Mehr Online im Burgenland – Handel zwischen Chance und Herausforderung
Aktuelle Studie im Auftrag der Sparte Handel
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Online-Shopping bleibt auch im Burgenland auf Wachstumskurs: Bereits 74 Prozent der Bevölkerung kaufen laut aktueller Studie im Auftrag der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Burgenland online ein. Für den heimischen Handel bringt diese Entwicklung Herausforderungen – aber auch klare Chancen zur Positionierung.
Der Onlinehandel entwickelt sich auch im Burgenland weiterhin dynamisch. Laut aktueller Studie, erstellt vom Institut für Österreichs Wirtschaft, nutzen mittlerweile 96 Prozent der Bevölkerung das Internet, 85 Prozent davon sogar täglich. Parallel dazu steigt auch die Bedeutung des Online-Shoppings weiter: 74 Prozent der Burgenländerinnen und Burgenländer kaufen mittlerweile im Internet ein – vor zehn Jahren waren es 54 Prozent. Allein im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Online-Shopper um rund acht Prozent gewachsen.
Besonders stark zeigt sich der Trend bei Modeartikeln: Schon jeder zweite Konsument kauft Bekleidung oder Schuhe online. Deutlich zugelegt haben auch die Warengruppen Möbel/Garten sowie Kosmetikprodukte. Lebensmittel hingegen bleiben mit neun Prozent weiterhin ein Nischenthema.
Auch beim Einkaufsverhalten über internationale Plattformen zeigt sich: Mehr als ein Drittel der Burgenländer bestellt mittlerweile bei Temu, auch Anbieter wie Shein, AliExpress und Wish gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Eine Entwicklung, die sich auch in den Ausgaben widerspiegelt: Die Online-Ausgaben stiegen 2025 auf rund 300 Millionen Euro, das entspricht 11,4 Prozent der gesamten Einzelhandelsausgaben im Burgenland.
Gerade aber asiatische Plattformen wie Temu oder Shein seien kritisch zu bewerten, warnt Rudolf Fabsits, Obmann des burgenländischen Versand-, Internet- und allgemeinen Handels: „Häufig bestehen Bedenken hinsichtlich Produktqualität, Produktsicherheit und Gewährleistungsdurchsetzung, zudem wird immer wieder auf Probleme im Zusammenhang mit Produktfälschungen hingewiesen.“
Der Online-Handel sei zweifelsohne gekommen, „um zu bleiben – und er wächst weiter dynamisch“, so Fabsits. „Für unsere heimischen Handelsbetriebe bedeutet das aber nicht nur Wettbewerb, sondern auch eine Chance. Entscheidend wird sein, die eigenen Stärken wie Beratung, Regionalität und Service gezielt mit digitalen Angeboten zu verbinden. Diese Kombination aus stationärem Geschäft und digitalen Vertriebswegen wird zunehmend zum Erfolgsfaktor. Gleichzeitig braucht es faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber internationalen Plattformen, um die Wertschöpfung weiter im Burgenland zu halten.“
Rudolf Fabsits, Obmann des burgenländischen Versand-, Internet- und allgemeinen Handels // Foto © WKB