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Innungsmeister Roman Toth
© WKB

Ein Ort der Erinnerung – so individuell wie das Leben selbst

Allerheiligen

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 22.10.2026

Allerheiligen ist eine Zeit des Innehaltens, des bewussten Gedenkens an jene Menschen, die uns vorausgegangen sind. Eine individuell gestaltete Grabanlage ist ein wichtiger Teil der Kultur: Sie kann die Werte eines Menschen oder einer Familie widerspiegeln, Verbundenheit ausdrücken und Angehörigen einen Platz für ihre Trauer und ihre Erinnerungen geben. Gemeinsam mit dem Kunden gestalten die burgenländischen Steinmetze ein Zeichen des Abschieds und der Erinnerung.


Die Gräber auf den Friedhöfen werden zu Orten der Begegnung zwischen Vergangenheit und Gegenwart – und zu ganz persönlichen Plätzen, die Geschichten erzählen. Die burgenländischen Steinmetzbetriebe begleiten Angehörige dabei, diese Erinnerungsorte individuell zu gestalten und die Persönlichkeit eines geliebten Menschen sichtbar zu bewahren.

„Jeder Mensch hinterlässt Spuren, die so einzigartig sind wie sein Leben. Diese Individualität darf sich auch in der Gestaltung eines Grabmals widerspiegeln“, betont Landesinnungsmeister Roman Toth. „Naturstein bietet dafür eine außergewöhnliche Vielfalt an Farben, Strukturen und Oberflächen. Gemeinsam mit dem handwerklichen Können unserer Steinmetze entstehen daraus bleibende Zeichen der Erinnerung.“

Trend zu farbenfrohen Natursteinen

„Allerheiligen ist im Berufsjahr eines Friedhofssteinmetzes die Deadline“, ergänzt Steinmetz Christian Erber. „Sind unsere Arbeiten unter dem Jahr terminlich relativ flexibel, ist ab Mitte des Jahres für unsere Kunden klar, dass die beauftragten Arbeiten bis 1. November fertiggestellt sein sollen.“ Je näher der Termin kommt, desto mehr Aufmerksamkeit erhält der Friedhof. Die Palette der auszuführenden Arbeiten reicht von kleinen Aufträgen wie Fixierungen von Grabvasen oder Neueinfärbungen von Inschriften bis hin zu großen Eingriffen wie Fundamenterneuerungen oder neuen Grabdeckeln.

In den letzten Jahren geht der Trend am Friedhof ganz klar weg vom klassischen, schwarzen Granit mit goldener Inschrift, hin zu helleren, bunteren Materialien. „Hinterbliebene sehen die Grabstellen nicht mehr als repräsentative Monumente, sondern als Chance, an Verstorbenen zu erinnern. Eine lebensbejahende, fröhliche Person wird somit gerne mit lebendigen, farbenfrohen Natursteinen in Kombination mit charakteristischer Formsprache und personalisiertem Schriftbild abgebildet“, berichtet Erber.

Beständigkeit, die mit der Natur verbunden bleibt

Ob schlicht und zeitlos, modern und klar oder traditionell und kunstvoll gestaltet: Die Möglichkeiten der Grabgestaltung sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Form, Material, Bearbeitung und Schrift lassen sich auf persönliche Wünsche abstimmen und können besondere Eigenschaften, gemeinsame Erlebnisse oder die Lebensgeschichte eines Menschen zum Ausdruck bringen.

„Die Natur baut mit Stein – Wir formen die Erinnerung!“, bekräftigt Innungsmeister Toth. „Ein Grabstein ist mehr als ein Zeichen des Abschieds – er wird zum bleibenden Erinnerungs- und Gedenkstein. Die Natur schenkt uns das Fundament aus beständigem Stein. Gemeinsam mit dem Kunden und unserer Handwerkskunst des Steinmetzmeisters gestalten wir daraus eine zutiefst persönliche Note, die das Wesen und das Leben des Verstorbenen widerspiegelt.“ Denn jeder Mensch ist einzigartig – und jeder Erinnerungsort darf es auch sein.

Im Burgenland gibt es 33 Steinmetz-Betriebe.

 

Innungsmeister Roman Toth



Steinmetz Christian Erber

// Fotos © WKB