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Nahaufnahme einer Brille, eines Taschenrechners und eines Stiftes, die auf bedruckten Zetteln liegen. Auf den Zetteln stehen in Tabellen verschiedene Zahlen sowie sind Statistikkurven.
© Gina Sanders | stock.adobe.com

Weltbank: Subsahara-Afrika wächst trotz globaler Unsicherheiten

Neue Prognosen zeigen robuste Wirtschaftsentwicklung

Lesedauer: 3 Minuten

Angola Eswatini Mosambik Namibia Südafrika Agrarwirtschaft Energiewirtschaft Logistik Software & IT
09.10.2026

Die Wirtschaft in Subsahara-Afrika zeigt sich widerstandsfähiger als viele Prognosen erwarten ließen. Trotz geopolitischer Spannungen, Klimarisiken und finanzieller Herausforderungen rechnet die Weltbank mit einer weiteren Beschleunigung des wirtschaftlichen Wachstums in der Region. Nach Angaben des Africa Economic Update der Weltbankgruppe wird das Wachstum in Subsahara-Afrika von 4,1 Prozent im Jahr 2025 auf 4,3 Prozent im Jahr 2026 steigen. Damit liegt die Prognose um 0,3 Prozentpunkte über der Vorhersage vom April 2026.

Die positive Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund erheblicher globaler Herausforderungen. Geopolitische Konflikte, insbesondere im Nahen Osten, Handelsunsicherheiten, Naturkatastrophen sowie Krankheitsausbrüche und Sicherheitsprobleme belasten nach wie vor zahlreiche Volkswirtschaften der Region. Dennoch profitieren viele Länder von einer verbesserten makroökonomischen Stabilität, einer stärkeren Binnennachfrage sowie Investitionen in den Bereichen Energiewende und digitale Technologien. Die Weltbank betont jedoch, dass das derzeitige Wachstumstempo nicht ausreicht, um die extreme Armut deutlich zu reduzieren oder genügend Arbeitsplätze für die schnell wachsende Bevölkerung zu schaffen.

Sorgen bereitet zudem die Preisentwicklung. Die mittlere Inflationsrate in Subsahara-Afrika soll laut Prognose von 3,7 Prozent im Jahr 2025 auf 5,5 Prozent im Jahr 2026 steigen. Ursache sind vor allem höhere internationale Preise für Treibstoffe, Düngemittel und Lebensmittel. Mit sinkender internationaler Entwicklungsfinanzierung wächst der Druck auf die Staaten, eigene Einnahmequellen zu stärken und nachhaltige Finanzierungsmodelle zu entwickeln.

Die Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung bleiben laut Weltbank überwiegend bestehen. Weitere geopolitische Spannungen könnten die Rohstoffpreise zusätzlich ansteigen lassen und die Inflation weiter verschärfen. Zudem warnen die Experten vor klimabedingten Schocks. Insbesondere ein mögliches El-Niño-Ereignis könnte die landwirtschaftliche Produktion beeinträchtigen und die Ernährungsunsicherheit in vielen Ländern erhöhen.

Die Weltbank sieht in KI großes Potenzial zur Steigerung der Produktivität, zur Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Derzeit konzentriert sich die Nutzung moderner KI-Technologien vor allem auf Länder wie Kenia, Nigeria und Südafrika. Besonders vielversprechend seien kostengünstige und lokal angepasste KI-Anwendungen für Bildung, Landwirtschaft, Gesundheit, Finanzdienstleistungen, Logistik und öffentliche Verwaltung. Dafür seien jedoch Investitionen in eine zuverlässige Stromversorgung, digitale Infrastruktur, erschwingliche Internetzugänge sowie digitale Kompetenzen erforderlich.

Die Weltbank unterstreicht zudem die Bedeutung starker Institutionen und regionaler Kooperation. Initiativen wie die Continental AI Strategy der Afrikanischen Union und die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone (AfCFTA) könnten dazu beitragen, KI-basierte Innovationen breiter verfügbar zu machen und langfristig hochwertige Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen.

Für österreichische Unternehmen eröffnen die positiven Wachstumsaussichten in Subsahara-Afrika zusätzliche Geschäftschancen. Steigende Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung, Energieversorgung und Landwirtschaft schaffen Nachfrage nach Technologien, Maschinen, Dienstleistungen und Know-how, in denen österreichische Betriebe vielfach international wettbewerbsfähig sind. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Für weitere Informationen steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Johannesburg telefonisch oder per Email zur Verfügung.