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Kärnten ist jetzt Highspeed-Drehscheibe

Mit dem Start von ALPSiX holt Kärnten die weltweite Netzinfrastruktur in die Region und verschafft heimischen Betrieben einen unschlagbaren Startvorteil. 

Lesedauer: 4 Minuten

23.09.2026
Mit ALPSiX erhält Kärnten einen eigenen Internetknoten und wird direkt an große europäische Internethubs angebunden. Die neue Infrastruktur ermöglicht schnellere und sicherere Datenwege, stärkt den Wirtschaftsstandort und schafft wichtige Voraussetzungen für Zukunftstechnologien wie KI, Cloud-Computing und autonomes Fahren.

Kärnten feierte am 18. September 2026 einen Meilenstein: Mit dem Startschuss für ALPSiX rückt das Bundesland noch näher an Europa und die Welt heran. Der neue Internet-Exchange-Knoten verbindet die Alpen-Adria-Region ab sofort direkt mit den großen europäischen Internethubs. Das stärkt die regionale Wettbewerbsfähigkeit, die Ausfallsicherheit und die internationale Vernetzung. Was ALPSiX konkret bringt? Daten fließen ab sofort von Kärnten direkt nach Deutschland - ohne den bisherigen Umweg über Wien oder andere Knotenpunkte.

Dementsprechend stolz zeigt sich Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig als Initiator des Projekts: "Für Kärnten bricht eine neue Zeitrechnung in der digitalen Infrastruktur an." Eine leistungsfähige Infrastruktur mache einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort aus - doch beim Thema Datenverkehr werde noch zu oft in alten Mustern gedacht. "Wir haben 6 Millionen Euro investiert, um Kärnten auf ein neues Level zu heben und als zentrale Datendrehscheibe zu etablieren." Davon profitiert - nicht zuletzt durch die Synergien mit der Koralmbahn - ein Wirtschaftsraum mit 1,8 Millionen Menschen.

Latenz als Währung der digitalen Zukunft

DE-CIX, Betreiber globaler Internetknoten mit Sitz in Frankfurt, ist strategischer Partner von ALPSiX. CEO Ivo Ivanov betonte im Rahmen der Auftaktveranstaltung die Bedeutung des Projekts: "Wir schaffen Ökosysteme - und Kärnten ist ab sofort Teil davon." ALPSiX gewährleiste durch minimalste Verzögerungszeiten (Latenz) eine direkte und blitzschnelle Datenübertragung. Warum das entscheidend ist? "Für einfaches Videostreaming ist die Geschwindigkeit zweitrangig. Wenn wir aber über sicheres autonomes Fahren sprechen, muss die Latenz unter einer Millisekunde liegen." Ivanov ist überzeugt, dass wir erst am Anfang einer neuen technologischen Ära stehen - getrieben von Cloud-Computing, IoT und KI: "Genau dafür brauchen wir diese neue Basisinfrastruktur."

Kärnten übernimmt Vorreiterrolle

Anna Kopp, seit vielen Jahren in leitender Funktion bei Microsoft tätig und aktuell Director bei Microsoft Digital in Deutschland, zeigt sich begeistert von Kärntens Vorreiterrolle: "Wenn wir warten, bis der Bedarf da ist, ist es bereits zu spät!" Die Managerin blickt optimistisch nach vorne: KI und Automatisierung könnten dem akuten Fachkräftemangel entgegenwirken, sofern sie konsequent genutzt werden. Laut Kopp verwenden bereits 75 Prozent der Arbeitnehmer Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz - oft selbst dann, wenn sie im Unternehmen noch nicht offiziell eingeführt wurde. "Deshalb geben Unternehmen jetzt Gas, um sich zukunftsfähig aufzustellen." KI sei kein "Jobkiller", sondern angesichts des demografischen Wandels eine Notwendigkeit: "Ich muss KI verstehen, um richtig damit umzugehen. KI verschiebt Arbeit - sie löscht sie nicht." Zwar würden manche Berufsbilder verschwinden, im Gegenzug entstünden jedoch noch mehr neue Arbeitsplätze.

Kärntner Internetknoten schon jetzt gefrag

UBIT-Fachgruppenobmann Martin Zandonella zieht ein durchwegs positives Resümee: "Wir befinden uns in der Poleposition als starke Alternative zu Wien. Der heutige Zuspruch zeigt deutlich, dass auch umliegende Regionen unseren Knoten aktiv nutzen werden."

Zitiert:

  • Alexander Windbichler, Gründer und CEO der Anexia Holding: "Es bewegt sich in die richtige Richtung, das Thema wird endlich breitenwirksam."
  • Ivo Ivanov, CEO von DE-CIX: "Mit Marco Brandstätter und Bernd Spiess haben zwei Kärntner entscheidend an der Umsetzung gearbeitet. Vielen Dank an euch!"
  • Thomas King, CTO von DE-CIX: "Der Ausbau der digitalen Infrastruktur erlaubt uns eine souveräne Behandlung von Daten: Unternehmen wollen wissen, über welche Wege und Partner ihre Daten laufen."
  • Anna Kopp: "65 Prozent der Arbeitnehmer:innen werden in Zukunft Berufe ausüben, die heute noch nicht existieren."
  • Christoph Schlager, Geschäftsführer der Philips Austria GmbH: "Das Gesundheitswesen entwickelt sich zu einem vernetzten Daten-Ökosystem. Bei der Remote-Steuerung von MRT-Geräten oder der Remote-Überwachung von Patienten brauchen wir ein Höchstmaß an Sicherheit und eine möglichst geringe Latenz. ALPSiX ermöglicht und bietet uns diese Souveränität."
  • David Mayer-Heinisch, CEO des Vermögensverwalters froots: "Mit der KI bricht das goldene Zeitalter der persönlichen Dienstleistung an. Es gibt keine Berechtigung mehr für Mittelmaß."
  • Nika Basic, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten: "Wir sind jetzt der zweite Internet-Exchange-Knoten in Österreich. Das wird gerade die Bereiche Forschung und Entwicklung beleben. Wir wollen ein Magnet für internationale Betriebsansiedlungen werden."
  • Herbert Ritter, Vizepräsident der WKO Steiermark: "Die Koralm verbindet unsere Bundesländer physisch, das Internet verbindet Ideen. Die Achse zwischen Kärnten und der Steiermark wird dadurch noch stärkere Impulse erhalten."
  • Martin Zandonella, Fachgruppenobmann UBIT: "Ein Highlight war für mich das heutige große nationale und internationale Interesse. Wir sehen, dass der Bedarf für ALPSiX schon jetzt gegeben ist."