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Spürnasen PK
© WKK I Peter Just

Spürnasen Primary: Forschen statt auswendig lernen

Das Bildungsprojekt "Spürnasen Primary" bringt naturwissenschaftliches Forschen in die Volksschule. Im Interview erklärt Direktorin Maria Glockner, wie sich der Unterricht verändert und welche Kompetenzen Kinder dabei entwickeln.

Lesedauer: 4 Minuten

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17.02.2026

Mit dem Projekt "Spürnasen Primary" wird naturwissenschaftliches und technisches Lernen bereits in der Volksschule greifbar. Kinder experimentieren, bauen und entwickeln eigene Lösungswege - und lernen dabei nicht durch Auswendiglernen, sondern durch aktives Ausprobieren. Ziel ist es, Neugier zu fördern und früh zentrale Kompetenzen für eine zunehmend technisierte Lebens- und Arbeitswelt zu stärken.

"Kinder arbeiten in Gruppen und tauschen ihre Erfahrungen und Ergebnisse aus. Gemeinsames Erarbeiten von Lösungsstrategien steht im Mittelpunkt", erklärt Direktorin Maria Glockner. Dabei gehe es nicht um fehlerfreies Arbeiten, sondern um mutiges Ausprobieren: "Funktioniert etwas nicht, überlegen sich die Kinder andere Wege und probieren diese aus. Sie wollen von sich aus mehr erfahren - ohne Druck. Der Unterricht geht weg vom angstbesetzten Fehlervermeiden und fördert konstruktives Handeln."

Besonders im Mathematik- und Sachunterricht profitieren die Schüler:innen vom eigenständigen Forschen. Die praktischen Experimente stärken dabei nicht nur das Verständnis, sondern auch das Interesse an Technik und Problemlösung. "Viele Kinder haben ein großes technisches Interesse. Durch die Forschergegenstände können wir dieses gezielt fördern. Selbstgesteuertes Lernen ist nachhaltiger, und auch Kinder ohne entsprechende Förderung zu Hause erhalten Zugang zu technischen Themen", so Glockner. Spartenobmann Michael Velmeden ergänzt: "Projekte wie 'Spürnasen Primary' sind deshalb von enormer Bedeutung, weil sie das Fundament legen. Wer früh Interesse an Technik entwickelt, entscheidet sich später eher für eine technische Ausbildung oder ein entsprechendes Studium. Das ist ein klarer Vorteil für den Industriestandort Kärnten.“ 

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Interview mit Direktorin Maria Glockner von der VS 13 Am Spitalberg

Frau Direktorin Glockner, was verändert sich konkret im Unterricht, seit "Spürnasen Primary" an Ihrer Schule eingesetzt wird - und wie reagieren die Kinder darauf?

Maria Glockner: Kinder arbeiten in Gruppen und tauschen ihre Erfahrungen und Ergebnisse aus. Gemeinsames Erarbeiten von Lösungsstrategien stehen im Mittelpunkt. Kinder lernen daher nicht "fehlervermeidend", sondern probieren mutig Verschiedenes aus. Funktioniert etwas nicht, überlegen sich die Kinder andere Wege und probieren diese aus. Sie wollen von sich aus mehr erfahren und dies ohne Druck. Der Unterricht geht weg vom angstbesetzten Fehlervermeiden und fördert konstruktives Ausprobieren und Handeln. Zum Beispiel Mathematik - finden und Entdecken von verschiedenen Lösungswegen und diese zu verbalisieren, logische Abfolgen erkennen. Kinder lernen Inhalte nicht auswendig, sondern verstehen durch eigenes Handeln. Aktives Ausprobieren im Sachunterricht und das Herleiten von Erkenntnissen wird gefördert.

Können Sie bereits beobachten, dass Kinder durch die praktischen Experimente ein stärkeres Interesse an Technik, Digitalisierung oder Problemlösung entwickeln?

Viele Kinder haben ein großes technisches Interesse. Dieses Interesse können wir nun durch den Einsatz der vielfältigen Forschergegenstände fördern. Selbstgesteuertes Lernen ist nachhaltiger als das Lernen als Pflicht. Wissen entwickelt sich durch eigenständiges Tun. Viele Kinder, die von zu Hause in ihrer Lernentwicklung nicht gefördert werden, haben jetzt die Möglichkeit, sich mit technischen Gegenständen zu befassen.

-Welche Kompetenzen entwickeln die Schüler:innen durch dieses Projekt, die später auch im Berufsleben - etwa in technischen Berufen - wichtig sind?

Durch das Projekt entwickeln Kinder zentrale Kompetenzen, die auch im späteren Berufsleben von Bedeutung sind. Kinder überlegen, konstruieren und bauen gemeinsam. Das Gemeinschaftsgefühl wird verstärkt und soziales Lernen gefördert. Miteinander können wir an Lösungen arbeiten, wir hören einander zu, üben Kritik und lernen diese anzunehmen. Gleichzeitig wird die Autonomie gefördert, da Kinder eigene Lösungswege entwickeln und Entscheidungen treffen. Gespräche über Lösungsstrategien verbessern die Kommunikationsfähigkeit und fördern die Sprachentwicklung. Das Erlernen von technischen Begriffen schafft Verständnis und erleichtert langfristig den Zugang zu technischen Berufen.

Welche Bedeutung hat es aus Ihrer Sicht, Kinder schon in der Volksschule mit wirtschaftsnahen und technischen Themen in Berührung zu bringen?

Die Technik ist ein Teil der Lebenswelt der Kinder. Kinder wachsen mit Smartphone und Haushaltsgeräten in einer technisch geprägten Umwelt auf. Bildungsprozesse knüpfen im Idealfall an die Lebenswelt der Kinder an. Somit sind Technik und wirtschaftsnahe Themen im Grundschulalter ein wichtiger Beitrag für die Erreichung von Grundkompetenzen.

Was würden Sie sich wünschen, damit noch mehr Schulen und Kinder von solchen praxisnahen Bildungsprojekten profitieren können?

Bereitstellung der Gelder für dieses Bildungsprojekt für interessierte Schulen. Wir sind dankbar, Teil des Pilotprojektes "Spürnasen Primary" zu sein.

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