten von klassischen Märkten:
- Partnerschaft statt Konfrontation: Auftraggeber und Auftragnehmer verstehen sich als Kooperationspartner; gerichtliche Auseinandersetzungen sind die Ausnahme.
- Flache Hierarchien: Entscheidungen werden dezentral getroffen, Projektteams müssen eigenständig handeln können.
- Starker Fokus auf Lösungen: Probleme werden pragmatisch angegangen, nicht formal eskaliert.
- Frühe Einbindung: Modelle wie „Early Contractor Involvement“ oder Allianzverträge gewinnen an Bedeutung.
Gerade bei großen, komplexen Infrastrukturprojekten ist Zusammenarbeit kein „Soft Factor“, sondern Voraussetzung für den Projekterfolg. Vertrauen, Transparenz und ein gemeinsames Zielverständnis sind zentrale Kriterien bei der Auswahl von Partnern.
Für interessierte Unternehmen bedeutet das konkret: Der Zugang zum Markt erfolgt über mehrere klar definierte Kanäle.
Trafikverket veröffentlicht geplante und laufende Ausschreibungen zentral über seine Beschaffungsplattformen und stellt mehrjährige Procurement-Pläne sowie Projektübersichten öffentlich – und zunehmend auf Englisch – zur Verfügung. Aktuelle Einblicke in den Markt liefern insbesondere die Übersichten zu laufenden und geplanten Ausschreibungen.
Darüber hinaus spielen sogenannte Lieferantendialoge, Informationsveranstaltungen und „Tender Meetings“ eine zentrale Rolle. Diese werden aktiv kommuniziert und ermöglichen es, Projekte bereits in einer frühen Phase zu verstehen und erste Kontakte zu knüpfen.
Für internationale Anbieter empfiehlt sich zudem, gezielt lokale Partner einzubinden und frühzeitig im Markt sichtbar zu werden, etwa durch die Teilnahme an Branchenveranstaltungen wie der kommenden
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Train & Rail Messe (Stockholm 2027)
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