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Schräg geneigte Solarpanele auf Wiese stehend unter blauem Himmel mit Wolken
© vchalup | stock.adobe.com

Südafrika: Neues Hybridkraftwerk stärkt Kapstadts Energiezukunft

Solar- und Speicheranlage soll Versorgungssicherheit erhöhen

Lesedauer: 3 Minuten

Südafrika Energiewirtschaft Erneuerbare Energien
13.10.2026

Im Oktober 2026 fand die Eröffnungsfeier von Kapstadts neuem Hybridkraftwerk „Helderhoop Solar- und Speicherkraftwerk“ in Atlantis statt. Der Name Helderhoop bedeutet übersetzt „helle Hoffnung“ und soll die Verbindung von Licht und Energie mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft für Atlantis symbolisieren. Mit dem Projekt sollen saubere Energie, neue Arbeitsplätze sowie zusätzliche wirtschaftliche Chancen für Atlantis geschaffen werden. Dies stellt einen bedeutenden Schritt der Stadt dar, um ihre Abhängigkeit von externen Stromanbietern zu verringern und bezahlbaren Strom zu gewährleisten.

Obwohl die Bauarbeiten für das Projekt bereits abgeschlossen sind, wird die Anlage im Rahmen der Inbetriebnahme noch unter kontrollierten Testbedingungen betrieben. Durch das neue Kraftwerk sollen für Kapstadts EinwohnerInnen in den kommenden 20 Jahren Einsparungen von mindestens 400 Millionen Rand erzielt werden, da der erzeugte Strom deutlich günstiger ist als jener von Eskom. Die Inbetriebnahme der Anlage führt jedoch nicht zu einer sofortigen Senkung der Stromtarife. Die Stadt hat noch nicht bekanntgegeben, wann die EinwohnerInnen mit direkten finanziellen Vorteilen rechnen können.

Kapstadt setzt auf Solarenergie und Batteriespeicher

Die 220 Millionen Rand teure Hybridkraftanlage verfügt über 12.850 Solarmodule und zwei Großspeicherbatterien und erstreckt sich über 15 Hektar, was in etwa der Fläche von 21 Rugbyfeldern entspricht. Zudem verfügt sie über eine anfängliche Leistung von 7 MW, die auf bis zu 10 MW erweitert werden kann. Die beiden Batterien haben eine Nennleistung von 5 MW und eine nutzbare Energiespeicherkapazität von 8 MWh. Außerdem kombiniert die Anlage Solarstromerzeugung mit Batteriespeicherung, sodass ein Teil des tagsüber erzeugten Stroms für die spätere Nutzung gespeichert werden kann.

Mit dem neuen Kraftwerk soll gezeigt werden, dass Kommunen eine führende Rolle beim Aufbau ihrer eigenen Energiezukunft und bei der Verringerung der Abhängigkeit von Eskoms teurem und unzuverlässigem Strom übernehmen können.

Neue Energieprojekte eröffnen Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Darüber hinaus wurden während der Bauphase 305 Arbeitsplätze geschaffen und den ArbeiterInnen die Möglichkeit geboten, Erfahrungen im Bereich der Infrastruktur für erneuerbare Energien zu sammeln. Die Stadtverwaltung plant zudem bis 2029 eine weitere 70-MW-Hybridanlage aus Solarenergie und Batteriespeichern in Paardevlei.

Das Helderhoop-Projekt folgt auf Kapstadts Entscheidung, als erste Metropole Strom auf dem freien Markt einzukaufen. Die Stadt schloss Vereinbarungen mit unabhängigen Stromerzeugern zu Preisen ab, die 20 % unter dem Niveau von Eskom liegen. Dies erfolgte im Rahmen eines ersten Programms zur unabhängigen Strombeschaffung im Umfang von 200 MW. Dadurch konnten Berichten zufolge Einsparungen in Höhe von rund 625 Millionen Rand erwirtschaftet werden. Darüber hinaus erzielten EinwohnerInnen und Unternehmen seit Juni 2024 durch den Verkauf von überschüssigem Solarstrom aus ihren Dachsolaranlagen an die Stadt Einnahmen von insgesamt 67 Millionen Rand.

Für österreichische Unternehmen ergeben sich durch den Ausbau der kommunalen Stromerzeugung interessante Geschäftschancen. Insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien, Energiespeicherung, Netztechnik und Digitalisierung bestehen Potenziale für die Lieferung von Technologien und spezialisierten Dienstleistungen. Weitere Möglichkeiten könnten sich durch künftige Ausbauprojekte der Stadt sowie den verstärkten Einsatz von Speicher- und Energiemanagementlösungen ergeben.

Haben wir Ihr Interesse am Energiesektor in Südafrika geweckt? Das AußenwirtschaftsCenter Johannesburg steht Ihnen für weitere Informationen gerne per E-Mail oder telefonisch zur Verfügung.