Kapstadt setzt auf freien Energiemarkt: 500MW-Ausschreibung gestartet
Ein Schritt Richtung Unabhängigkeit von Eskom und hin zu kostengünstiger, nachhaltiger Energieversorgung
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Die Stadt Kapstadt hat eine in Südafrika bisher einzigartige Ausschreibung gestartet, um bis zu 500 Megawatt Strom von unabhängigen Energiehändlern zu beziehen. Ziel der Initiative ist es, die starke Abhängigkeit vom staatlichen Energieversorger Eskom zu reduzieren, die Stromkosten langfristig zu senken und gleichzeitig nachhaltigere Energieversorgung zu ermöglichen
Geplant ist der Abschluss von Stromabnahmeverträgen (Power Purchase Agreements, PPA) mit Laufzeiten zwischen einem und zehn Jahren. Zugelassen sind verschiedene Technologien, darunter Solar- und Windenergie sowie Gaskraftwerke und weitere erneuerbare Energiequellen. Damit setzt die Stadt bewusst auf einen verschiedene Energiequellen, um Versorgungssicherheit und Flexibilität zu erhöhen.
Eine zentrale Anforderung der Ausschreibung ist, dass die potenziellen Anbieter Stromtarife unterhalb der aktuellen Eskom-Zeitnutzungspreise anbieten müssen. Hintergrund ist, dass Kapstadt derzeit rund 70 Prozent seiner Stromtarifeinnahmen für den Bezug von Elektrizität bei Eskom ausgibt. Durch günstigere Alternativen soll sowohl die finanzielle Belastung der Stadt als auch jener der Haushalte und Unternehmen reduziert werden
Teilnahmeberechtigt sind nur von der National Energy Regulator of South Africa lizenzierte Händler. Im zweistufigen Verfahren werden zunächst Anbieter für ein Panel ausgewählt, anschließend ihre finanziellen Angebote bewertet. Die Einreichungsfrist endet am 13. Mai 2026. Erfolgreiche Bieter sind verpflichtet, innerhalb von 36 Monaten nach Vertragsunterzeichnung die erste Stromlieferung aufzunehmen. Zudem muss jedes Projekt eine Mindestleistung von 5 MW erbringen. Wichtig ist auch, dass die Stadt selbst nicht an der Entwicklung der Kraftwerke beteiligt sein wird und nur Strom aus neuen bzw. bislang nicht vertraglich gebundenen Anlagen akzeptiert.
Mit dieser Initiative nimmt Kapstadt eine Vorreiterrolle ein. Erstmals beteiligt sich eine südafrikanische Kommune in großem Umfang direkt am freien Strommarkt und bezieht Energie von unabhängigen Händlern und Aggregatoren. Die Initiative ist Teil einer umfassenderen Energiestrategie der Stadt, die darauf abzielt, die Versorgung stabiler, sauberer und langfristig bezahlbar zu gestalten. Bei erfolgreicher Umsetzung könnte die Strategie als Vorbild für andere Gemeinden dienen und den Wandel des nationalen Energiemarktes weiter beschleunigen.