Die gegenwärtige Einführung des Entry/Exit Systems (EES) sorgt in der serbischen Transportwirtschaft für erhebliche Unruhe. Da für LKW-Fahrer aus Drittländern – anders als für Flug-, Zugs- und Schiffspersonal – keine Ausnahmeregelungen vorgesehen sind, und es vonseiten der EU auch keine Anzeichen für eine Änderung gibt, planen Transportunternehmen aus Serbien, Bosnien und Herzegowina und Montenegro am 26. Jänner 2026 Grenzblockaden zu allen EU-Ländern, um auf die drohenden wirtschaftlichen Folgen insbesondere in den Lieferketten aufmerksam zu machen. Seit Inkrafttreten des EES müssen auch professionelle LKW-Fahrer die vollständige biometrische Registrierung an den EU-Außengrenzen durchlaufen. Erste Erfahrungen aus Pilotphasen an anderen Grenzstellen zeigen, dass sich die Abfertigungszeiten aufgrund der zusätzlichen Kontrollen bereits jetzt deutlich verlängern und laut Branchenangaben um bis zu 70 Prozent steigen. Die Logistikbranche warnt eindringlich davor, dass die Kombination aus verpflichtender biometrischer Erfassung, der streng automatisierten Kontrolle der 90/180 Tage Regel sowie dem Fehlen jeglicher Sonderregelungen für Berufskraftfahrer zu massiven Engpässen im Warenverkehr führen wird. Transportunternehmer befürchten dadurch erhebliche Verzögerungen, Störungen der Lieferketten und weitreichende wirtschaftliche Belastungen für die gesamte Region und insbesondere große negative Auswirkungen für EU- Unternehmen, die in Drittländern produzieren (lassen) bzw. aus diesen Zulieferungen haben.
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