Sparte Industrie Burgenland begrüßt Industriestrategie des Bundes
Die Industriestrategie sei „ein klares Bekenntnis zur produzierenden Wirtschaft“, so Spartenobmann KommR Christoph Blum. Jetzt brauche der Standort eine „rasche Umsetzung.“
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Als wichtigen Impuls für die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich bewertet die Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Burgenland die von der Bundesregierung präsentierte Industriestrategie. Insbesondere das Burgenland mit seinen innovativen mittelständischen Industriebetrieben und spezialisierten Zulieferstrukturen sei auf stabile und nachhaltige Rahmenbedingungen angewiesen, unterstreicht Spartenobmann KommR Christoph Blum:
Die Strategie setzt wichtige Akzente und greift zentrale Anliegen der Industrie auf – von einem wettbewerbsfähigen Industriestrompreis über effizientere Genehmigungsverfahren bis hin zu zielgerichteten Investitionen in Schlüsseltechnologien.

KommR Christoph Blum
Spartenobmann
Starkes Signal für die produzierende Wirtschaft
Für die burgenländische Industrie sei die klare Schwerpunktsetzung der Bundesregierung ein wesentliches Zeichen, so Blum: „Es ist wichtig, dass die Industrie als tragende Säule des Standortes anerkannt wird. Die Strategie zeigt, dass die Politik die Wettbewerbsfähigkeit produzierender Unternehmen stärken möchte – das ist gerade angesichts der aktuellen Kostenbelastungen unverzichtbar.“ Die Stärkung der industriellen Basis sei nicht nur für große Leitbetriebe, sondern auch für die zahlreichen kleinen und mittleren Industriebetriebe im Burgenland entscheidend, welche „hochwertige Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung und langfristige Standortentwicklung sichern.“
Langfristige Finanzierung und zügige Umsetzung essenziell
„Strategien wirken nur, wenn sie verlässlich umgesetzt und über Jahre hinweg finanziert werden. Für die Industrie ist Planungssicherheit ein zentrales Kriterium. Unternehmen brauchen klare, stabile Rahmenbedingungen, um Investitionen zu tätigen“, betont der Spartenobmann. Die Zielsetzungen der Industriestrategie 2035 gehen in die richtige Richtung. Einige Maßnahmen müssen noch konkretisiert werden. Die Herausforderungen sind ambitioniert. Umso wichtiger sei es, dass die Maßnahmen „nicht in Ankündigungen steckenbleiben, sondern rasch wirksam werden.“
Wettbewerbsfähige Energiepreise und raschere Verfahren als Schlüssel
Zu den aus Sicht der burgenländischen Industrie zentralen Elementen zählen vor allem:
1. Ein wettbewerbsfähiger Industriestrompreis
Die Energiekosten belasten viele Betriebe erheblich. Ein international vergleichbarer Preis sei eine grundlegende Voraussetzung, damit Wertschöpfung in Österreich gehalten und weiter ausgebaut werden könne. „Ohne wettbewerbsfähige Energiepreise kann Industrie im Burgenland nicht auf Dauer bestehen – das ist eine der zentralen Herausforderungen“, so Blum.
2. Effiziente und beschleunigte Genehmigungsverfahren
Komplexe und langwierige Verfahren stehen Investitionsvorhaben häufig entgegen. Die angekündigten Beschleunigungen seien ein wichtiger Schritt. „Investitionen brauchen Tempo. Digitalisierung, Vereinfachungen und klare Abläufe müssen nun rasch umgesetzt werden“, so Blum.
3. Gezielte Förderung von Schlüsseltechnologien
Die Fokussierung auf strategisch relevante Technologien schaffe Orientierung und ermögliche eine gezieltere Verteilung öffentlicher Mittel. Man darf jedoch bestehende Stärkefelder nicht aus dem Fokus verlieren.
Die Verbindung von Forschung, Entwicklung und industrieller Anwendung ist entscheidend. Wir müssen es schaffen, Innovationen schneller in marktreife Produkte zu überführen.

KommR Christoph Blum
Spartenobmann
Ganzheitlicher Blick auf Wertschöpfungsketten
Blum hebt hervor, dass technologische Fortschritte nur dann wirksam werden, wenn auch Zulieferbetriebe, Dienstleister und angrenzende Branchen mitgedacht werden. „Industrie funktioniert immer in Netzwerken. Wenn wir Schlüsseltechnologien fördern, müssen wir gleichzeitig die gesamte Wertschöpfungskette im Blick behalten – vom Leitbetrieb bis zum regionalen Zulieferer.“ Gerade im Burgenland habe diese Vernetzung große Bedeutung, da viele Betriebe eng miteinander kooperieren und sich gegenseitig technologisch wie wirtschaftlich stützen.
Praxisnähe als entscheidender Maßstab
Die Wirksamkeit der Industriestrategie werde sich daran bemessen lassen, ob sie im betrieblichen Alltag spürbare Entlastungen bringt. Blum betont: „Für die Betriebe zählt, was konkret ankommt. Die Strategie muss dazu führen, dass Energiepreise sinken, Verfahren beschleunigt werden und Förderinstrumente leichter zugänglich sind. Nur dann wird die Industrie tatsächlich entlastet. Die Wirtschaftskammer Burgenland wird sich weiterhin aktiv in die Gestaltung der Umsetzung einbringen und die Interessen der Industriebetriebe konsequent vertreten.“
Im Burgenland gibt es 148 Industriebetriebe.
Spartenobmann KommR Christoph Blum // Foto © WKB