1. Juli: Tag der Personenbetreuung
Premiere
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Der Fachverband Personenberatung und Personenbetreuung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hat den 1. Juli 2026 zum ersten österreichischen Tag der Personenbetreuung erklärt. Damit soll eine Branche ins Zentrum der Öffentlichkeit gerückt werden, die viele als selbstverständlich betrachten, die es jedoch nicht ist.
Der Geburtenrückgang und eine überalterte Bevölkerung führen zu einer starken Nachfrage nach Unterstützungsleistungen im Alltag. Erbracht werden diese vielfach von 24-Stunden-Betreuungskräften. Bereits vor 19 Jahren, am 1. Juli 2007, trat in Österreich das Gesetz zur Regelung der Personenbetreuung in Kraft. „Mit dem Tag der Personenbetreuung wollen wir den Fokus nun auf Maßnahmen lenken, die notwendig sind, um insbesondere die Rund-um-Betreuung in den eigenen vier Wänden für die Zukunft nachhaltig abzusichern“, erklärt Harald Zumpf, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung im Burgenland.
Konkret wurde die 24-Stunden-Betreuung im Jahr 2007 mit dem Hausbetreuungsgesetz und Änderungen der Gewerbeordnung rechtlich ermöglicht. Seitdem können Betreuungskräfte legal als selbständige Personenbetreuerinnen und Personenbetreuer tätig sein oder (seltener) in einem Arbeitsverhältnis beschäftigt werden. Gleichzeitig wurde 2007 eine Förderung für die betreuten Personen von monatlich 550 Euro eingeführt, um die Betreuung für sie und ihre Familien finanziell zu ermöglichen. Seither hat sich die finanzielle Unterstützung der 24-Stunden-Betreuung seitens des Staates kaum weiterentwickelt.
Die Kosten für die 24-Stunden-Betreuung summieren sich für die Familien auf monatlich rund 4.000 Euro. Diese setzen sich u.a. zusammen aus dem Honorar für die Betreuungsperson, deren Verpflegung oder auch anteiligen Kosten für Energie und Fahrten. Damit die Rund-um-die-Uhr-Betreuung daheim für Familien leistbar bleibt, sind vor allem zwei Maßnahmen notwendig:
- eine spürbare Reduktion der generellen Steuer- und Abgabenlast für Personenbetreuerinnen und -betreuer sowie für die betroffenen Familien, um finanzielle Spielräume zu schaffen und faire Honorare zu ermöglichen;
- ein konsequenter Bürokratieabbau, um administrative Hürden und den formalen Aufwand rund um die Organisation der Betreuung zu reduzieren und betroffene Familien spürbar zu entlasten.
„Mit dem vom Fachverband ausgerufenen ersten österreichischen Tag der Personenbetreuung wollen wir Schritte aufzeigen, die notwendig sind, um die 24-Stunden-Betreuung auch zukünftig sicherzustellen: Dazu zählen eine zeitgemäße Erhöhung der Förderung und der Einkommensgrenze, sowie deren jährliche Valorisierung - so wie es bei vielen anderen Sozialleistungen längst üblich ist“, fordert Obmann Harald Zumpf. Der Bedarf an Personenbetreuung in Österreich nimmt aufgrund der steigenden Lebenserwartung stark zu.
Im Burgenland gibt es derzeit 3.391 aktive Personenbetreuer und 53 aktive Vermittlungsunternehmen.
Weiter Informationen unter www.daheimbetreut.at und firmen.wko.at.
Harald Zumpf, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung
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