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Symbolfoto Lkw-Foto
© Adobestock

Wirtschaftskammer appelliert: Geplante Lkw-Maut nochmals überdenken

„Falsches Signal“

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 13.08.2026

Die Wirtschaftskammer Burgenland sieht die vorgestellten Pläne für eine eigene Lkw-Maut im Burgenland mit großer Sorge. Sie appelliert an die politischen Verantwortungsträger, die Entscheidung und ihre Folgen für Wirtschaft und Bevölkerung nochmals sorgfältig zu überdenken.


Die burgenländischen Betriebe stehen bereits jetzt unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Hohe Kosten, eine schwache Konjunktur und zurückhaltende Investitionen belasten den Standort. Eine zusätzliche Lkw-Maut im Burgenland wäre in dieser Situation kontraproduktiv und das falsche Signal.

Maut trifft Betriebe und Konsumenten

„Eine Lkw-Maut trifft nicht nur die Transporteure. Die zusätzlichen Kosten ziehen sich durch die gesamte Wertschöpfungskette und müssen von den Betrieben letztlich an die Burgenländerinnen und Burgenländer weiterverrechnet werden. Damit werden vor allem die Konsumenten belastet.“

Ob Schotter auf eine Baustelle geliefert wird, Milch in die Regale kommt oder Möbel zugestellt werden: Wird der Transport teurer, steigen auch die Kosten für Produkte und Dienstleistungen. Gerade heimische Betriebe können die Wohnorte ihrer Kunden und Baustellen nicht einfach umfahren und wären daher besonders betroffen.

Maut belastet auch Vereine und Schulen

Und nicht nur das: Da die neue Lkw-Maut auch den individuellen Busverkehr betrifft, würden die zusätzlichen Kosten ebenso Vereine, Schulen und andere Organisationen treffen. Ob Vereinsausflug, Schulausflug, Exkursion oder gemeinsame Fahrt zu einer Veranstaltung – auch hier werden die Mehrkosten letztlich bei den Burgenländerinnen und Burgenländern ankommen.

Die burgenländische Wirtschaft braucht Wachstumsimpulse, Investitionen und Planungssicherheit. Als Alternative sollte geprüft werden, ob es nicht sinnvoller wäre, die Übergewinne aus der bestehende Straßenmaut über den Finanzausgleich wieder an die Bundesländer zurückzuführen. Die Erlöse der ASFINAG aus der LKW-Maut betrugen 2025 fast 1,8 Milliarden Euro. Damit würde die Finanzierung breiter verteilt, statt einzelne Regionen und ihre Betriebe überproportional zu belasten.

Die Wirtschaftskammer richtet daher einen klaren Appell an die Mitglieder der Burgenländischen Landesregierung und des Burgenländischen Landtages, vor einer Zustimmung zu einer heimischen LKW-Maut die wirtschaftlichen Auswirkungen nochmals genau abzuwägen.

„Wir laden die politischen Entscheidungsträger ein, mit unseren Unternehmerinnen und Unternehmern ins Gespräch zu kommen und sich ein klares Bild davon zu machen, wie es der Wirtschaft im Burgenland derzeit tatsächlich geht. Die Sorgen und Herausforderungen der Betriebe müssen bei einer solchen Entscheidung berücksichtigt werden.“

Die Wirtschaftskammer Burgenland appelliert daher an die Verantwortlichen, die geplante Lkw-Maut nochmals zu überdenken und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die den Wirtschaftsstandort stärken, anstatt Betriebe und Konsumenten zusätzlich zu belasten.