Serbien: Frächter schlagen weiterhin Alarm wegen EES
Erneute LKW- Grenzblockaden in Serbien ab 14. April 2026 angekündigt
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Nach dem Online-Treffen mit der Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission in Brüssel am 27. Februar 2026 hat der serbische Frächterverband – der Initiator der Grenzblockaden an den serbischen Übergängen zur Europäischen Union – am 3. März 2026, im Anschluss an ein Gespräch mit dem serbischen Premierminister Macut, heute Morgen angekündigt, ab 14. April 2026 (ein Tag nach dem serbisch-orthodoxen Ostermontag) neue Proteste der serbischen Frächter zu organsieren. Diesmal sollen nicht nur die Grenzen zur EU auf der Straße, sondern – inoffiziellen Informationen zufolge - auch auf der Eisenbahn blockiert werden.
Die Proteste sollen dieses Mal unbefristet, bis zum Vorliegen einer realisierbaren Lösung für die Frächter dauern.
Zusätzlich wurde angegeben, dass die Frächter aus Bosnien und Herzegowina bereits am 12. März 2026 Blockaden planen, da vermehrt bosnische LKW-Fahrer in der EU wegen Überschreitung der 90/180 Tage Regelung für Aufenthalte von Drittstaatsangehörigen wieder verhaftet wurden.
Bitte beachten Sie, dass sich die Entscheidungen auch schlagartig in jede Richtung wieder ändern können, in Abhängigkeit davon, ob weiter an der Lösung gearbeitet wird.
Die Grenzblockaden der serbischen Frächter dürfen nicht verwechselt werden mit den seit 11.2.2026 andauernden Protesten der serbischen Milchbauern und Viehzüchter, die sporadisch die Straßen in mehreren Städten blockieren.
Vorgeschichte
Nach der Einführung des neuen Entry/Exit-Systems (EES) stehen Transportunternehmen aus Drittstaaten vor erheblichen Herausforderungen im Zusammenhang mit den EU‑Aufenthaltsbestimmungen. Gemäß EU‑Recht dürfen Fahrer aus Nicht-EU-Ländern innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen lediglich 90 Tage im EU-Gebiet verbringen – eine Regelung, die den tatsächlichen Bedarf der Branche deutlich unterschreitet. Eine Verlängerung des Aufenthaltsrechts über ein Visum ist derzeit rechtlich nicht möglich.
Aus diesem Grund hatte der serbische Frächterverband gemeinsam mit Frächtern aus Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie weiteren Nachbarländern zu Protestmaßnahmen gegriffen und die Grenzübergänge zu EU‑Mitgliedstaaten blockiert.Die Blockaden wurden am 30.01.2026 wieder aufgehoben, nachdem die Europäische Kommission in Brüssel zugesagt hatte, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die sich mit der Erarbeitung praktikabler Lösungen für die Branche befassen soll.
Falls keine schnelle Lösung gefunden wird, wird es ab 10.4.2026 für alle (!) serbischen LKW Fahrer nicht mehr möglich sein in die EU zu fahren, da danach bereits alle LKW Fahrer gegen die 90/180 Regel verstoßen würden.
Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an das AußenwirtschaftsCenter Belgrad.