Spezialistentum und Partnerschaften gewinnen
Der b_day 2026 setzte die Zukunft der Beraterbranche in den Fokus und verriet, warum der Kuchen für die Unternehmer:innen immer kleiner wird.
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Der MAKERSPACE war am 15. April 2026 bestens besucht - kein Wunder, stand doch beim b_day 2026 die Zukunft der Beraterbranche im Mittelpunkt. Patricia Radl-Rebernig stellte als Gastgeberin und Berufsgruppensprecherin der Unternehmensberatung das Ziel des Nachmittags vor: „In einer sich wandelnden Welt möchten wir gemeinsam ein klareres Bild erarbeiten, welche Rolle die Beraterinnen und Berater in Zukunft übernehmen.“ Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse soll eine Workshopreihe entstehen. Auch Fachgruppenobmann Martin Zandonella verwies auf die Herausforderungen der kommenden Jahre.
Mehr Berater:innen, aber weniger vom Kuchen
Michael Raab präsentierte aktuelle Zahlen zur Berufsgruppe: Die Anzahl der Mitglieder wächst stark – aktuell sind über 26.000 aktive Berater:innen registriert. Gleichzeitig fällt das Umsatzwachstum der Branche nur moderat aus. „Das bedeutet, der Kuchen wird für die einzelnen Betriebe kleiner“, so Raab. Auffällig ist zudem die Struktur der Branche: Rund 87 Prozent der UBIT-Mitglieder sind EPU.
Spezialisierung statt Bauchladen
Aus den Zahlen und Umfragen lassen sich laut Raab klare Trends ableiten: Know-how und Erfahrung werden zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig wünschen sich Kund:innen verstärkt „schlüsselfertige Lösungen“ statt reiner Konzeptarbeit. Die klassische „Bauchladen“-Beratung verliert an Bedeutung. Gefragt sind Spezialisierung und Partnerschaften, die echte Synergien schaffen. Neue Beratungsfelder entstehen insbesondere rund um digitale Prozesse, Business Intelligence und Schulungen zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz. ESG-Themen hingegen verlieren aktuell an Dynamik.
Künstliche Intelligenz verändert die Branche
Ein zentrales Thema war die Rolle der Künstlichen Intelligenz: Sie wird zunehmend als unterstützendes Werkzeug gesehen – insbesondere bei komplexen Ausschreibungen und Analysen. Gleichzeitig bringt sie Herausforderungen mit sich: Vor allem klassische Junior-Tätigkeiten könnten künftig wegfallen. Auch bei den Honorarmodellen zeigt sich Bewegung: Der Druck zur Kostensenkung steigt, während sich erfolgsbasierte Vergütungsmodelle bislang noch nicht breit durchgesetzt haben.
Vier Thementische, viele Perspektiven
In interaktiven Thementischen vertieften die Teilnehmenden zentrale Fragestellungen:
- „Umsetzen statt erklären“: Der steigende Bedarf an Umsetzungsstärke wurde intensiv diskutiert.
- Transformation & Mensch: Viele Veränderungsprozesse scheitern nicht an der Strategie, sondern an den Menschen.
- KI in der Beratung: Chancen und Herausforderungen für Berater:innen.
- KI beim Kunden: Potenziale und konkrete Einsatzmöglichkeiten auf Kundenseite.
Fazit: Der b_day 2026 zeigte, dass die Zukunft spezialisierten Expert:innen gehört. Wer starke Partnerschaften pflegt und Kund:innen aktiv bei der Umsetzung begleitet, gewinnt.
Veranstaltungstipps
Passend zu den diskutierten Themen bietet der Digital Innovation Hub Süd (DIH SÜD) folgende Veranstaltung an:
- 5. Mai 2026, 13 bis 16 Uhr: Disruption erkennen – Zukunft des Geschäfts sichern. Weitere Infos >>
Aviso Herbst 2026 (Termine folgen):
- Unternehmensberatung 2030 – Zukunft schon jetzt gestalten
- Kommunikation im Wandel der digitalen Transformation
- Alle Informationen unter: https://www.dih-sued.at