Selbständig aus Leidenschaft: Ein-Personen-Unternehmen auf Wachstumskurs
Sie sind Firmenleitung, Mitarbeiter, Buchhaltung etc. in einer Person und prägen Burgenlands Wirtschaft stärker denn je: Bereits 65,1 Prozent der heimischen Unternehmen sind Ein-Personen-Unternehmen (EPU) – ein neuer Höchststand.
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Laut jüngster WK-Statistik gab es mit 31.12.2025 im Burgenland 14.206 Ein-Personen-Unternehmen (EPU) - um 436 mehr als im Vorjahr.
„Diese beeindruckende Zahl und der hohe prozentuelle Anteil zeigen klar: Ein-Personen-Unternehmen sind ein Schlüsselfaktor der heimischen Wirtschaft. Sie beleben Regionen und Branchen und stehen für unternehmerische Dynamik“, betont Wirtschaftskammerpräsident Mst. Andreas Wirth.
Besonders hoch ist der EPU-Anteil in den Sparten Gewerbe und Handwerk (58,1 Prozent), Handel (20,2 Prozent) sowie Information und Consulting (13,4 Prozent). Das weibliche Geschlecht ist in Sachen EPU eindeutig in der Mehrzahl: 58,7 Prozent der burgenländischen EPU werden von Frauen geführt. Regional gesehen finden sich die meisten Ein-Personen-Unternehmen im Burgenland in den Bezirken Neusiedl (2.921), Eisenstadt und Umgebung (2.860) sowie Oberwart (2.446).
„Ein-Personen-Unternehmen sind hochqualifizierte Allrounder, die ihren Beruf aus Überzeugung gewählt haben. Hier wird die ganze Arbeit von der Firmenleitung persönlich und allein erledigt, Präzision und Perfektion werden großgeschrieben. Das Ergebnis sind Dienstleistungen auf höchstem Niveau – direkt vom Profi und aus einer Hand“, unterstreicht Landessprecherin Daniela Jagschitz die Schlüsselrolle der EPU für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
Selbständig aus Leidenschaft
Viele EPU setzen aus Überzeugung und mit großer unternehmerischer Leidenschaft den Schritt in die Selbständigkeit, wie aus dem aktuellen EPU-Monitoringbericht 2025/2026 hervorgeht. Die zentralen positiven Motive haben weiter an Bedeutung gewonnen: Unabhängigkeit erreicht mit 83 Prozent den höchsten bisher gemessenen Wert, gefolgt von Selbstverwirklichung (77 Prozent) und flexibler Zeiteinteilung (71 Prozent). Auch das Erkennen einer Marktchance beziehungsweise die Umsetzung einer Produktidee als Gründungsmotiv ist gegenüber der Erhebung 2024 deutlich gestiegen – von 42 auf 49 Prozent.
WK: Wichtige Schritte erreicht, weiterer Handlungsbedarf bleibt
Mit der Aktivpension und dem Steuerfreibetrag von bis zu 15.000 Euro für Arbeiten über das Regelpensionsalter hinaus sowie der Anhebung der Kleinunternehmergrenze auf 55.000 Euro seien wichtige Entlastungen für EPU auf den Weg gebracht worden, so Kammerpräsident Wirth: „Jetzt kommt es aber darauf an, Bürokratie weiter abzubauen und den Entlastungskurs fortzusetzen. Unsere EPU brauchen verlässliche, praxistaugliche Rahmenbedingungen!“ Gefordert werden insbesondere eine weitere Anhebung der Kleinunternehmerregelung auf die maximale Grenze von 85.000 Euro gemäß EU-Rechtsrahmen sowie Verbesserungen beim Gewinnfreibetrag und die Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 2.500 Euro, um Investitionen zu erleichtern und den bürokratischen Aufwand zu senken.
Zufriedenheit mit Wirtschaftskammer auf hohem Niveau
Die Nutzung der Wirtschaftskammer-Services durch EPU ist hoch: Jedes zweite EPU greift auf die vielfältigen Angebote zurück. 83 Prozent sind sehr oder eher mit den Wirtschaftskammer-Services zufrieden. Genutzt werden unter anderem Online-Tools wie der SV- und Steuer-Rechner, der Preisrechner, praxisbezogene Handbücher sowie eine breite Palette an Webinaren.
Weitere Informationen: www.wko.at/bgld/netzwerke/ein-personen-unternehmen
Wirtschaftskammerpräsident Mst. Andreas Wirth
EPU- Landessprecherin Daniela Jagschitz // Fotos © WKB