Mentale Gesundheit im Alltag - Erreichbar, aber nicht ständig verfügbar
10. Oktober: Welttag der psychischen Gesundheit (World Mental Health Day)
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Petra Bischof-Oswald, die stellvertretende Obfrau der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung, spricht anlässlich des Aktionstages den Umgang mit digitalen Medien an: „Nicht jede Nachricht braucht eine sofortige Antwort – Ständige Erreichbarkeit darf nicht wichtiger werden als die eigene Ruhe.“
Die dauerhafte digitale Präsenz kann die mentale Gesundheit belasten. Wer regelmäßig E-Mails, Messenger-Nachrichten oder soziale Medien kontrolliert, findet oft nur schwer in echte Ruhephasen. Gedanken kreisen um offene Nachrichten, Erwartungen anderer und die nächste Reaktion. Hinzu kommt der Vergleich mit Bildern und Lebensentwürfen in sozialen Netzwerken. Die meist ausgewählten Einblicke können das Gefühl auslösen, nicht genug zu leisten, nicht erfolgreich genug zu sein oder etwas zu verpassen.
„Psychosoziale Beratung bietet Unterstützung, wenn digitale Erreichbarkeit zur Belastung wird. Sie schafft einen vertraulichen Rahmen, in dem persönliche Erfahrungen, Unsicherheiten und Stressfaktoren Platz haben. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, wie digitale Medien vollständig vermieden werden können“, erklärt Petra Bischof-Oswald, die als Berufsgruppensprecherin den Bereich psychosoziale Beratung in der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung vertritt.
„Häufig stehen hinter ständiger Verfügbarkeit der Wunsch nach Zuverlässigkeit, Anerkennung oder Kontrolle. Wichtig ist es, Erwartungen zu hinterfragen und sich selbst mehr Raum zu geben: Nicht jede Nachricht oder Information braucht eine sofortige Reaktion“, konstatiert Bischof-Oswald.
Entscheidend ist ein Umgang mit digitalen Medien, der zum eigenen Leben, den persönlichen Bedürfnissen und beruflichen Anforderungen passt. Gemeinsam werden in der Beratung stressauslösende Situationen, wie zum Beispiel der Blick aufs Smartphone am Morgen, berufliche Nachrichten nach Feierabend oder der Druck, in sozialen Medien präsent zu sein, reflektiert.
Psychosoziale Beratung stärkt die Selbstwahrnehmung und hilft, Anspannung, Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme früh zu erkennen. Individuelle Strategien wie feste Nachrichtenzeiten, bewusste Pausen, digitale Auszeiten und klar kommunizierte Erreichbarkeitszeiten entlasten.
Fazit:
Digitale Erreichbarkeit ist hilfreich, wenn sie bewusst gestaltet wird. Wird sie jedoch zum Dauerzustand, kann sie Erholung, Selbstwert und innere Ruhe beeinträchtigen. Psychosoziale Beratung unterstützt dabei, Belastungsmuster zu erkennen, persönliche Grenzen zu setzen und digitale Medien wieder als Werkzeug zu nutzen – statt sich von ihnen bestimmen zu lassen.
Bild: Petra Bischof-Oswald// Foto © zVg