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Weiterbildung für Versicherungsmakler

Lehrplan zur Weiterbildung verzögert sich voraussichtlich

Der Fachverband der Versicherungsmakler hat in den letzten Wochen intensiv an der Erstellung eines Lehrplans für die verpflichtende Weiterbildung gearbeitet.

Leider ist es derzeit noch nicht absehbar, wann der Lehrplan für Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten in Kraft treten wird, da diverse rechtliche Fragen aufgeworfen worden sind, die WKÖ-intern bzw. in Abstimmung mit dem Ministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort zu beantworten sind.

Nachstehend ein kurzer Einblick in den Lehrplanentwurf, der sich an der gesetzlichen Grundlage des § 137b Abs. 3 und 3a GewO in Verbindung mit der Anlage 9 der GewO (= Anlage A der IDD = Mindestanforderungen an berufliche Kenntnisse und Fähigkeiten) orientiert: 

  • Grundsätzliche Unterscheidung zwischen Gewerbeinhabern/Leitungsorganen einerseits und Mitarbeitern andererseits.
  • In der Gewerbeordnung ist vorgesehen, dass für beide Gruppen eine Verpflichtung von 15 Stunden Weiterbildung pro Jahr besteht. Diese 15 Stunden sind als reine Vortragszeit („netto“) zu verstehen, sodass allfällige Seminarpausen in Abzug zu bringen sind. Für Gewerbeinhaber/Leitungsorgane wären davon 10 Stunden bei bestimmten unabhängigen Bildungsinstituten vorgesehen. Für Mitarbeiter könnte der Bildungsanbieter frei gewählt werden und auch interne Schulungen würden angerechnet werden.
  • Bestimmte unabhängige Bildungsinstitute wären neben Universitäten, Fachhochschulen, Fachorganisationen der Wirtschaftskammer auch zertifizierte Bildungsinstitutionen. Eine Anrechnung von Schulungen zur absatzorientierten Produktinformation wäre nicht möglich.
  • Der Inhalt der Weiterbildung ist im Entwurf in die Module Rechtskompetenz und Berufsrecht einerseits und Fach- und Spartenkompetenz andererseits aufgeteilt. Gewerbeinhaber/Leitungsorgane müssten eine gewisse Stundenanzahl aus beiden Modulen absolvieren. Im Gegensatz zu Mitarbeitern, die aus den Modulen frei wählen könnten.
  • Schulungen in Form von Webinaren, Online Kursen sowie E-Learning wären in einem ausgewogenen Verhältnis zu Präsenzveranstaltungen möglich. Bei diesen vereinfachten Lernformen hätte zudem eine Lernerfolgskontrolle durch die Bildungseinrichtung zu erfolgen.  

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den oben genannten Punkten nur um einen Entwurf handelt!

Was bedeutet diese Verzögerung für Schulungen seit 1.1.2019?

Nachdem der Lehrplan mit der Verlautbarung gelten soll, stellt sich die Frage, wie Schulungen zu bewerten sind, die zwischen dem 1.1.2019 und dem Inkrafttreten des Lehrplans absolviert werden. Mit anderen Worten: Welche Schulungen sind in diesem Zeitraum als Weiterbildung geeignet?

Der Fachverband ist der unverbindlichen Ansicht, dass alle Schulungen, die inhaltlich den Anforderungen der Anlage 9 der GewO entsprechen, als geeignet erscheinen, da damit die Mindestanforderungen der IDD erfüllt sind.

Die bisherige freiwillige Weiterbildung über den Fachverband wird grundsätzlich fortgeführt, allerdings werden die Kriterien hierfür an die Kriterien der verpflichteten Weiterbildung angepasst werden, damit keine Parallelstruktur zur gesetzlichen Weiterbildungsverpflichtung herrscht.

Für das zukünftige freiwillige Weiterbildungszertifikat des Fachverbandes gilt, dass die gesetzliche Weiterbildungsverpflichtung deutlich übererfüllt sein muss.