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Die Checkliste für den Blackout

Wie Unternehmer bei einem Blackout vorsorgen können und welche Sofortmaßnahmen ergriffen werden sollten, wenn der Strom ausgeht.

Wir alle sind eine sichere Stromversorgung gewöhnt. Nur selten geschieht es, dass beispielsweise irgendwo eine Stromleitung von einem umfallenden Baum beschädigt wird. Und selbst dann dauert es meist nicht lange bis wieder alles funktioniert. Die Gefahr eines Totalausfalles, also eines Blackouts, nimmt jedoch stetig zu.

Was ist ein Blackout?

Ein Blackout ist mehr als nur ein Kurzschluss oder ein umgefallener Baum. Ein Blackout ist ein längerfristiger Stromausfall, der auch die Telekommunikation und gesamte Infrastruktur lahmlegen kann.

Dafür muss die Ursache nicht immer nur in Österreich liegen. Das europäische Stromnetz ist weitestgehend miteinander verbunden und daher vor Kettenreaktionen nicht gefeilt. Geopolitische Veränderungen, Cyber-Attacken, technische Gebrechen oder starke Netzschwankungen können einen Blackout auslösen. Was nun, wenn es tatsächlich zu Ausfällen kommt?

Zwei Drittel der Unternehmer gaben bei einer Umfrage an, nicht für einen möglichen Blackout gewappnet zu sein. Die wirtschaftlichen Folgen eines Blackouts wären daher fatal. Der Schaden für eine Stunde Ausfall würde sich mit ca. 20 Millionen Euro zu Buche schlagen, der gesamte Tag mit rund 250 Millionen Euro. Zwar sind die Wiener Netze bei der zuverlässigen Energieversorgung Vorreiter, die Größe der möglichen Schäden unterstreicht aber die Wichtigkeit, Präventionsmaßnahmen zu treffen.

Notfall- und Alarmpläne

Für den Fall eines Blackouts sollten Notfall- und Alarmpläne in Papierform vorhanden sein. Dort sollte eine genaue Regelung und Abfolge der notwendigen Schritte vermerkt werden. (Wer? Wann? Transport? Rotation? etc.) Außerdem gilt es zu klären, ob es sich um einen „normalen” Stromausfall oder um einen Blackout handelt. Dazu sollten Hinweise in Radio und Fernsehen beachtet werden.

Krisenstab

Vorab ist zu überlegen, ob ein Notfall- oder Krisenstab vorgesehen ist und wie die Alarmierung dieses Krisenstabs erfolgen soll. Im Vorfeld sollten alle Mitarbeiter auf das Szenario eines Blackouts vorbereitet sein.

Notbetrieb

Falls ein (Not-) Betrieb bei einem Blackout aufrechterhalten werden muss, gilt es, kritische Prozesse vorab zu definieren und zu überlegen, welche Prozesse verzichtbar sind. Denn im Falle einer Spannungsunterbrechung müssen zuerst alle kritischen Prozesse unter Kontrolle gebracht werden. Dafür notwendiges Personal sollte schon im Vorfeld informiert und für den Ernstfall geschult sein.

Kommunikation

Unerlässlich ist die Frage, wie die Kommunikation im Betrieb - trotz Ausfalls - aufrechterhalten werden kann. Telefone, die am analogen Telefonanschluss der Telekom angeschlossen sind, könnten eventuell durch diesen versorgt werden. Falls Funksysteme vorhanden sind, sollten ausreichend Batterien oder Akkus bereitstehen. Auch zu berücksichtigen ist, wer im Notfall kontaktiert werden muss und wer Informationen geben kann.

Externe Faktoren

Externe Faktoren, die für das Unternehmen kritisch werden könnten, wie z.B. Kunden oder Lieferanten sollten im Notfallplan berücksichtigt werden. Auch Infrastrukturschäden, die durch den Ausfall verursacht werden (z.B. Abwasserkanäle, die Gefahr von auffrierenden Leitungen im Winter oder die Zerstörung von Geräten durch das Trennen und wieder Anschließen vom Stromnetz etc.) sollten im Notfallplan bedacht und vorbeugende Maßnahmen getroffen werden. Es ist sinnvoll, mögliche Problembereiche schon vorab zu dokumentieren, sowie in Erfahrung zu bringen, wie lange - eine eventuell vorhandene - Unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USVs) funktionieren.

Versorgung der Mitarbeiter

Für den Fall eines Blackouts im Betrieb sollte auch vorab sichergestellt werden, ob die benötigte Infrastruktur für die Primärversorgung der Mitarbeiter, wie z.B.  Notschlafstellen und Verpflegung gegeben ist.

Sofortmaßnahmen

In der sogenannten „Golden Hour”, der ersten Stunde nach Eintritt des Blackouts, sollten folgende Maßnahmen getroffen werden:

  • Alarmierung
  • betriebsinterne Menschenrettungen in die Wege leiten (z.B. bei steckengebliebenen Aufzügen)
  • auf jahreszeiten- oder wetterabhängige Faktoren eingehen (z.B. Kühlung oder Heizung im Betrieb)
  • Zutrittssysteme sowie Tor- und Alarmsysteme sichern und - falls vorhanden - den Sicherheitsdienst vom Blackout in Kenntnis setzen.
  • alle definierten kritischen Prozesse herunterfahren und das notwendige Personal verständigen
  • den genauen Zeitpunkt für das betriebsspezifische Blackout definieren und festhalten.

Während des Ausfalls

Damit nach dem Ausfall wieder ein geregeltes Hochfahren möglich ist, sollten bereits währenddessen Vorkehrungen getroffen werden. So sollten Anlagen vom Stromnetz getrennt werden, um Schäden durch unkontrolliertes Wiederhochfahren zu verhindern. Denn automatisches Wiederhochfahren birgt Gefahren: Das Hochfahren von z.B. Steuerungen in automatisierten Anlagen ist eine hochkritische Phase. Eine Störung, wie ein neuerlicher Stromausfall kann zum Totalausfall führen.

Nach dem Ausfall

Um nach dem Ausfall so schnell wie möglich wieder in den Normalbetrieb zurückkehren zu können, sollte eine Prioritätenliste vorhanden sein. Darin sollte festgelegt werden, was zur Rückkehr in den Normalbetrieb erforderlich ist, wie lange der Krisenstab weiterlaufen soll, wie der hohe Strombedarf nach dem Blackout abgedeckt werden soll und wie rasch externe Dienstleister wieder in Anspruch genommen werden können. Notwendig ist auch die Überlegung, ob eine Entsorgung oder Dekontamination von Betriebsmitteln oder Anlageteilen erforderlich ist.

Die Sparte Industrie hat mit „Sicher bei Blackout“ eine Checkliste für Unternehmen erstellt, damit sie sich für den Ernstfall vorbereiten können.