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Wirtschaftskammerpräsident Mst. Andreas Wirth und Wirtschaftskammerdirektor Harald Schermann (v. l.)
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Bürokratie kostet burgenländische Betriebe 400 Millionen Euro jährlich

WK Burgenland fordert Tempo beim Bürokratieabbau

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Aktualisiert am 02.04.2026

Bürokratie kostet die burgenländischen Betriebe jährlich rund 400 Millionen Euro und bindet Millionen an Arbeitsstunden. Eine aktuelle Hochrechnung der KMU Forschung Austria zeigt das volle Ausmaß der Belastung für die Unternehmen im Land.


Insgesamt wenden Betriebe im Burgenland rund 7,4 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr für bürokratische Pflichten auf. Österreichweit summiert sich dieser Aufwand auf etwa 320 Millionen Arbeitsstunden, was rund 195.000 Vollzeitstellen entspricht.

„Diese Zahlen machen deutlich, wie viel wertvolle Arbeitszeit nicht in produktive Tätigkeiten fließt, sondern durch administrative Anforderungen gebunden wird“, erklärt Wirtschaftskammerpräsident Mst. Andreas Wirth.

Wie stark die Bürokratie den betrieblichen Alltag prägt, verdeutlicht Wirtschaftskammerdirektor Harald Schermann: „Die burgenländischen Unternehmen verbringen jede Woche mehr als einen Tag nur mit Bürokratie – das ist verlorene Zeit, die bei den Kundinnen und Kunden und in der betrieblichen Weiterentwicklung fehlt.“

Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind besonders betroffen, da sie über weniger personelle Ressourcen verfügen und der administrative Aufwand hier besonders stark ins Gewicht fällt.

„Wir sprechen hier von einem enormen Zeit- und Kostenfaktor für unsere Betriebe. Jede Stunde, die in Formulare, Dokumentationen und Meldepflichten fließt, fehlt für Innovation, Investitionen und Kundenservice“, betont Wirth.

Für die Wirtschaftskammer Burgenland ist daher klar, dass rasch gegengesteuert werden muss. „Die Entlastungen müssen schnell bei den Unternehmen ankommen – nicht auf dem Papier, sondern in der Praxis“, fordert Wirth.

Auch im internationalen Wettbewerb sei der Handlungsdruck hoch: „Während andere Länder gezielt entlasten, verlieren wir wertvolle Zeit durch überbordende Vorschriften. Das ist ein klarer Standortnachteil“, so Schermann.

Abschließend unterstreicht Wirth: „Wir brauchen eine echte und nachhaltige Bürokratiebremse. Jeder abgebaute bürokratische Schritt hilft unseren Betrieben, wirtschaftlich stark zu bleiben, Investitionen zu tätigen und Arbeitsplätze zu sichern.“

Ein erster Schritt im Burgenland gestartet

Mit der Plattform „wenigerbuerokratie.at“ können Unternehmen konkrete bürokratische Hürden melden und Verbesserungsvorschläge einbringen. Ziel ist es, praxisnahe Beispiele direkt aus den Betrieben zu sammeln und gezielt in Entlastungsmaßnahmen einfließen zu lassen. „Wir wollen Bürokratie sichtbar machen und rasch reduzieren, damit Unternehmer künftig wieder mehr Zeit für ihr Kerngeschäft haben“, so Wirth und Schermann abschließend.

 


Wirtschaftskammerpräsident Mst. Andreas Wirth und Wirtschaftskammerdirektor Harald Schermann (v. l.) // Foto © WKB