Südafrikas Stromnetz stabilisiert sich nachhaltig – 300 Tage ohne Loadshedding
Eskom meldet deutliche Fortschritte bei Kraftwerksleistung, Kostenreduktion und Versorgungssicherheit
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Das südafrikanische Stromversorgungsunternehmen Eskom hat am 13. März 2026 einen bedeutenden Meilenstein erreicht: 300 Tage in Folge ohne „Loadshedding“ (Lastabwurf), also ohne kontrollierte, geplante Stromabschaltungen zur Entlastung des Netzes. Dieser Erfolg unterstreicht die anhaltende Erholung und Stärkung der Erzeugungsanlagen im Rahmen des sogenannten Generation Recovery Plans.
Die Stabilität des Netzes wird durch einen konstant hohen Energieverfügbarkeitsfaktor (EAF) gestützt, der im laufenden Geschäftsjahr (1. April 2025 bis 12. März 2026) bei durchschnittlich 65,85 % liegt. Bemerkenswert ist, dass in diesem Zeitraum bereits 83-mal die Marke von 70 % erreicht oder überschritten wurde. Parallel dazu sind die ungeplanten Ausfälle deutlich zurückgegangen: Zwischen dem 6. und 12. März 2026 lagen sie bei 7.224 Megawatt, ein Rückgang um mehr als 8.000 MW gegenüber dem Vorjahr. Der Unplanned Capacity Loss Factor (UCLF) sank im gleichen Zeitraum auf 14,85 %, nachdem er im Vorjahr noch bei über 32 % gelegen hatte. Der Anteil geplanter Wartungen (PCLF) stieg auf durchschnittlich 13,81 % (Vorjahr: 10,21 %), um Umweltauflagen zu erfüllen, die Zuverlässigkeit zu erhöhen und die langfristige Nachhaltigkeit zu sichern
Auch die Diesel-Ausgaben sind erheblich gesunken. Im laufenden Geschäftsjahr wurden 8,58 Milliarden Rand weniger für Diesel ausgegeben, ein Rückgang von über 57 %. Der Einsatz von Dieselgeneratoren beschränkt sich inzwischen weitgehend auf gesetzlich vorgeschriebene Netztests und Reserveanforderungen.
Neben der Stabilisierung der Stromversorgung arbeitet Eskom weiter an der Abschaffung der Lastreduktion in Hochrisikogebieten. Bereits 199.160 Kunden profitieren davon, während ein umfassendes Programm bis 2027 rund 1,69 Millionen Kunden entlasten soll.
Trotz dieser Fortschritte bleibt Stromdiebstahl ein Problem, weswegen Eskom weiterhin vorübergehende Lastreduktionen in besonders betroffenen Gebieten einsetzt.
Eskom setzt verstärkt auf technologische Lösungen und die Zusammenarbeit mit Gemeinden, um ein sicheres und zuverlässiges Stromnetz zu gewährleisten. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die Einführung von Smart Metern, von denen bisher über 444.000 installiert wurden. Sie ermöglichen eine genauere Verbrauchserfassung und tragen dazu bei, Verluste zu reduzieren. Allerdings wird die Umsetzung in einigen Regionen durch Widerstände erschwert, was zu Verzögerungen führt.
Mit einer verfügbaren Kapazität von 27.652 MW gegenüber einer erwarteten Spitzenlast von 23.858 MW bewertet Eskom die Versorgungslage als stabil und mit ausreichenden Reserven. Der Energieversorger veröffentlicht weiterhin wöchentliche Systemberichte, um Transparenz zu gewährleisten.
Südafrika ist auf einem vielversprechenden Weg zu einer stabileren und zuverlässigeren Energieversorgung. Der aktuelle Erfolg ist ein bedeutender Schritt, doch die langfristige Sicherung des Stromnetzes bleibt eine Herausforderung, die es zu bewältigen gilt.