Burgenlands Handel zeigt klare Zeichen der Erholung
Nach zwei Jahren rückläufiger Entwicklung setzte der burgenländische Handel 2025 erstmals wieder positive Signale. Das geht aus dem von der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Burgenland in Auftrag gegebenen Konjunkturbericht des Instituts für Österreichs Wirtschaft (iföw) hervor. Die Umsätze stiegen spürbar, wichtige Wachstumsimpulse lieferten vor allem Großhandel und Kfz‑Wirtschaft. Zugleich war das Burgenland das einzige Bundesland mit einem Beschäftigungszuwachs im Handel.
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Der burgenländische Handel verzeichnete im Jahr 2025 einen spürbaren Aufwärtstrend. Die Umsätze stiegen nominell um 3,5 Prozent und erreichten damit einen Gesamtwert von rund sieben Milliarden Euro (netto). Preisbereinigt ergab sich erstmals seit 2022 wieder ein reales Wachstum von zwei Prozent. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatten der Großhandel und die Kfz-Wirtschaft, während der Einzelhandel zwar nominell sein Niveau halten konnte, real jedoch Rückgänge verzeichnete.
Gleichzeitig trugen vergleichsweise moderate Preissteigerungen im Einzel- und Großhandel dazu bei, dass der Handel insgesamt weiterhin inflationsdämpfend wirkte.
Burgenland als Vorzeigeland bei Beschäftigungswachstum im Handel
Entgegen dem bundesweiten Trend verzeichnete das Burgenland 2025 als einziges Bundesland ein Beschäftigungsplus. 17.967 unselbständig Beschäftigte im Handel entsprachen einem Plus von 1,1 Prozent oder 196 Arbeitsplätzen mehr als noch im Jahr davor.
Das deutlichste Wachstum in absoluten Zahlen gab es im Einzelhandel (+162 Beschäftigte), relativ betrachtet in der Kfz-Wirtschaft (+4,1 Prozent). Lediglich beim Großhandel war ein moderater Rückgang feststellbar. Parallel dazu stiegen die Arbeitslosenzahlen leicht, während die Zahl der offenen Stellen zurückging.
„Nach herausfordernden Jahren zeigte sich 2025 erstmals ein sichtbarer Aufwärtstrend im burgenländischen Handel“, bewertete Spartenobmann Alexander Fischer die Ergebnisse des Konjunkturberichts als ermutigende Zeichen: „Damit diese Erholung nachhaltig wird, brauchen unsere Betriebe aber faire und verlässliche Rahmenbedingungen – insbesondere im Wettbewerb mit internationalen Online-Plattformen. Gleichzeitig zeigt der Beschäftigungszuwachs: Der Handel im Burgenland bleibt ein stabiler Arbeitgeber und ein zentraler Motor für den Wirtschaftsstandort.“
Großhandel und Kfz-Wirtschaft trieben das Wachstum an
Der Großhandel erholte sich deutlich und steigerte seine Umsätze um 7,6 Prozent auf rund 3 Milliarden Euro (netto), was preisbereinigt einem Plus von 6,7 Prozent entspricht. Auch die Kfz-Wirtschaft setzte ihren Wachstumskurs fort und verzeichnete mit einem nominellen Zuwachs von 12,9 Prozent sowie einem realen Plus von zehn Prozent besonders kräftige Impulse.
Lebensmitteleinzelhandel mit nominell höchstem Umsatzplus
Innerhalb des Einzelhandels zeigten sich Unterschiede zwischen den Branchen. Der Lebensmitteleinzelhandel erzielte trotz herausfordernder Rahmenbedingungen nominell das höchste Umsatzwachstum und legte um 2,3 Prozent auf in Summe rund 1,1 Milliarden Euro zu. Auch die Bereiche Spiel und Sport, Zeitungen und Bücher sowie Elektro, Möbel und Heimwerkerbedarf konnten nominell leichte Zuwächse verbuchen. Demgegenüber standen Rückgänge im Blumeneinzelhandel, bei Bekleidung und Schuhen, den Branchen Uhren und Schmuck sowie bei Drogerien und Apotheken.
Elektro, Möbel, Heimwerkerbedarf wuchs auch real
Preisbereinigt konnten die Einzelhandelsbranchen im Burgenland im Vorjahr mit Ausnahme des Bereichs Elektro, Möbel, Heimwerkerbedarf (+ 1,4 Prozent) kein reales Konjunkturwachstum erzielen.
Ausblick: Weiterer Aufschwung erwartet
Prognosen des WIFO deuten auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklung hin: 2026 und 2027 sollte sich demnach die begonnene Konjunkturerholung weiter verstärken.
Spartenobmann Alexander Fischer // Foto © WKB